Interview Jennifer Lawrence

Ausnahmetalent Jennifer Lawrence hat keine Lust auf Kompromisse. Mit uns sprach sie über Freunde, Fernsehshows und den Figurwahn in Hollywood.

Was hat sich verändert, seit du deinen ersten Oscar gewonnen hast?

Meine Freunde, meine Familie und ich, das ist alles gleich geblieben.

Hat der Oscar die Wahl deiner Rollen verändert?

Es hat meine Perspektive auf Filme absolut nicht verändert, weil ich nie eine Rolle für einen anderen Grund annehme, als dass ich sie spielen will.

Es gab viele Aftershowpartys und Pressetermine für dich. Wie viel hast du geschlafen?

Ich bin oft früh ins Bett gegangen. Ich gehe nicht wirklich zu solchen Terminen. Ich habe mal versucht, auf eine Aftershowparty zu gehen, aber es war echt miserabel, also bin ich nach Hause gegangen und habe mir eine Pizza bestellt (lacht).

Warum miserabel?

Ich meine nicht miserabel. Es war einfach anstrengend. Einer jener Abende, wo es egal ist, wie großartig etwas ist, es ist einfach anstrengend, dazu war ich krank und hatte diese Stimmung, wie wenn man an seinem Geburtstag verheult ist und innerlich schreit: „Ich will nicht müde sein, ich will nicht krank sein, ich will mich toll fühlen!" (grinst)

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Letztes Jahr hast du gesagt, dass du am liebsten zu Hause bist und Reality-TV schaust. Hat sich das geändert und du hast ein neues Hobby?

Nein, nicht wirklich (lacht).

Also sitzt du nach einem langen Tag noch immer auf der Couch?

Klar. Und Lesen ist meine Lieblingsbeschäftigung, wenn ich arbeite. Ich kann während einem Filmdreh fünf Bücher lesen. Es ist perfekt, wenn's Stillstand gibt beim Drehen. Und wenn ich dann nach Hause komme, schaue ich fern.

Das beste Buch, das du kürzlich gelesen hast?

Jenseits von Eden. Meine Freundin hatte mir davon erzählt. Jedes Gespräch, das wir führen, endete mit ihrem Satz: „Das ist wie in Jenseits von Eden!" Es war echt umwerfend. Kennst du das, wenn du ein Buch liest und beleidigt bist, wenn du es ausgelesen hast? Wenn du eine Show magst, dann läuft die immer und immer weiter, bis du sie nicht mehr sehen willst. Bei Büchern ist das aber nicht so. Die sind einfach vorbei.

Du hast mal gesagt, dass du gerne Autorin wärst ...

Ich würde gerne total viele Sachen machen, zu denen ich eigentlich nicht fähig bin (lacht).


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Du wirkst sehr geerdet. Kommt das von deinen Eltern?

Ich will nicht all das Lob meinen Eltern überlassen (lacht). Doch ja, ich habe eine tolle Familie. Und es ist letztlich nur ein Job, also muss ich mich nicht anders verhalten. Aber vielleicht trifft es mich eines Tages doch und ich werde denken: „Oh, ich sollte damit anfangen, ein Arschloch zu sein!" (grinst)


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Ist dir aufgefallen, dass die Leute um dich damit anfangen, sich mehr für dich zu interessieren?

Nein, ich habe eine gute Gruppe von Menschen um mich herum. Mit meinem Agenten arbeite ich, seit ich 17 bin, meine Assistentin ist meine beste Freundin. Wir sind gerne zusammen und tun das, was Leute in unserem Alter eben tun. Mit Freunden abhängen. Und wenn ich ihr sage, sie soll das Geschirr wegräumen, dann sagt sie mir, dass ich sie mal kann (lacht).


Wie schaffst du es, mit deinen Freunden in Verbindung zu bleiben?

Das geht. Vor allem habe ich damit aufgehört, mich schuldig zu fühlen. Diese Art von Schuld, wo du denkst: „Aaah, ich sollte ja mit der und der abhängen" oder „Ich sollte die und die sehen".

InlineBild (fb0b9dfd)Du bist ein Vorbild für Frauen und erwähnst Pizza, was viele andere nicht tun. Wirst du nicht verrückt, wenn du Bilder von diesen dünnen Frauen in Zeitschriften siehst?

Nein. Ich denke ganz einfach: „Ich könnte genauso aussehen, aber dann dürfte ich keine Pizza mehr essen!" Ich glaube, es ist besser, wenn man realistisch mit seinem Körper ist. Es hat nun mal jeder einen anderen Körpertyp. Ich mache Sport, wenn ich kann. Aber ich versuche nicht, meinen Körper zu etwas zu machen, was er nicht ist. Ich werde immer Brüste und einen Arsch haben. Wenn ich das ändern wollen würde, wäre ich immer hungrig. Und das ist lächerlich.

Ist dir bewusst, dass du für viele ein Vorbild bist?

Absolut. Aber die Medien zeigen uns diese photogeshopten Victoria's-Secret-Models im Fernsehen, und ich denke nur: „Hau ab aus meinem Bildschirm!" Ich meine, was sollen wir mit so einer Botschaft anfangen? Erwarten Männer so was? Wenn das so ist, haben wir alle ein Problem. Und es ist so unrealistisch! Die Industrie muss endlich Verantwortung übernehmen - für den Effekt, den ihr Handeln auf die Gesellschaft hat, und für die hohen Erwartungen an Frauen. Und überhaupt: diese Frauen, die haben Zugang zu jeder Art von Personal Training! Klar, ich kann für einen Monat eine Diät und Sport machen, und das sieht man dann. Aber so sehe ich nicht aus, wenn ich Pizza esse und mich entspanne!


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