Interview Larissa Marolt

Da schau her: „Austria’s next Topmodel“ und miss-Coverstar Larissa Marolt mutierte übers Wochenende in der Sendung „Ich bin ein Star – holt mich hier raus!“ zur TV-Zicke 2014. Gar nicht zickig war die Kärntnerin hingegen, als wir sie im August am Klopeinersee zum Interview trafen.

Hallo Larissa, stimmt das Gerücht, dass du endgültig zurück in Österreich bist?

Larissa Marolt: Nein. Die Leute schreiben und reden zwar darüber, aber fragen nicht bei mir nach. Das Gerücht muss ich echt aus der Welt schaffen, vielleicht schafft das die miss (lacht). Ich habe in New York Fuß gefasst und werde auch bleiben. Ich hab die Schauspielschule absolviert und Verträge mit zwei Agenturen abgeschlossen, einer in New York, einer in Los Angeles. Natürlich komme ich immer wieder für Projekte nach Österreich und Deutschland. Im Sommer habe ich mit Marjan Shaki den Film Rise Up gedreht, der kommt im März ins Kino.


Welche Rolle spielst du?

Larissa Marolt: Das böse Luder. Also eh nichts Neues (lacht). Ich glaube, auf den Tag, an dem ich für eine Rolle eine Prinzessinnenkrone aufsetzen kann, muss ich lange warten. Das ist halt mein Image (grinst).


Stört dich das?

Larissa Marolt: Nein. Ich bin so oder so glücklich. Jemanden Bösen zu spielen hat für mich sowieso mehr Reiz, als ein Engerl darzustellen. Solange ich arbeiten kann, darf ich mich nicht beschweren.


Wie oft wirst du mit deiner Topmodel-Vergangenheit konfrontiert?

Larissa Marolt: Ich merke momentan wieder, dass die Leute mich erkennen. Ob am Klopeiner See oder in Klagenfurt, immer heißt es: „Das ist die von Topmodel!" Und das ist nicht immer nett gemeint. Früher war ich stolz darauf, aber man wird halt immer darauf reduziert. Deshalb bin ich gerne in Amerika. Da geht's um das, was ich tue, und nicht um das, was ich getan habe.


Wissen die Leute in New York über deine Vergangenheit Bescheid?

Larissa Marolt: In Amerika bauen wir ein anderes Image auf. Mehr rockig, mehr edgy.

Larissa Marolt im Interview mit miss-stv. Chefredakteurin Jasmin Kreulitsch


Wie gehst du damit um, wenn die Leute sagen: „Die macht ja eh nichts?"

Larissa Marolt: Das ist lustig, denn in Amerika fragt dich keiner, was du machst. Du tust es einfach. In Österreich gibt es mehr Neider. Nur weil die Leute nicht wissen, was ich mache, heißt das nicht, dass ich nichts mache. Ich habe die Lee-Strasberg-Schule beendet, bin bei zwei Agenturen unter Vertrag, habe Modelaufträge, drehe Independent-Filme, habe für ein Nachrichtenjournal als Sprecherin gearbeitet - und, und, und. Aber die Leute sollen mich ruhig weiter kritisieren. Ich bin ja in Amerika und hör's nicht (lacht).


Wie war die erste Zeit in New York?

Larissa Marolt: Schwierig. Mich kannte keine Sau (grinst), ich kannte niemanden. Ich musste von null auf alles aufbauen. Es ist auch schwer, einen Vertrag mit einer amerikanischen Agentur abzuschließen, weil sie ein Arbeitsvisum stellen müssen. Und es gibt so viele Mädels, eines schöner als das andere. Ich sehe bei einem Casting zehn Mädchen, die schöner, größer und dünner sind als ich. Das kratzt am Ego. Ich kann mich an meine erste Woche erinnern, nachdem ich bei den Agenturen unterschrieben hatte. Das war die schlimmste Woche meines Lebens. Ich hab das erste Mal gemerkt, was Konkurrenzkampf wirklich bedeutet.


Modeln oder schauspielern, wie sieht deine Zukunft aus?

Larissa Marolt: Der Fokus liegt auf der Schauspielerei. Aber das braucht halt. Gerade als europäisches Mädchen, das einen Akzent hat, ist es schwer. Ein Agent sagte zu mir: ‚Arbeite an deinem Akzent, sodass du ihn kontrollieren kannst, und mach so viele Independent-Sachen, wie du nur kannst." Deshalb nehme ich Sprechunterricht und drehe Independent-Filme, die zu Festivals geschickt werden. Je mehr, desto besser. Weil man an jedem Film lernt. Und irgendwann wird's passen.


Du hast ja jetzt auch einen Freund in New York ...

Larissa Marolt: Ja. Er ist ein Künstler, das passt ganz gut. Aber ich bin halt ein Freigeist. Mein Freund wollte, dass wir zusammenziehen, aber das ist mir zu früh. Ich komme und gehe, wie ich will (grinst).


Wie haben deine Eltern reagiert, als sie gehört haben, dass er 25 Jahre älter ist?

Larissa Marolt: Meine Eltern sind alles von mir gewöhnt (lacht). Aufgeregt haben sie sich nicht. Sie sind froh, dass ich glücklich bin. Ich bin auch sehr wählerisch und war lange Single. Wenn ich mal einen Freund habe, heißt das echt was. Ich bin eher so, dass ich mich auf meinen Job konzentriere und Gefühle nicht zulasse. Aber Liebe kann man halt nicht bestimmen. Und jetzt sind wir über ein Jahr zusammen.


Vermisst du deine Familie, wenn du in den USA bist?

Larissa Marolt: Und wie. Das ist das Opfer, das ich bringen muss. Das bricht mir das Herz. Ich bin ja ein totaler Familienmensch. Bei jedem Abschied fließen Tränen.


Kennst du dich zwangsläufig mit Mode aus, weil du modelst?

Larissa Marolt: Wenn du nach Stylingtipps suchst, solltest du lieber jemanden anderen fragen (grinst). Meine Eltern genieren sich oft, wie ich rumlaufe (lacht). Da erkennst du mich nicht mal. Ich bin halt keine, die sich in Zeitschriften nach Trends umschaut. Aber ich weiß, wie ich bei Castings auftrete. Wenn ich die ganze Woche von Casting zu Casting laufe, muss ich mich schon präsentieren. Aber privat will ich nur im Jogger oder in Jeans rumlaufen.


Wie gehst du zu Castings?

Larissa Marolt: Mit hohen Schuhen. Und körperbetont. Es hängt auch vom Casting ab. Man weiß ja vorher, um welche Marke es geht. Ist es eine junge Rock-Brand, dann rockig, ist es ein edles Label, dann halt klassisch. Ich hab mittlerweile gelernt, wie ich mich präsentieren muss. Aber privat muss es gemütlich sein. Mein Freund liebt mich auch im Jogger (grinst).



Larissa Marolt bei "Ich bin ein Star - holt mich hier raus! -> ihre besten Bilder

 

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