Isolation: 6 Anzeichen einer versteckten Depression

Die Corona-Isolation hat Auswirkungen auf unsere Psyche, die wir manchmal nicht auf den ersten Blick erkennen.

versteckte Depression

Soviel vorweg: Depressive Phasen können aus unterschiedlichsten Gründen entstehen. Faktoren wie Genetik, Persönlichkeit, chemische Ungleichgewichte im Gehirn können dabei eine Rolle spielen. Oder eben auch bestimmte Ereignisse im Leben – wie etwa eine Pandemie.

Anzeichen von Depressionen zu erkennen ist nicht immer einfach, weil Betroffene sie oft gut verbergen – auch vor sich selbst. Diese Anzeichen können auf eine versteckte Depression hindeuten:

1. In letzter Sekunde absagen

Ja, das gilt auch für Video-Calls und Facetime-Dates in Zeiten der Isolation. Selbst, wenn du dich auf ein Treffen oder einen Termin gefreut hast, willst du oft in letzter Sekunde doch absagen (und erfindest möglicherweise Gründe für deine Absage), weil du einfach keine Kraft für soziale Interaktion hast? Depressive Phasen kommen oft unangekündigt. Gleichzeitig fühlst du dich nach der Absage noch schlechter, weil du Angst hast, deine Freund*innen ärgern sich über deine Unzuverlässigkeit und bei dir bleibt ein Gefühl von "Nicht einmal das eine Video-Date krieg ich hin" – eine Abwärtsspirale entsteht.

2. Du brauchst Bestätigung.

Depression kann auch die Angst, dass Freundschaften oder Beziehungen deinetwegen zerbrechen, bedeuten. Dass sich Menschen von dir distanzieren, weil du zu anstrengend bist. Weil du (etwa durch kurzfristige Absagen) das Gefühl hast, deine Freundschaften zu belasten, brauchst du oft die Bestätigung, dass das schon okay ist und man dir nicht böse ist.

3. Du verschwindest manchmal komplett von der Bildfläche.

Wenn dir alles zu viel wird, meldest du dich oft ein paar Tage gar nicht? Du willst niemandem zur Last fallen und schreibst deshalb weder Nachrichten, noch reagierst du auf Anrufe. Später entschuldigst du dich und erklärst, dass du total mit Arbeit eingedeckt warst.

4. Du willst allein sein, aber irgendwie auch nicht.

Einerseits macht es dir zu schaffen, dass du dich alleingelassen fühlst, andererseits hast du aber auch den Wunsch nach Einsamkeit. Du lehnst jegliche soziale Aktivitäten ab und ziehst dich in deine eigenen vier Wände zurück, weil du dich von anderen isolieren willst. Gleichzeitig wünschst du dir aber, dass jemand hier wäre und sich um dich kümmern würde. Als Resultat suchst du die Schuld bei dir und denkst "Mir kann man es auch nicht Recht machen, ich bin selbst Schuld".

5. Manchmal vergehen Tage ohne Dusche.

Eigentlich machst du nichts außer rumliegen, aber trotzdem fühlst du dich irrsinnig erschöpft. So erschöpft, dass du nicht mal die Kraft für eine Dusche oder das Zähneputzen hast.

6. Du tust so, als ob du glücklich wärst.

Wenn du dich dann doch einmal zu einem Video-Date mit deinen Freund*innen aufraffst, tust du so, als wäre alles in bester Ordnung. "Smiling Depression" nennt man dieses aufgesetzte Lächeln, durch das die Menschen im Umfeld das Gefühl bekommen sollen, bei dir sei alles in Ordnung.

Bei psychischen oder suizidalen Krisen sowie im akuten Notfall ist es wichtig, rasch Krisentelefonnummern und Notrufnummern bei der Hand zu haben.

Telefonseelsorge
Tel.: 142 (Notruf), täglich 0–24 Uhr

Telefonberatung und E-Mail-Beratung für Menschen in einer schwierigen Lebenssituation oder in Krisenzeiten.

Online unter www.telefonseelsorge.at

 

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