Instagram verbietet Schönheits-OP-Filter

Seit Jahren wird Instagram vorgeworfen, unrealistische Schönheitsideale zu vermitteln und der psychischen Gesundheit von Nutzer*innen zu schaden. Nun geht die Plattform dagegen vor.

Frau macht Selfie

"Ein Haufen lustig blinkender Herzchen hier, ein paar Katzenohren da…oder…wow! Ich kann mich ja auch in ein Einhorn verwandeln!" Die Auswahl an verrückten Filtern auf Instagram und Snapchat scheint schier unendlich. Sich für ein Selfie mal ein paar Sekunden in eine Moorleiche zu verwandeln kann ja ganz witzig sein, klar – wenn junge Menschen sich aber lieber nur noch im Filter betrachten, wird’s problematisch.

Mit einem Wisch zum Stupsnäschen

Unter der riesigen Menge an Filtern fand man bis vor kurzem nämlich auch noch die Art von Instagram-Filtern, die unser Gesicht so aussehen lässt, als wäre es schönheitsoperiert. Man stelle sich vor: winzige Stupsnasen, hohe, prominente Wangenknochen und angehobene Augenbrauen – teilweise auch noch mit aufgemalten Markierungen wie sie bei Schönheits-OPs üblich sind. Während manche dieser Beauty-OP-Filter plastische Chirurgie zwar eher negativ darstellen, zum Beispiel mit viel zu übertriebenen Veränderungen, versuchen andere das Gesicht der User etwas unauffälliger zu "perfektionieren“.

Instagram will Nutzer*innen positives Erlebnis bieten

Nun soll mit alldem allerdings Schluss sein: Instagram hat entschieden, derartige Filter nicht mehr auf seiner Plattform zur Verfügung zu stellen. Die Begründung? Untersuchungen haben ergeben, dass Filter, die das Gesicht verändern, dazu führen können, dass sich Menschen bezüglich ihres Aussehens schlechter fühlen. Instagram teilte mit, seinen Nutzer*innen ein positives Erlebnis bieten und (mentale) Gesundheit fördern zu wollen.

Fürs Schönheitsideal unter’s Messer

Vor nicht allzu langer Zeit kam bereits der Begriff "Snapchat Dysmporphia" auf, womit gemeint ist, dass Menschen aussehen wollen, wie ihr "gefiltertes Ich" – und dafür teilweise sogar so drastische Maßnahmen wie plastische Chirurgie in Kauf nehmen. Dr. Neelan Vashi, Direktor des Boston University Cosmetic and Laser Centre, erklärte gegenüber dem Independent, dass insbesondere junge Leute, die unter Dysmorphophobie leiden (Menschen fühlen sich hässlich oder entstellt, obwohl sie objektiv gar keine auffälligen Makel haben), von Beauty-Filtern beeinflusst werden, da sie das Gesehene noch mehr internalisieren.

 

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