Intimhygiene: So pflegst du deine Intimzone nach der Antibiotikasaison

Dass unser Darm nach einer Antibiotika-Kur leidet, ist mittlerweile bekannt. Dass auch unsere Scheidenflora Schaden nimmt, wird dabei oft vergessen.

Frau mit Händen vor dem Bauch

Nach dem Winter ist für viele Frauen vor der Scheideninfektion. Viele grippale Infekte werden in der kalten Jahreszeit unter anderem mit Antibiotika behandelt. Bei bakteriellen Infektionen ist das auch sehr sinnvoll. Sie hemmen Bakterien in ihrem Wachstum oder töten sie ganz ab (gegen Viren helfen Antibiotika nicht!). Die Nebenwirkungen: Auch die guten Bakterien in unserem Körper, die zu einer natürlichen Darm- und Scheidenflora dazugehören, werden abgetötet und können unseren Körper anfälliger für Infektionen machen. Bei Frauen macht sich das Ende der Grippesaison deshalb oft mit Juckreiz, Brennen, unangenehmem Ausfluss oder Blasenentzündungen bemerkbar.

Normalerweise tummeln sich in unserer Scheide haufenweise nützliche Bakterien. Durch Medikamente und Infektionen sind die Schleimhäute, die den Intimbereich sonst ganz von selbst schützen, angegriffen. "Nach jeder Antibiotikagabe sollten Frauen eine Kur mit milchsäurebildenden Bakterien – sogenannten Laktobazillen – anschließen, um das gesunde Klima in der Scheide wieder herzustellen", empfiehlt Doris Gruber, Gynäkologin in Wien. "Auch die tägliche Intimpflege sollte angepasst werden!", rät die Expertin.

Richtige Intimpflege: So geht's

Grundsätzlich reicht es aus, den Intimbereich mit warmem Wasser zu waschen, denn die Scheide reinigt sich selbst und braucht weder Duschgel noch Seife. Der Grund: Im Scheidenmilieu tummeln sich viele Milchsäure bildende Bakterien, die eine saure, für Krankheitserreger wie Pilze und Bakterien ungünstige Umgebung erhalten. Der pH-Wert einer gesunden Scheide liegt bei etwa 4,5 und ist damit deutlich saurer als unsere Haut. Ist unsere Scheidenflora intakt, brauchen wir also keine Extra-Pflege. "Die meisten Intimpflegelotionen sind sogar kontraproduktiv, da sie den Säureschutzmantel der Haut stören und die Scheidenflora negativ beeinflussen", so Gruber. Dennoch gibt es auch Ausnahmen und Pflege, die genau auf unsere Scheidenflora abgestimmt ist.

In diesen Fällen braucht es mehr als nur Wasser:

  • Bei der Verwendung von Verhütungsmitteln: Egal, ob Pille, Spirale oder Kondom – zahlreiche Verhütungsmittel erhöhen die Anfälligkeit für Infektionen.
  • Nach Antibiotikatherapie: Antibiotika eliminieren die Laktobazillen der Vaginalflora und stören die natürliche Milchsäurebildung durch diese nützlichen Bakterien. Im Falle von Pilzinfektion, bakterieller Vaginose oder Blasenentzündung bildet Pflege mit Milchsäure einen natürlichen Schutz gegen das Aufsteigen von Keimen.
  • Bei Diabetes: Hohe Blutzuckerspiegel oder Blutzucker senkende Medikamente führen zu vermehrter Ausscheidung von Zuckerstoffen (Glucose)im Harn. Dadurch bildet sich ein optimaler Nährboden für Krankheitserreger, die Pilzinfektionen auslösen.
  • Bei Patientinnen mit chronischen Erkrankungen und Krebs: Viele Krebspatientinnen, aber auch Rheumatikerinnen oder Menschen mit chronischen Darmentzündungen werden mit Medikamenten behandelt, die das Immunsystem schwächen. Eine der Nebenwirkungen können häufig Infektionen im Genitalbereich sein.

 

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