Interview Michael Steinocher

Klappe, die zweite: Die ORF-Serie "CopStories" ist so erfolgreich, dass jetzt die zweite Staffel gedreht wird. Mit dabei ist wieder MICHAEL ­STEINOCHER (29), in dem mehr Polizist steckt, als man ahnt.

Es ist gar nicht so leicht, ein Interview mit dir zu machen. Wenn man nach dir recherchiert, findet man nichts Persönliches. Woran liegt's?
Ich bin halt keiner, der sich vordrängt, wenn Journalisten ans Set kommen. Und ich möchte Job und Privatleben schon ganz gerne trennen. Es muss ja nicht jeder alles von mir wissen. Ein paar Geheimnisse sind ganz gut (grinst).

Du hast mit 14 in der Kinderserie Die Knickerbocker-­Bande angefangen. War dir damals schon bewusst, dass du Schauspieler werden willst?
Nein, überhaupt nicht. Ich habe zwei Schwestern, und eine war ein gro­ßer Knickerbocker-Bande-Fan. Irgendwann las meine Mutter in der Zeitung von einem Casting und meinte zu ihr: „Da kannst hingehen und ein Knickerbocker werden!" Weil ich damals so viel zu Hause herumgehockt bin, hat meine Mutter mich mitgenommen, obwohl ich eigentlich nicht wollte. Aber das Casting war dann so cool. In der Schule­ war's oft so, dass die Leute sagten: „Michi, komm runter!" Aber beim Casting sollte ich total aufdrehen, da hieß es nur: „Gib mehr!" Das war echt toll.

Michael Steinocher


Auf der einen Seite hast du den Horrorthriller In 3 Tagen bist du tot gemacht, auf der anderen opulente Kostümdramen wie Isenhart oder Das Vermächtnis der Wanderhure. Was liegt dir mehr?

Das ist schwer zu beantworten, weil ich alle Rollen toll fand. Was mir aber noch nicht so liegt, und das hat man ja auch gehört, ist Hochdeutsch (lacht). Ansonsten steh ich auf Vielfalt bei Filmen und bin froh, dass ich so viele verschiedene Sachen gemacht habe. Ich will in keine Schublade gesteckt werden. Das war früher so, als ich nach Die Knickerbocker-Bande für Dolce Vita gedreht habe. Da hab ich den Freund ge­spielt, der ein bisserl knutscht am Set, aber dann nach Hause fährt (lacht). Das hat sich jetzt gewandelt, in letzter Zeit hatte ich viele brutale Rollen. Das muss ich zwar auch nicht immer haben, aber Actionrollen ­taugen mir!

Die hast du ja jetzt bei CopStories ...

Stimmt. Ich spiele Sylvester, einen guter Bullen, der sehr emotional und noch jung ist. Ich spiele ihn jünger, als ich bin, deshalb muss ich mich auch jeden Tag rasieren. Im Gegensatz zu Das Vermächtnis der Wanderhure - da hab ich mir ein halbes Jahr lang den Bart wachsen lassen, damit er am Ende so aussah (lacht).

Michael Steinocher mit miss-Stv. Chefredakteurin Jasmin Kreulitsch


Wie viel Bulle steckt denn jetzt in dir?

Viel. Wir haben uns richtig auf unsere Rollen vorbereitet, mit der Polizei gearbeitet und viele Situationen nachgestellt. Das war echt cool. Meine Schwester und mein Schwager sind auch bei der Polizei, also hatte ich bereits vorher einen Einblick - und weiß schon lange, dass das ganz normale Menschen sind und keine uniformierten Trottel (lacht). Die Polizisten, die ich kennengelernt habe, waren alle super. Die sagen mir eh immer: „Wenn's mit der Schauspielerei nix wird, kumm zu uns, mir nehmen di!"
Wenn du mit Leuten wie Veronica Ferres drehst, wie gehst du an die Arbeit heran? Entspannt oder ehrfürchtig? Das sind ja auch nur Menschen - nur, dass sie halt viele leiwande Produktionen gemacht haben. Im Grunde gehe ich auf jeden gleich zu. Und dann sehe ich eh, ob das jemand ist, der sehr viel von sich hält oder eh mit mir redet (grinst).

Wenn du dir einen Schauspieler als Coach aussuchen könntest, wen würdest du wählen?
Ich stehe total auf Ashton Kutcher. Oder ­Johnny Depp, der ist ein echtes Genie. Von dem würde ich gerne lernen.
Und wenn du dir eine Rolle auf den Leib schreiben dürfest? So was wie Mr. und Mrs. Smith: viel Action und ein bisserl Romantik. Und Humor muss auch dabei sein. Ich liebe es, wenn Leute lachen oder ich sie zum ­Lachen bringe!

 

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