Im Reich der Inseln

Die Philippinen gelten als Perle des Pazifischen Ozeans. Die WIENERIN war auf Entdeckungstour, in dem Land, in dem 300 Tage im Jahr die Sonne scheint

7.107 Inseln mit 30.000 Küstenkilometern – die Philippinen gelten als Perle des Pazifischen Ozeans. Jedes Eiland zu bereisen würde Jahre in Anspruch nehmen. So viel Zeit haben Sie nicht? Kein Problem: Die WIENERIN war auf Entdeckungstour, in dem Land, in dem 300 Tage im Jahr die Sonne scheint – und verrät acht spannende Geheimnisse des südostasiatischen Archipels.

Text Karin Boba Fotos Karin Boba, Wow Philippines

Filipinos sind die glücklichsten Menschen der Welt, weil jeder Tag mit Sonne beginnt. Das behauptet ein altes Sprichwort der südostasiatischen Inselgruppe. Und die Sonne scheint Wirkung zu zeigen: Denn Lebensfreude und Hoffnung strahlen auch die Ärmsten der Armen aus.

Bahala na – Gott will es eben so“, hört man oft auf dem Tropenarchipel im Pazifischen Ozean. Ein Credo, das versteht, wer sich ein bisschen mit der bewegten Geschichte der Philippinen auseinandersetzt. Die „Perle des Orients“ – wie Nationalheld José Rizal seine Heimat einst liebevoll nannte – hat 333 Jahre spanische Kolonialherrschaft, 50 Jahre US-amerikanische Besatzung und die blutige Ära der Marco-Diktatur hinter sich. Auch wenn in weiten Teilen des Landes nach wie vor Armut herrscht und es Korruption in den obersten Rängen zu bekämpfen gilt: Die Einheimischen sind gelassen, weil sie wissen: Zwei Dinge kann ihnen niemand nehmen – ihre Hoffnung und ihr Lächeln.

Wer auf die Philip­pinen reist, ist überwältigt: 7.107 Inseln gehören zur Tropenrepublik. Dass nur 880 davon bewohnt sind, engt die Qual der Wahl ein, aber macht die Sache nicht leichter. Tausende, neue Eindrücke gilt es auch bei der Ankunft in Manila, der 19-Millionen-Einwohner-Metropole, zu verarbeiten. Sie ist geschäftig, dreckig, die heiße Luft hält die ganze Stadt in enger ­Umarmung. „Moloch“, so beschreibt jeder zweite Reiseführer die Megacity. Licht und ­Schatten liegen hier eng beieinander. ­Während in den Slums hunderttausende auf engstem Raum ihre Baracken wie bunte ­Lego­steine aneinanderschachteln, unter ­Brücken Zuflucht suchen oder gezwungen sind, sich am Nord-Friedhof den Platz mit den Toten zu teilen, residiert die Oberschicht nur wenige Meter entfernt in ­mehrstöckigen Apartments und spielt Golf im Herzen der Altstadt.

Das Leben in der Megacity ist nach wie vor stark von seiner Geschichte geprägt. Die Besatzungszeit hat Spuren in der ­kulturellen DNA des Landes hinterlassen: nicht nur, weil 90 Prozent aller Schrift- und Verkehrstafeln im öffentlichen Raum in Englisch gehalten sind. An jeder Straßen­ecke üben sich Kinder in Rapper-Posen, aus den Radios schallen Britney Spears und Rihanna, Shoppingmalls reihen sich an Fastfood-Läden, durch die Straßen brettern Jeepneys und Tricycles, die stolz mit amerikanischen Flaggen veredelt sind. Selbst Einheimische sprechen den Manilanern einen gewissen Hollywood-Komplex nicht ab. Die Hinterlassenschaften der spanischen Kolonialherrscher zeigen sich wiederum in den vielen historischen Stätten, im Katholizismus, dem 90 Prozent der Filipinos treu anhängen, aber auch die Familiennamen und die philippinische Küche verweisen auf die ehemaligen Machthaber.

Wer ­Manila hinter sich lässt und mit einer Portion Neugier und der Bereitschaft zu längeren Bus- und Bootsfahrten aufbricht, entdeckt ein Land mit ungeahnten Urlaubsmöglichkeiten. Atemberaubend schöne Dschungelwelten und Strände tun sich etwa auf, faszinierende Tauch­oasen mit hunderten bunten Fischen und Delfinen. Ob Robinson-Crusoe-Feeling auf abgeschiedenen Eilanden oder Luxus im Fünf-Sterne-Resort: Auch mit wenig Geld lässt es sich auf der Insel königlich leben. Hinzu kommen hilfsbereite, gastfreundliche Filipinos, die gerne ihre Geheimnisse um die schönsten Plätze des Archipels teilen. Alle Inseln zu erkunden – dieser ehrgeizigen Mission müssten Sie Jahre Ihres Leben widmen. Aus diesem Grund haben wir die schönsten und spannendsten Ausflüge zusammengefaßt.

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Kunstvoll angelegte Reis­terrassen prägen das Bild der Philippinen.

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Der White Beach ist das Partymekka der Philippinen.

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Das Naturwunder aus 1.200 Kalkstein­hügeln findet sich auf der Insel Bohol.

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Was bei uns die U-Bahn ist, sind in den Philippinen Jeepneys und Tricycles.

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Die Märkte sind das erweiterte Wohn­zimmer der Filipinos.

 

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