Immer häufiger wird schon bei Kindern Burn-out diagnostiziert

Das Leistungsprinzip hat unsere Kinder erreicht. Bei drei Prozent der Kinder und Jugendlichen wird mittlerweile Burn-out festgestellt. Kinder- und Jugendpsychiater Dr. Michael Schulte-Markwort hält in seinem neuen Buch "Burnout Kids" fest, woran es liegt und wie man dagegen angeht.

Kinder übernehmen heutzutage schon früh Verantwortung und sind es gewohnt, in Entscheidungen miteinbezogen zu werden. Sie versuchen, so gut wie möglich den Schulanforderungen gerecht zu werden. Eltern wiederum versuchen, ihnen zusätzlich noch sportliche oder musikalische Förderung zukommen zu lassen. Noch nie haben sich Eltern so viel um ihre Kinder gekümmert wie heute. Das kostet die Eltern natürlich auch wieder Zeit und Nerven, was sie aber gerne machen, da sie ihren Kindern den Weg so gut wie möglich für eine gute Zukunft ebnen wollen. Eltern übersehen dabei häufig, dass sowohl Schule als auch Freizeitbeschäftigungen für Kinder wie Arbeit ist, da sie versuchen das auch alles so gut wie möglich hinzubekommen.

Auch zu hohe Erwartungen der Eltern an das Kind und das schnellere Lebenstempo durch den Einsatz von mehr Technik im Alltag können zur Belastung für die Kids werden. Zusätzlich bekommen Kinder und Jugendliche sehr wohl auch mit, dass ihre Zukunft alles andere als gesichert ist. Denn auch ökonomische Faktoren wie Staatsschulden, steigende Arbeitslosigkeit und ungewisse Pensionsszenarien können sehr wohl auch Faktoren sein, die Stress auslösen.

Wie sich ein Burn-out äußern kann

Nicht jedes Kind wird mit diesen erhöhten Anforderungen fertig, was in einem Burn-out enden kann. Dieses äußert sich durch folgende Symptome:

  • Gedrückte Stimmung
  • Antriebslosigkeit
  • Verlust der Interessen
  • Verminderte Konzentrationsfähigkeit
  • Psychosomatische Beschwerden wie Kopf-, Bauch- oder Rückenschmerzen
  • Schlafstörungen
  • Verringerter Appetit
  • Schuldgefühle
  • Pessimistische Grundstimmung
  • Selbstmordgedanken

Was tun bei Burn-out?

Besteht die Möglichkeit eines Burnouts, sollten Eltern sich auf jeden Fall Hilfe holen. Ein Kinder- und Jugendpsychiater kann sich dann einen Überblick schaffen, wie man dem Kind Erleichterung verschafft und ob dieses eher auf medikamentöse Behandlungen anspricht oder ob eine Gesprächstherapie sinnvoll ist. Vorsicht: Da Burn-out bei Kindern eine noch nicht so verbreitete Diagnose ist und auch eine Ähnlichkeit zu bestimmten Phobien besteht, kann es sein, dass die richtige Diagnose und die richtige Therapie erst über Umwege erfolgt.

Burnout Kids

Das Buch

Burnout Kids, von Michael Schulte-Markwort, Pattloch-Verlag, um € 20,60.

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