Interview Mila Kunis

Die Highschoolschülerin mit dem beschränkten IQ, die Ballerina mit dem betörenden Sexappeal, die gute Hexe mit dem Hang zum Bösen: Mila Kunis zeigt gerne viele Facetten, doch mancher Attitüde bleibt sie stets treu: ihrem Stil, ihren Idealen – und vor allem ihrer Grazie.

Es scheint fast eine Ewigkeit her zu sein, seit MILA KUNIS (29) als pausbäckiger Teenager ihren Durchbruch vor der Kamera feierte und in der US-Sitcom „Die wilden Siebziger" die bildhübsche, aber minder bemittelte Jackie spielte. Eine Rolle, mit der sie im echten Leben nie viel gemeinsam hatte, wie Kunis gerne betont - aber eben auch eine Rolle, die ihr schon als Teenager einen Karriere-Kick verpasste. Dass sie mit gerade mal 14 Jahren eine Hauptrolle in der Sitcom bekam, verdankt sie einer dreisten Lüge: Kunis behaup¬tete keck, bereits 18 zu sein! Der Rest ist Geschichte. Unzählige Filme folgten - und jeder kennt heute das strahlende Lächeln und die Kulleraugen der 1,63 Meter kleinen Schauspielerin mit den ukrainischen Wurzeln. Doch es war letztlich ihre Rolle in „Black Swan" im Jahr 2010, die Mila Kunis im Nu in die A-Liga der Hollywood-Stars katapultierte - und dafür sorgte, dass Frauen weltweit sich ihren Sexappeal wünschten und Männer mit ihr ins Bett gehen wollten. Das darf jedoch heute nur einer: Ausgerechnet ASHTON KUTCHER (35), mit dem Kunis als ungelenke 14-Jährige vor der Kamera stand - und in den sie nach eigenen Aussagen schon damals verknallt war -, hat ihr Herz erobert. In Interviews spricht sie zwar selten über ihren berühmten Lover oder ihre Beziehung, doch das ist egal: Weltweit spekulieren Journalisten in ihren Artikeln darüber, dass die beiden bald heiraten wollen - oder es längst heimlich getan haben. Doch egal, ob verliebt, verlobt oder verheiratet: Mit miss sprach Mila Kunis über große Unsicherheiten, kleine Fluchten und ein Leben abseits der Traumfabrik in Hollywood.

Seit „Die wilden Siebziger" sind 15 Jahre vergangen. Hast du dich sehr verändert?
Ich bin heute vorsichtiger, aber ich bin noch immer ich selbst. Sonst wäre es auch zu hart. Wenn ich immer nur eine Show abziehen müsste, wäre das viel zu anstrengend und Kräfte raubend. Aber ich passe schon auf, was ich sage. Wenn mir jemand eine wirklich bescheuerte Frage stellt, antworte ich einfach nicht darauf. Punkt.

Mila Kunis

Seit März sieht man dich in „Die fantastische Welt von Oz" als eigentlich gute Hexe, die dazu getrieben wird, böse zu handeln. Was gefällt dir an dieser Rolle?
Ich liebe die Arbeit mit Regisseur Sam Raimi. Und natürlich hat Theodora auch einen Grund, warum sie wird, wie sie letztlich wird. Sie ist ein Teenager, der nicht weiß, wie manmit Emotionen umgeht. Als sie davon überwältigt wird, nimmt sie den einfachsten Weg und lässt sich von ihrer älteren Schwes¬ter davon überzeugen, böse zu werden.

Könntest du dir vorstellen, dass du auch mal unter Druck so reagierst?
Nein, momentan nicht. Obwohl, ich bin sicher, solch emotionale Höhen und Tiefen können einen vor allem aus der Bahn werfen, wenn man jünger ist.

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Mila Kunis
Mila Kunis

Wie war das bei dir früher?
Ich habe eine wunderbare Familie. Sie gaben mir immer jede Menge Sicherheit und das Gefühl, dass es okay ist hinzufallen, solange man daran wächst. Meine Eltern haben mir außerdem immer eingetrichtert, dass man sich niemals mit anderen vergleichen darf. Als ich zehn war, hab ich das nicht verstanden, aber eventuell heute (lacht) ...

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Gibt es einen Körperteil an dir, den du nicht magst?
Oh mein Gott, alles (lacht)! Meine Cellulite und meine Schwangerschaftsstreifen natürlich!

Und im Job? Hast du da Unsicherheiten?
Ja und nein. Du weißt heute nie, wann du deinen nächsten Job bekommst. Manchmal würde ich gerne andere Sachen machen. Dann ist man nicht so abhängig davon, dass die Leute einen engagieren. Es ist nicht wirklich eine Unsicherheit, aber es ist dennoch immer in meinem Hinterkopf.

Wie gehst du mit Kritik um?
Ich google mich nicht selbst. Ich lese nichts über mich, ich bin nicht auf Facebook oder Twitter. Aber ich bin dennoch die ganze Zeit online. So komme ich an meine News. Wenn ich ein Foto von mir sehe, klicke ich es weg, denn das ist nicht mein echtes Leben. Wenn jemand online behauptet, du seist zu fett oder zu hässlich oder zu klein, bedeutet das längst nicht, dass es wahr ist. Und wenn jemand sagt, du bist wunderschön, umwerfend oder schlank, hat das eigentlich auch keinen Wert. Das ist alles irgendwie ein Fake.

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Wenn du nicht drehst, was machst du am liebsten?
Aus Los Angeles rausfahren. Ich lebe hier nicht wegen der Arbeit, sondern weil meine Familie hier lebt. Wenn ich könnte, würde ich mit ihnen allen umziehen. In meiner Fantasiewelt würde ich eine Kommune gründen und irgendwo im Nirgendwo mit ihnen leben. Vielleicht Montana. Vielleicht Italien. Vielleicht Oregon.

Klingt fast so, als würdest du dein Leben nicht so mögen ...
Ich liebe dieses Leben! Aber ich möchte auch Optionen haben.

Was macht dich glücklich?
Wie gesagt: irgendwo im Nirgendwo zu sein mit den Menschen, die ich liebe. Alltägliche Dinge. Liebe macht mich glücklich. Und meine Familie und meine Freunde.

Gibt es etwas, was du früher getan hast, wofür dir heute die Zeit fehlt?
Nein. Für Dinge, die ich liebe, nehme ich mir immer die Zeit. Ich wuchs mit einem älteren Bruder auf, der mir beibrachte, Fußball, mit Polizisten und Robotern zu spielen. Heute will ich das nicht mehr (grinst), aber ich liebe es zu lesen, zu malen und zu kochen. Ich gehe gerne in Restaurants und überlege, wie die Gerichte zubereitet wurden - und koche zu Hause dann alles nach. Außerdem stehe ich total auf Frühstück: French Toast, Eier, Zerealien!

 

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