Im Dschungelcamp, Tag 3

DIE DSCHUNGEL-KOLUMNE (Tag 3): Kaum haben sich die Dschungel-Häftlinge an das australischen Klima gewöhnt, tun sie das, was man von ihnen erwartet: Sie ziehen sich aus und lenken mit nackter Haut von ihren intellektuellen Defiziten ab. Entblößt hat sich dabei vor allem Patrick Nuo, der die Fremdschamgrenze der Zuschauer arg strapaziert, als er lautstark tönt: „Ich bin ein Star - und ich war pornosüchtig!“

Vorab: Ja, Patrick Nuo ist noch immer im Dschungelcamp. Seit gestern möchte man aber fast sagen: leider. Der Schweizer Sänger, der bisher mehr Statist als Star im Dschungel war, hat jetzt erkannt, dass er etwas tun muss, um auch ein bisschen Aufmerksamkeit abzukriegen. Und hat ein As hervorgezaubert - allerdings nicht aus dem Ärmel, sondern aus der Unterhose.

Patrick Nuo gesteht Olivia Jones seine Pornosucht

"Ich war ja extrem pornosüchtig. Was für andere Alkohol oder Heroin war, war für mich Porno", startet er mit betroffener Miene seinen Seelenstrip. In seinen schlimmsten Zeiten habe er fast den ganzen Tag damit zugebracht, Pornos zu schauen und dadurch Befriedigung zu finden. Die Zuschauer und die Campinsassen schweigen peinlich berührt. Nuo, ist das jetzt echt dein Ernst? „Es lebt von so 'nem Reiz. Man merkt's eigentlich erst, wenn du erschöpft bist. Ich war so leer!", redet er sich weiter um Kopf und Kragen, und man kommt nicht umhin, sich zu fragen: Welcher miese Ghostwriter hat dem Nuo denn diese Pornosucht auf den Leib geschrieben? "Irgendwann habe ich gemerkt, es zerfrisst die Persönlichkeit", plaudert er sich weiter ins Verderben. Die einzige Frage, die neben seiner Hose offen bleibt, ist: welche Persönlichkeit?

Patrick Nuo und Claudelle Deckert bei der Schatzsuche
Olivia Jones: "Arno ist einer der wenigen, der einen IQ hat hier!"
Kein Wunder, dass wegen der Nuo'schen Pornobeichte die erste Schatzsuche untergeht. Zu dieser treten die „Unter uns"-Antagonistin Claudelle Deckert und der frisch geoutete Porno-Patrick an. Es gilt, mit vollem Körpereinsatz und natürlich halbnackt verschiedene Wasserfontänen abzudecken, damit sich ein Fass mit Wasser füllt. Nachdem Deckert und Nuo das halbe Kamasutra nachgeturnt haben, ist die Aufgabe gelöst. Im Camp indes muss jetzt die essentielle Frage beantwortet werden, ob sich mehr Frauen oder Männer auf öffentlichen Toiletten hinsetzen. Das Highlight dieser Ratestunde ist Olivia Jones, die mal wieder das Klischee über die intellektuellen Defizite der Insassen kommentiert: "Arno wird die Frage beantworten können. Das ist einer der wenigen, der überhaupt einen IQ hat hier!"

Fiona Erdmann baut körperlich immer mehr ab
Fiona Erdmann: "Ich kipp hier noch vom Stengel. Meine Augäpfel kribbeln sogar!"
Apropos Klischees: Die bedient Fiona Erdmann auch am dritten Tag gekonnt, indem sie erneut nur gebückt zu sehen ist und dauer-erbricht. Seit Tagen kann sie nichts bei sich behalten, jammert sie, und beschreibt bildhaft, wie schlecht es ihr geht: "Ich kipp hier noch vom Stengel. Meine Augäpfel kribbeln sogar!" Die neue Anwärterin für den Titel „Germany's next Kotzmodel" leidet aber auch darunter, dass sie auf dem Klo bisher nur erbrechen kann und beschreibt - für den Zuschauer viel zu detailliert - weiter: "Ich würde gerne mal wieder kacken!" Aha. Dem Knochengerüst mit roten Haaren oben dran fehlt es also nicht nur an Körpermasse, sondern auch an Biologiekenntnissen: Wie soll sie denn bitte kacken, wenn sie seit Tagen alles auskotzt, was sie zu sich nimmt? Highlight beim öffentlichen Abbau von Fionas Organen ist jedoch Georgina Fleur, die der Kotzbrockin zu Hilfe kommen will und via Dschungeltelefon „einen Arzt für Innereien" bestellt.

Olivia Jones: "Silva? Große Klappe, kleiner Pipi!"
Georgina ist es dann auch wieder, die zur Dschungelprüfung antreten muss, gemeinsam mit der hyperaktiven Nervensäge Silva Gonzales. Hinter dem Namen „Feuchtgebiete" verbirgt sich eine sportliche Prüfung: In zwei über einem See schwebenden Röhren müssen sie als Team die Balance halten, um an die Sterne zu kommen. Nach ersten Anlaufschwierigkeiten und der Bitte von Silva, dass sie „noch besser konditionieren" müssen, stellt sich das Duo gar nicht mal so ungeschickt an, obwohl man beiden gerne eine ordentliche Dosis Ritalin verschreiben würde.

Georgina Fleur und Silva Gonzales bei der Dschungelprüfung

Es gibt sechs Sterne, die aber nebensächlich werden, als Silva Georgina angreift. Sie sei egoistisch, so der Tarzan für Arme, und würde sich ständig über alles beschweren. „Ich habe keine Zigaretten, ich habe nichts zu essen, ich habe Juckenstich!", äfft Gonzales das rothaarige Luder nach und merkt mal wieder nicht, dass er selbst der größte Affe ist. Sämtliche Campinsassen sind von dem aufgedrehten Egozwerg genervt, doch Silva ist immun gegen zarte Bitten um Ruhe und dreht sein Egoprogramm weiter auf. "Ich mag mich einfach. Ich lieb mich einfach. Ich find mich gut!", schwärmt er selbstverliebt von sich selbst, intoniert schlechte Schlager, begrabscht die mittlerweile stark angewiderte Claudelle und erklärt sein Verhalten wie folgt: "Ich habe zu viel Power. Als Kind bin ich wie Asterix und Obelix in so ein Powerfass gefallen!" Camp-Dalai-Lama Olivia Jones ist es wieder, die treffend kommentiert: „Silva? Große Klappe, kleiner Pipi!"

Fiona Erdmann: „Das ist Klaus. Von Klaus und Klaus. Der eine von dem anderen!"
Ach ja. Da wäre also dann noch der Ersatz von Helmut Berger: Nachzügler Klaus Baumgart. Klaus wer? Fiona erklärt uns: „Das ist Klaus. Von Klaus und Klaus. Der eine von dem anderen!". Allegra Curtis, die meist nur matt in ihrer Hängematte liegt und melancholisch in die Palmenblätter guckt, kennt den rundlichen Nordseeküsten-Klaus offenbar auch gut: „Er ist kein Schlagersänger, er ist ein Rock'n'Roll-Star!", will sie wissen. Klaus Baumgart, dessen Gesichtsfarbe nur einen BigMac von einem Herzinfarkt entfernt ist, ist jetzt also im Dschungelcamp, auch wenn man es bisher nicht merkt. Er liegt an seinem ersten Tag nur herum und setzt dabei seine alberne Kapitänsmütze niemals, niemals ab, damit sich ja jeder daran erinnert, dass er es war, der einst „An der Nordseeküste" verbrochen hat. Man wird sehen, ob er an der australischen Ostküste auch so penetrant ist wie dieser schreckliche Schunkel-Ohrwurm.

Gewinner des Tages: Olivia Jones. Die Camp-Mutti ist einfach die Ruhe selbst.
Verlierer des Tages: Der hyperaktive Silva Gonzales. Er ist noch schwerer zu ertragen als Patrick Nuos Pornobeichte.

Alle Infos zu „Ich bin ein Star - Holt mich hier raus!" im Special bei RTL.de.

Schon seit der ersten Staffel von „Ich bin ein Star – Holt mich hier raus!“ ist er der heimliche Star: Dr. Bob! In Wahrheit ist Bob McCarron (60), der sich bei den Dschungelprüfungen um die Kandidaten kümmert, jedoch gar kein Arzt. Ursprünglich ist er Visagist, der für Spezialeffekte bei Hollywood-Filmen zuständig ist, unter anderem bei den Movies „Das Piano“ oder „Matrix“. Erst danach machte er eine Ausbildung zum Rettungssanitäter, Krankenpfleger und Wildbiologen. Dr. Bob tritt nicht nur in der deutschen, sondern auch in der britischen Dschungelshow als Arzt auf. Der Zeitschrift „Stern“ verriet er augenzwinkernd: „Wir sind zu den Deutschen immer etwas fieser!”

 

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