Introversion

Introvertierte Menschen sind weder schüchtern, ungesellig noch arrogant. Zurückgezogene Charaktere haben es in der westlichen Kultur nicht leicht. Umso wichtiger ist es für sie, einen authentischen Lebensstil zu entwickeln.

In unserer lauten Vollgasgesellschaft kommen die introvertierten Personen schnell mal unter die Räder. Die heutige Welt gehört den extravertierten Machern, den risikofreudigen Entscheidern, den redegewandten Netzwerkern, die auf den After-Work-Partys neue Partner und Klienten angeln. Sie gehört eher nicht den kontaktscheuen Stubenhockern, den Leseratten und Teetrinkern. Das sollte man jedenfalls denken, wenn man die Lautstärke und Präsenz der einen vergleicht mit der Zurückhaltung und Unscheinbarkeit der anderen. Ganz so ist es aber nicht.

Introvertierte Menschen werden häufig unterschätzt. Nur weil sie keinen Drang verspüren sich jedesmal in den Mittelpunkt zu stellen oder sich aufzuregen bei jeder Kleinigkeit. Stille Gewässer sind bekanntlich tief - und das ist nicht nur eine Redensart.

Introvertierte fühlen sich in Gesellschaft schnell unwohl, und haben den inneren Konflikt, mit anderen verbunden sein zu wollen und dem gleichzeitigem Bedürfnis nach Ruhe. Viele von ihnen sind zudem hochempahtisch und hochsensibel. Smalltalk ist ihnen ein Gräuel, aber weil es sich gesellschaftlich so gehört, versuchen viele, sich extrovertiert zu geben. Damit gehen sie über ihre eigenen Grenzen, fühlen sich nicht authentisch und befürchten, dass mit ihnen vielleicht etwas nicht stimmt.

Mythen über Introvertierte

  • Sie reden nicht gerne. Stimmt nicht: Introvertierte reden nur wenn sie auch wirklich etwas zu sagen haben, sie mögen kein Bla Bla.
  • Sie sind schüchtern. Stimmt nicht: Schüchternheit hat nichts mit ihrer Art zu tun, vielmehr brauchen sie einen Grund, um mit anderen zu interagieren.
  • Sie mögen keine anderen Menschen. Stimmt nicht: Introvertierte schätzen wenige gute Freunde und brauchen keine vielen flüchtigen Bekannten.
  • Sie wollen immer alleine sein. Stimmt nicht: Auch Introvertierte mögen die Einsamkeit nicht, auch wenn sie ganz gut alleine klar kommen.
  • Sie wissen nicht wie man Spaß hat. Stimmt nicht: Nur weil sie keine Klassenclowns waren und keine Adrenalinjunkies sind, heißt das nicht, dass sie keinen Spaß haben.

Introvertierte Gehirne funktionieren anders

Forschungsergebnisse aus den USA zeigen sogar, dass die Gehirne Introvertierter anders arbeiten als die von Extrovertierten. Reize und Empfindungen werden unterschiedlich wahrgenommen und verarbeitet. So entfalten Introvertierte Ihr Talent auch nicht in Gruppenkontexten oder beim gemeinsamen Brainstorming im Team sondern werden eher für sich allein im stillen Kämmerlein kreativ. Haben Sie die notwendige Ruhe, laufen Sie zu kreativer Höchstform auf und können ebenso ergebnisorientierte Erfolge vorweisen, wie Extrovertierte. Allerdings fällt ihnen die Präsentation ihrer Ideen und Ergebnisse vor Zuhörern meist schwer.

 

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