Instagram-Account macht auf Doppelmoral von Social Media-Zensur aufmerksam

Wetten, ihr könnt nicht erraten, ob es sich um männliche oder weibliche Brustwarzen handelt?

Achtung: Wer keine Lust hat, ganz viele Nahaufnahmen von Brustwarzen zu sehen - sowohl männlich als auch weiblich - der scrollt besser nicht weiter.

Alle haben Nippel - aber nicht alle dürfen sie zeigen. Seit jeher fährt Facebook und Instagram eine völlig andere Strategie was die Zensur von männlichen und weiblichen Brustwarzen betrifft. Erst seit feministischer Aktivismus zu einer Lockerung der Richtlinien geführt hat, dürfen stillende Mütter oder von einer Masektomie betroffene Frauen gezeigt werden.

Das Problem an der Sache: Die Tatsache, dass weibliche Brustwarzen unverzüglich gelöscht werden, vermittelt dass weibliche Brüste von Natur aus sexualisiert sind, obszön, und dass sie politisch reglementiert werden müssen. Ein weiteres Problem: Von der Renaissance bis zu feministischer Fotografie oder Brustkrebsvorsorge, gibt es jede Menge barbusige Kunst, die es verdient hat, gesehen zu werden.

Um genau diese Doppelmoral anzuprangern, haben sich drei Studierende zusammengetan und den Instagram-Account "Genderless Nipples" also "geschlechterfreie Brustwarzen" zu kreieren. Das Konzept: Es werden Nahaufnahmen von Brustwarzen gepostet, und wenn Instagram die weiblichen zensieren möchte, muss das Portal erst mal herausfinden, welche von Männern und welche von Frauen stammen. Und das ist gar nicht so leicht!

Die "Huffington Post" hat mit den Betreibern des Instagram-Accounts gesprochen, und die drei gaben an, dass unter anderem Donald Trumps Sieg sie zu der Aktion inspiriert hat. "Während des Wahlkampfes sind so viele schlimme Dinge von den Kandidaten und ihren Unterstützern gesagt worden, über Frauenrechte und Geschlechtergerechtigkeit. Und wir wollten ein Zeichen in die richtige Richtung setzen. Und wo kann man besser anfangen, als Ungerechtigkeiten in Social Media aufzudecken?"

Die Nippelzensur ist eine im Alltag sehr manifestierte Art des Sexismus. Anfangs haben Freunde der GründerInnen Bilder von ihren Nippeln gespendet, mittlerweile schicken auch anonyme Menschen Fotos ein.

Die Drei sind sich einig, dass sich Geschlechterverhältnisse ändern und auch Instagram endlich aufwachen muss . "Egal welches Geschlecht man hat, alle sollten gleich behandelt werden. Wir sind nicht gegen alle Regeln, aber wir finden, es sollten die gleichen Regeln für alle gelten. Die Gesellschaft ändert sich und es ist Zeit, dass die Regeln diese Entwicklungen reflektieren."

Oder, etwas einfacher ausgedrückt, wie in ihrer Insta-Bio schreiben: "Es sind nur Nippel! Und wir lieben sie!"

Wenn auch ihr den einen oder anderen Nippel einsenden wollte, bitte schickt ihn an: genderlessnipples@gmail.com.

Das ursprüngliche Konto wurde gelöscht, aber es ist jetzt unter der Adresse: @genderless_nipples wieder verfügbar.

 

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