Interview Georgia May Jagger

Her papa is a Rolling Stone: GEORGIA MAY JAGGER (21) hat die Rockstar-Gene in die Wiege gelegt bekommen. Doch im Gegensatz zu anderen Nachwuchsstars ruht sie sich nicht darauf aus, berühmte Eltern zu haben.

Sie steht zwar für den Begriff Rock-Adel, aber Georgia May Jagger wirkt überraschend bodenständig, als sie zugibt, hoch nervös zu sein, wenn sie auf den Catwalk geht. Die Bezeichnung Rock-Adel mag hochgestochen klingen, aber wenn dein Vater als Rolling Stones-Ikone und deine Mutter als berühmtestes Model der 70er-Jahre gilt, hat man diesen Titel verdient. Wir treffen Georgia May Jagger im Rahmen der Mailänder Fashion Week.


Georgia, wie geht's dir?

In den letzten Tagen war ich so nervös! Es ist nervenzerreißend. Vor allem in Mailand, wo alle Mädchen 1,80 Meter groß sind. Doch Gott sei Dank habe ich meine Freundin Cara Delevingne hier, die gleich groß ist wie ich ist. Kate Moss hat auch unsere Größe. Wir sind durch und durch kleine Mädchen (lacht).

Aber du bist ja nicht nur auf dem Laufsteg ...

Stimmt. Ich mache total gerne Beauty-Kampagnen, eben weil ich nicht so groß bin wie die anderen. Ich glaube, dass ich darin besser bin. Aber natürlich genieße ich die Fashionshows, weil ich Interviews gebe und auf Partys gehe. Das Drumherum ist auch nett: Mit den anderen zusammen sein, backstage abzuhängen, es ist immer lustig!

Georgia May Jagger

Was sagt deine Familie über deine Karriere?

Meine Mutter liebt es, dass ich in ihre Fußstapfen getreten bin! Sie steht darauf, alles zu kopieren, wo ich zu sehen bin, es ist so süß! Sie druckt meine Kampagnen aus, rahmt sie und hängt sie an die Wand.
Ich nehme die dann aber ab. Mir ist das peinlich, aber hey, sie ist halt eine Mutter (grinst).

Wie beurteilst du denn die Modelszene?

Die Modeindustrie erinnert mich an die Zeit, als meine Mutter jünger war. Die Mädchen sind Supermodels, sie tun, was sie wollen und haben eine Persönlichkeit. Ich mag Persönlichkeiten.
Ein besonderes Gesicht prägt sich mehr ein als solche, die gleich aussehen.

Hat es dir geholfen, berühmte Eltern zu haben?

In der Öffentlichkeit aufzuwachsen, hat mich natürlich ein bisschen mehr darauf vorbereitet als andere, die einfach so ins Mode-Business geworfen wurden. Ich weiß, wie die Dinge laufen.

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Georgia May Jagger

Was ist der Nachteil?

Neulich hab ich gelesen, dass ich mit Cara zusammenziehe. Das stimmt nicht. Es ist nicht lustig, unwahre Geschichten in der Presse zu lesen. Natürlich ist so was nicht das Schlimmste, doch ich hab das Gefühl, es geht bergab mit der Presse, wenn es eine Schlagzeile ist, dass ein Star ein Sandwich isst (lacht).

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Wie anstrengend ist dein Alltag?

Selbst wenn ich nicht auf Partys gehe, ist es hart. Du machst einen Job fertig und bist unterwegs zum nächsten. Und ich mache es nicht mal wie andere Mädchen, die alle Shows laufen. Jeder erwartet, dass du als Model immer perfekt aussiehst, aber du gehst um drei Uhr ins Bett und stehst um sechs wieder auf!

Wie geht's weiter mit dir?

Wenn ich modeln kann, bin ich glücklich, also werde ich es tun, solange ich es kann. Aktuell genieße ich es, im Moment zu leben. Die Leute fragen mich oft, was ich in zehn Jahren machen werde, doch ich will nicht darüber nachdenken, wie es ist, 31 zu sein. Ich schaffe es
gerade mal, mich daran zu erinnern, wann ich morgen aufstehen muss (lacht).

Aber du hast doch sicher Ideen?

Ich habe keinen Plan, was ich in Zukunft machen werde. Ich hoffe, dass ich mehr fotografieren kann. Bisher hatte ich zu wenig Zeit dafür, weil ich so viel reise.

Magst du das viele Reisen?

Als Kind wurde ich auf Tour groß. Wir waren ständig unterwegs, und ich sagte meinen Eltern oft, dass ich nach Hause will. Aber wenn mir langweilig ist, rufe ich meinen Agenten an und frage: „Wie kommt es, dass ich nirgendwo hinfliege?" Ja, ich mag diesen Aspekt meines Jobs. Manchmal kaufe ich auf Reisen Tücher und werfe die über die Möbel, damit es sich nach einem Zuhause anfühlt. Ich mache dann absichtlich Unordnung, damit es mehr nach meinem Zimmer aussieht (lacht).

 

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