Im Test: Make-up-Trend "Strobing"

Highlighten mit Schimmerpuder heißt jetzt "Strobing". Warum, woher der Begriff kommt und was das bringen soll verrät die WIENERIN – und macht den Selfie-Test.

Was ist eigentlich „Strobing“?

Strobing ist eine Schminktechnik, bei der das Gesicht durch gezielt gesetzte Glanzpunkte verhübscht wird. Dazu werden schimmernde Cremes oder Puder auf Wangenknochen, Nasenrücken, Augenlider usw. platziert. Die so betonten Stellen reflektieren das Licht und lassen die Haut - wenn man es richtig macht - schön, sinnlich und frisch glänzen.

Woher kommt’s?

Der Begriff kommt aus der Lichttechnik. Ein Stroboskop ist ein Blitzgerät, das in einem schnellen, regelmäßigen Rhythmus Lichtblitze abgibt, so dass normale, fließende Bewegungen wie abgehackte Einzelbilder wirken. Ein Effekt, den die meisten von uns wohl aus der Disko kennen.

Vor ein paar Jahren ist „Strobing“ erstmals im Zusammenhang mit Make-up aufgetaucht – allerdings um die sich häufenden Make-up-Hoppalas der A-Promis am Roten Teppich zu beschreiben: Nicole Kidman, Angelina Jolie, Katy Perry, Miley Cyrus – sie alle wurden mit seltsamen weißen Puderflecken im Gesicht fotografiert. Die mögliche Ursache: exzessives „Baking“ mit dem falschen Puder. Gesichtspuder mit hohem Kieselerde-Anteil (Silica) wirken bei normalem Licht hautverfeinernd und ist unsichtbar. Zu dick aufgetragen, reflektieren sie jedoch das Blitzlicht - ein Problem am Red Carpet.

Das haben wir natürlich gleich ausprobiert - die "Huch, Paparazzi"-Pose:

Puder bei Blitz

"Dem Gesicht Liebe geben"

Seit ein paar Monaten bezeichnet Strobing nun aber gewollten Glanz auf der Haut. Gallionsfigur der Technik ist die englische Make-up-Ikone Alex Box. Sie nennt den Prozess allerdings „giving love to the face“.


Was bringt’s?

Sinnlichen Glanz, "saftig" und frisch wirkende Haut sowie Lichtpunkte, die die Augen zum Strahlen bringen und die Gesichtsstruktur betonen.


Beauty-Redakteurin Lucie Knapp macht den Test:

Meine Ausgangsbasis: Haut gereinigt, eingecremt, minimal geschminkt, Puder lasse ich weg – ich will ja glänzen. Danach kommt intensiv glänzender Schimmerlidschatten (mit den Fingerspitzen getupft) auf die Oberlider, die Stirnmitte, den Nasenrücken, die Wangenknochen, den Oberlippenrand und die Kinnmitte – also auf alle erhöhten, glatten Stellen. Raue, faltige, großporige oder behaarte Hautstellen sollte man so nicht highlighten, da die Hautstruktur nur zusätzlich betont werden würde. Das fällt mir auf meiner Stirn auf, denn meine leichten Stirnrunzelfalten sieht man normalerweise nicht so arg. Danach die Kanten gut verblenden und ich bin zufrieden. Sieht hübsch aus! Dezent und schön.

strobing vorher nachher

Fazit:

Erkenntnis 1: Mit dem richtigen Produkt kann man fast nichts falsch machen. Egal ob Creme, Gel oder Puder, wichtig ist, dass die Schimmerpartikel so fein wie möglich sind – ohne sichtbare Glitzerpartikel. Die Farbe sollte nicht zu silbrig, nicht zu rosa und nicht zu golden sein. Helles Nude ist ideal ­und wenn das Produkt nahezu unsichtbar ist und die Haut nur zum Glänzen bringt, ist es genial!

Daher auch Erkenntnis 2: Feuchtigkeitscreme! Der Look braucht gut gepflegte und durchfeuchtete Haut – die strahlt von selbst. Wer keine Farbe, keinen Schimmer will, trägt einfach eine Extraportion Creme auf die oben genannten Stellen auf.

Aktuell