Im "Januhairy" lassen Frauen ihre Körperhaare sprießen und wir lieben es

Es geht um Selbstliebe, Body Positivity, Feminismus und behaarte Disney-Prinzessinnen.

Letztes Jahr im Mai hörte die Schauspielerin Laura auf, sich ihre Körperhaare zu rasieren. Erst für eine Performance, und dann, recht schnell, einfach nur für sich. Sie fühlte sich "befreit" und "selbstbewusst" und genoss, keine Zeit mehr mit Rasieren verschwenden zu müssen. Hier könnte das Märchen einfach zu Ende sein, aber wir leben in einer partriarchalen Gesellschaft, die Frauen schon ziemlich lang erzählt, dass ihre Körperhaare pfui sind. Laura regte mit ihren behaarten Achseln und Beinen also ziemlich viele Menschen in ihrem Umfeld auf. Viele verstanden nicht, warum sie ihre Körperhaare nicht länger entfernt. Sie unterstellen ihr, faul zu sein oder unbedingt etwas beweisen zu wollen.

"Ich habe gemerkt, dass es immer noch viel zu tun gibt, damit wir wirklich in der Lage sind, andere so zu akzeptieren, wie sie sind", schreibt Laura. Deswegen startete sie die Aktion Januhairy auf Instagram. Unter dem Hashtag, der soviel wie "haariger Jänner" bedeutet, ermutigt sie Frauen, es ihr gleichzutun und ihre Körperbehaarung einfach mal wachsen zu lassen. "Wir werden in den Medien nur dann als 'selbstbewusst', dargestellt, wenn unsere Beine glatt, unsere Augenbrauen gezupft und unsere Achseln gewaxt sind", kritisiert Laura. Der Schritt weg vom glattrasierten Körperideal sei für viele Frauen eine Herausforderung - die meisten hätten sich schon so an glatte Achseln und Beine gewohnt, dass sie ihre Körperbehaarung nicht mal kennen würden.

Die Studentin will mit dem "Januhairy" dem "Disney-Stereotyp" der Frau etwas entgegensetzen. Und hofft, dass vielleicht auch die perfekten Filmprinzessinnen irgendwann nicht mehr komplett rasiert sind. „Frauen sollten sich wohl und sicher fühlen, wenn sie es mit der Norm, sich immer zu rasieren, aufnehmen“, so Laura. Januhairy solle dabei helfen.

Und das scheint jetzt schon zu funktionieren: Unter dem Hashtag #Januhairy gibt es schon über 2.000 Beiträge in denen Frauen selbstbewusst und ohne großes Tamtam ihre behaarten Beine und Achseln präsentieren und zeigen: Wir sind Frauen und wir sind wertvoll, auch wenn wir uns nicht rasieren. "Das hier ist keine wütende Kampagne, um zu zeigen, wie normal Körperbehaarung ist", fasst Laura zusammen. "Es ist ein empowerndes Projekt, das uns allen dabei helfen soll zu verstehen, wie wir uns selbst und andere sehen."

 

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