Im Namen der Tasche

Grace Kelly, Jane Birkin und Jackie Kennedy haben zwei Dinge gemeinsam: Edle Taschen wurden nach ihnen benannt, und deren Look kommt nie aus der Mode. Wen sie inspiriert haben und welche Stilikonen noch eine Patenschaft für das Lieblings-Accessoire der Frauen übernommen haben, lesen Sie hier ...

Frauen, nach denen Handtaschen benannt werden, sind keine Fashionistas. Wahrscheinlich trägt Victoria Beckham deshalb noch keine Tasche mit ihrem Namen. Kein Wunder, denn die Tasche, die sie in über 100 Varianten besitzt und bei jeder Gelegenheit zur Schau stellt, wurde schon nach einer anderen benannt: Grace Kelly war Patin für die 'Kelly Bag'.

Dabei hat die Muse von Kultregisseur Alfred Hitchcock die trapezförmige Tasche von Hermès nicht einmal inspiriert. Denn die gibt es schon seit dem Jahr 1892. Ursprünglich diente sie als eleganter und großzügiger Stauraum für Zaumzeug und Gerte nach den Ausritten der französischen Hautevolee. Später war sie sann auch in kleineren Formaten zu haben.
Alles, was die Hollywood-Prinzessin getan hat, war ihren kleinen Babybauch mit diesem Accessoire zu verdecken und sich dabei fotografieren zu lassen. Das Foto schaffte es 1956 auf den Titel des 'Life'-Magazins und ging um die Welt. Tasche und Trägerin sorgten gleichermaßen für Furore und das Haus Hermès fragte um Erlaubnis, die Tasche nach der Fürstin von Monaco benennen zu dürfen. Gracia Patricia hatte nichts dagegen, der Rest ist Modegeschichte.

Taschen Birkin Bag D-Bag Kelly Bag

Ihre Eleganz und das dazugehörige Stilgefühl sind eben die Art von Glamour, mit dem sich jede Frau gerne umgibt. Diese Tasche am Handgelenk verleiht in dieser Hinsicht jedenfalls Sicherheit. Deshalb gibt es auch schon seit über 40 Jahren Wartelisten für die 'Kelly Bag'. Übrigens: Vic Beckham steht im Moment immer ganz oben.

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1. Weil Jane Birkin keinen passenden Weekender aus Leder fand, entwickelte Hermès eine Reisetasche, die auch gleich nach der Sängerin benannt wurde. Die Birkin Bag sorgt heute für Wartelisten. Ab € 6.500

2. Die Kelly Bag von Hermès gibt die Trapezform vor. Wer bis zu drei Jahren Geduld beweist, kann sich die Tasche aus jedem Material fertigen lassen. Ab € 4.800

3. Prinzessin Diana war die Patin für die D-Bag von Tod's. Sie verbindet Eleganz und glamouröses Unterstatement. Ab € 1.250

4. Die Tasche von Louis Vuitton trägt zwar nicht Sophia Coppolas Namen, dafür aber ihre Handschrift. Die Regisseurin und Muse von Marc Jacobs legte beim Design selbst Hand an. Ab € 2.520
Man kann es aber auch so anstellen wie Jane Birkin , um zu einer eigenen Tasche zu kommen: 1984 saß die Sängerin im Flugzeug auf dem Weg von Paris nach London. Neben ihr: Hermès-CEO Jean-Louis Dumas. Die Sängerin packte die Gelegenheit beim Henkel und beschwerte sich darüber, dass sie keine passende Tasche für einen Wochendtrip finden könne. Ein kurzes Gespräch und ein paar Skizzen auf der Cocktailserviette später ging der heutige Klassiker in Produktion. Ein Stückchen Freiheit mit französischem Chic.

Frischen Wind in die Trophäensammlung bringt die Britin Alexa Chung. Ihr Stil: frisch, individuell, unschuldig. Und das am liebsten mit einer 'Mulberry Bag' am Arm. Es war ein ehemals cognacfarbenes Vintage-Teil aus Großmutters Zeiten, das die MTV-Moderatorin treu durch den Alltag und danach über jeden roten Teppich schleppte. Die Tasche bekam ihr Gnadenbrot im Retrostyle. Am liebsten zu Chanel-Jäckchen und Blümchenkleid. Die stilsichere Treue wurde vom Label Mulberry Anfang des Jahres mit der 'Alexa Bag' belohnt. Die Satteltasche war im Nu ausverkauft und leise hat sich das Attribut It-Bag wieder ins Bewusstsein des Accessoire-Zirkus geschoben.

Denn eigentlich stand in den letzten Jahren nichts regelmäßiger auf den Out-Listen der Fashion-Magazine als die Taschen mit dem Attribut Must-Have. Freie Wahl war angesagt. Gekonnt kombinierter Street Style war das Gebot der Saison. Mit Alexa war ein prominentes Aushängeschild für diesen Individualismus gefunden. Das bescherte ihr die Patenschaft für eine Tasche.

Aber es reicht nicht aus, ein Label zu einer Tasche zu inspirieren. Wer außer Insidern kennt schon die 'Daria Bag' von Mulberry (benannt nach dem Model Daria Werbowy) oder die 'Brady Bag' (nach Gisele Bündchens besserer Hälfte Tom Brady).

Der Lifestyle, den die Taschen bedienen, muss stimmen. Deshalb ist auch die 'Jackie Bag' von Gucci seit den 60er Jahren ein Hit. Sie wurde keiner geringeren als der First Lady of Style, Jackie Onassis, gewidmet. Bis heute hat die Tasche einen fixen Platz in den Kollektionen des italienischen Luxus-Labels und im Schrank von Victoria Beckham.

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