Imagine Dragons

Mit Video & Hörproben! Mit "It's Time" avanciert die Band aus Las Vegas derzeit zum Radio-Ohrwurm, doch wer an ein One-Hit-Wonder glaubt, der hat sich getäuscht! Im Interview mit Sänger Dan Reynolds blicken wir hinter die Geschichte der Indie-Pop-Band.

Kaum zu glauben, dass sich Imagine Dragons aus Las Vegas noch vor kurzem von billigem Fast Food wie Ramen und Burger ernährt haben, um ihren Traum als Musiker leben zu können. Die vier Männer Mitte 20 hatten nie fixe Jobs und schafften nun mit "It's Time" einen Überraschungshit, das Debütalbum "Night Visions" wird am 1. Februar veröffentlicht. Vor allem Sänger Dan Reynolds (im Bild: Zweiter von links) liegt viel an diesem Song. Im Interview mit dem 25-Jährigen erzählt er mehr dazu - auch von seiner Rolle als Jungvater und welches Geheimnis die Band noch länger hüten will. Übrigens spielen Imagine Dragons am 26. April im Wiener Flex ihr erstes Österreich-Konzert!

Wie geht es euch gerade mit dem überraschenden Erfolg?

Dan Reynolds: Es ist wunderbar! Davon haben wir geträumt seit wir Teenager waren: viel reisen, unsere eigene Musik spielen - wir sind sehr dankbar für das, was wir gerade erleben. Es ist schon ein kleiner Schock und es war ein verrücktes Jahr, aber wenn man als Band seit vier Jahren nur Musik im Kopf hat, dann freut es einen, wenn man eines Tages die Früchte der Arbeit ernten kann.

Wie kam es eigentlich zur Bandgründung?

Ich habe schon immer Musik gemacht und habe von einem Freund einen Freund empfohlen bekommen, der gut Gitarre spielen kann und damals gerade seinen Abschluss am Berkley College of Music in Boston gemacht hatte. Der wiederum schlug mir zwei Mitstudierende vor, wir trafen uns, machten zusammen Musik - und alle drei zogen dann nach Las Vegas, meiner Heimatstadt. Das war der Beginn unserer Band.

Kannst du dich an euer erstes Konzert erinnern?

Oh ja, das war erst vier Tage, nachdem wir die Band gegründet hatten! Wir hatten zu dem Zeitpunkt schon viele eigene Songs geschrieben, übrigens haben es ein paar Songs von damals auf unser erstes Album geschafft. ??Es waren sehr wenige Zuschauer das, aber es hat Spaß gemacht. Der Club in Las Vegas, in dem wir aufgetreten sind, wurde übrigens im Nachhinein wegen einer Schießerei geschlossen...


In einem Interview hast du gesagt "Las Vegas ist ein Bootcamp für Performer", weil man in der Masse der Entertainment-Stadt herausstechen muss...

Las Vegas ist der perfekte Ort für eine Band ,um international bekannt zu werden, ohne gleich einen Plattenvertrag haben zu müssen. Menschen aus aller Welt kommen hier her und wenn wir in Casinos gespielt haben, haben wir z.B. JapanerInnen unsere CD verkauft, die diese wiederum mit in ihre Heimat genommen und dort verbreitet haben - quasi gratis Mundpropaganda. Es hat auch unserer Entwicklung als Band geholfen, denn unsere größten Konkurrenten waren die Spielautomaten - wir mussten besseren Sound machen als sie (lacht).


The Killers oder Panic at the Disco! kommen auch aus Las Vegas: Kennt man sich untereinander in der Bandszene?

Man kommt vom gleichen Ort und teilt die Leidenschaft für Musik. Ich kannte sie schon bevor sie bekannt waren, jedoch bin ich ehrlich gesagt mit keinem ganz eng befreundet. Wir mögen uns und jeder geht seinen eigenen Weg.


Welcher Song auf eurem Debütalbum "Night Visions" bedeutet dir am meisten?

Hmm...es kommt auf meine Stimmung an. Der Song "It's Time" beschreibt aber wohl am besten, was wir gerade erleben. Es ist der Beginn von etwas Neuem, wir warten seit vier Jahren auf den Erfolg und wollen uns immer an unseren Wurzeln erinnern und treu bleiben. Ich hab den Song damals geschrieben, als ich an einem Punkt angelangt war, entweder alles für die Musik zu geben oder sie aufzugeben.


In dem Song "On The Top Of The World" singst du darüber, dass du hättest aufgeben können, aber dass du das nicht kannst, weil du schon soweit gegangen bist. Kannst du uns mehr dazu sagen?

Musiker zu sein ist definitiv eine riskante Karriere. Für meine Mutter war es wahrscheinlich der schlimmste Albtraum, dass ich in einer Rockband sein wollte. Rumzureisen und dabei gut Geld zu verdienen - viele Leute haben schon dabei versagt. Natürlich ist es riskant, aber am Ende des Tages bleibt mir nichts anderes zu tun: Musik war immer schon das einzige, was ich getan habe, und ich hatte auch gar keine andere Wahl. Deshalb ist es wunderbar, dass es bisher geklappt hat!

Lesen Sie weiter aus Seite 2 - u.a., was Imagine Dragons bedeutet + Hörproben des Albums!

Habt ihr alle eigentlich fixe Jobs und Musik eher als Hobby betrieben?

Nein. Wir vier haben nach dem Prinzip "Alles oder nichts" gelebt, waren anfangs sehr arm und haben alle zusammen einem sehr kleinen Haus in Las Vegas gewohnt. Dort haben wir mindestens acht Stunden am Tag als Band geprobt und von dem wenigen Geld gelebt. Diese Zeit hat uns definitiv zusammengeschweißt und wir schätzen wohl deshalb heute umso mehr unseren Erfolg.

Ich habe gelesen, dass ihr immer viel Ramen (= japanische Nudeln) gegessen habt. Ist das für euch schon so etwas wie eine Band-Tradition?

(Lacht) Wir haben immer viel Ramen und anderes Fast Food wie Burger für 99 US-Cent gegessen. Wir können es heute nicht mehr wirklich sehen, aber damals konnten wir uns nicht viel leisten und mussten ja etwas esssen.


"Imagine Dragons" ist ein Anagram (Anm. d. Red.: ein Wort wird aus der Umstellung einzelner Buchstaben gebildet), um das ihr gerne ein Geheimnis macht. Das Wort "Ramen" würde drin vorkommen...

Vielleich, vielleicht nicht. Wir haben dieses Geheimnis seit vier Jahren für uns behalten, nicht mal unsere Mütter wissen die Antwort darauf. Es wird bestimmt irgendwann aufgelöst, doch bisher machen uns die Spekulationen viel Spaß. Ich kann nur verraten: es ist ein Ort, der uns allen etwas bedeutet.Freies HTML (d1620dba)

Welche Musik-Poster hattest du als Teenager in deinem Zimmer hängen?

Poster hatte ich nie wirklich hängen, aber ich war schon immer ein Fan von Muse, Arcade Fire, U2, den Beatles, Rolling Stones...ich kann noch mehr aufzählen (lacht).


Du hast das Musik-College abgebrochen, weil dich die Theorie nicht interessiert hat. Deine drei Bandkollegen haben ein abgeschlossenes Studium. Gibt es deshalb Diskussionen im Studio?

Nein. In aller erster Linie sind wir sehr gute Freunde, und dann Bandkollegen. Weil wir uns schon so gut kennen, gibt es bei uns gar keine Streits, egal um was es geht. Und bei der Studioarbeit sehen wir es als Vorteil, dass ich eher mit dem Ohr Musik fühle und schreibe und die anderen sich gerne mit theoretischen Kompositionsfolgen auseinandersetzen. Es ist eine gute Mischung zwischen Intuition und Wissen, wenn wir unsere Songs machen. Das ist der Sound von Imagine Dragons.


Am 26. April spielt ihr euer erstes Österreich-Konzert im Wiener Flex. Was können wir erwarten?

Zuerst muss ich sagen, dass solche Shows meine liebsten sind. Denn weder wir waren jemals in Österreich noch haben uns die ÖsterreicherInnen jemals live spielen gesehen. Wir reisen viel und treffen neue Menschen. Gerne probieren wir auch lokale Essensspezialitäten aus, wenn uns Zeit bleibt. Von den Städten selbst sehen wir bisher leider noch zu wenig.


Wie sieht es eigentlich mit der Unterstützung eurer Familien aus?

Sie sind natürliche große Fans und kommen unsere Shows besuchen, wenn es bei ihnen geht. Sie sehen, dass es harte Arbeit ist, aber unterstützen uns mit Stolz, weil sie sehen, mit welcher Leidenschaft wir an die Musik rangehen.


Du bist 25, verheiratet, seit einem Jahr Vater einer Tochter und erlebst gerade Erfolg mit deiner Band. Wie lassen sich Familie und Karriere bei dir verbinden?

(Seufzt) Es ist hart, aber ich will, dass beides klappt. Es ist wie jeder andere Job wie wenn man einfach etwas länger auf Businessreisen ist. Und ich bin froh eine eigene Familie zu haben!


Und was wäre, wenn deine Tochter mal Rockstar werden will...

...dann sage ich nein! (lacht laut). Das ist natürlich ein Scherz. Ich würde ihr sagen, dass sie bedenken soll, wieviel Arbeit es sein kann. Aber wenn sie es will und mit Leidenschaft dahintersteht, würde ich "go!" sagen und bei allem unterstützen. Es ist einfach ein verrücktes Leben, das Musikerdasein.


Perfekt wäre es bestimmt, wenn du ihr Manager wärst...

...ja, das hört sich nach einem guten Plan an!

 

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