Infos und Fakten zum Thema Vaterschaftstest

Heinz Robathin ist Rechtsanwalt in Wien. Er vertritt Väter in Abstammungsverfahren wie Vaterschaftsanerkennung oder -bestreitung und gibt Auskunft über rechtliche Rahmenbedingungen zu Vaterschaftstests.

Gründe

Am häufigsten werden Tests aus finanziellen Gründen angestrebt. Eine Vaterschaft verpflichtet zu Unterhaltszahlungen und berechtigt das Kind zur Erbschaft.

Heimliche Tests

In Österreich kann derzeit ein privater Test, anders als in Deutschland oder der Schweiz, ohne den Nachweis eines berechtigten Zweifels in Auftrag gegeben werden. Die Zustimmung der Mutter ist bei geteilter Obsorge nicht erforderlich.

Kinderrechte

Die Fähigkeit eines Minderjährigen in Abstammungsangelegenheiten rechtswirksam zu handeln, knüpft an dessen Einsichts- und Urteilsfähigkeit an. Diese wird bei Minderjährigen ab dem vollendeten 14. Lebensjahr vermutet. Liegt diese vor, können nicht Eigenberechtigte selbst tätig werden, allerdings nur mit Zustimmung ihres gesetzlichen Vertreters. Dieser darf nur mit Einwilligung des Kindes handeln.

Mitwirkungspflicht

Im Rahmen eines Abstammungsverfahrens haben alle Beteiligten die Pflicht, bei der Klärung der leiblichen Vaterschaft mitzuwirken. Die Parteien unterliegen der Wahrheitspflicht.

Schein- & Zahlväter

Viele Scheinväter wollen wider besseres Wissen sogenannte Zahlväter bleiben. Sie übernehmen aus persönlichen Gründen Unterhaltszahlungen anstelle des leiblichen Vaters.

Konsequenzen für die Mutter

Eine absichtliche Täuschung der Frau gegenüber dem Scheinvater kann zivil- und strafrechtliche Konsequenzen haben. Der Scheinvater kann gegenüber der Mutter Schadenersatzansprüche geltend machen.

Familienmitglieder

Ein Vaterschaftstest wird häufig auch von den Großeltern angeregt. Es kommt auch vor, dass der biologische Vater den Scheinvater kontaktiert.

 

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