Island führt als erstes Land der Welt Gesetz für gleichen Lohn ein

Am 1. Jänner 2018 machte es Island illegal, dass Männern mehr bezahlt wird als Frauen.

Bereits vergangenes Jahr wurde darüber berichtet, jetzt ist das Gesetz Wirklichkeit: Am 1. Jänner 2018 machte es Island illegal, dass Männern mehr bezahlt wird als Frauen. Unternehmen mit mehr als 25 MitarbeiterInnen müssen künftig beweisen, dass sie beiden Geschlechtern gleich viel bezahlen. Bis spätestens 2022 soll damit die Einkommensschere geschlossen werden.

Und das obwohl die Lohnschere in Island ohnehin bereits besonders niedrig ist: Im Gleichstellungsbericht des Weltwirtschaftsforums liegt Island auf dem ersten Platz. Frauen verdienen dort 14 Prozent weniger als Männer - im Vergleich zu Österreich, wo Frauen cirka 22 Prozent weniger als Männer verdienen. "Die Zeit ist reif, um mal etwas Radikales in diese Richtung zu unternehmen", wurde der isländische Sozialminister Thorsteinn Viglundsson damals bei der Vorstellung des Gesetzes zitiert.

Nach dem isländischen Modell sollen Unternehmen, die nicht nachweisen können, dass sie Frauen und Männern gleich viel bezahlen, Strafen erwarten. Dagny Osk Aradottir Pind, Mitglied der isländischen Frauenrechtsvereinigung, sagte gegenüberAl Jazeera: "Die Gesetzgebung ist ein Mechanismus, mit dem Unternehmen und Organisationen jeden Job evaluieren können, und dann bekommen sie ein Zertifikat, nachdem sie bestätigt haben, dass sie Männern und Frauen gleich viel bezahlen."

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