Im Dschungelcamp, Tag 15

DIE DSCHUNGEL-KOLUMNE (Tag 15): In der australischen Strafkolonie für sexbesessene Sonderschüler sorgen Olivia, Claudelle und Fiona mit schlüpfrigen Gesprächen dafür, dass man sich nach dem Ende dieser sinnbefreiten siebenten Staffel sehnt. Einzig Joey versucht den mittlerweile arg angewiderten Zuschauer zu schonen: "Wir müssen uns ein bisschen zusammenreißen, weil: Wir sind im deutschen Fernsehen!“

Die Luft ist raus. Und das nicht erst, seit Klaus Baumgart mit seinen Flatulenzen das subtropische Klima im australischen Busch maßgeblich veränderte. Schon seit der zweiten Woche im Abfalleimer für (verhaltens)auffällige Antikörper ist deutlich spürbar: Diese Staffel kommt trotz einer schillernden Transe mit Schaumstoffbrüsten und eines putzigen Antihelden mit intellektueller Ladehemmung nicht aus den Startlöchern. Der Zuschauer ist sediert statt amüsiert und fleht in den wenigen wachen Momenten verzweifelt: Australien darf nicht der Ballermann werden!

Fiona Erdmann gratuliert Claudelle Deckert zum Geburtstag

Doch vergeblich. Am vorletzten Tag werden die Nerven des Zuschauers so arg strapaziert, dass man sich am liebsten Diazepam ins Bier bröckeln möchte, um die manisch agierende Fiona Erdmann zu ertragen. Claudelle hat Geburtstag, also wacht Fiona schon am frühen Morgen an deren Pritsche, um ihr als Erste zu gratulieren: „Happy Birthday! Happy Birthday! Happy Birthday!" und: „Habe ich dir schon gesagt: Du hast heute Geburtstag?" Sie kreischt, sie singt, sie fuchtelt, sie grabscht, sie gackert, ihre Augen quellen hervor, ihre Stimme überschlägt sich - und der Zuschauer stellt Gram gebeutelt fest: Chucky, die Mörderpuppe lebt!

Joey Heindle und Olivia Jones bei der Schatzsuche

Joey Heindle: „Das sind Hardcore-Kakerlaken, die auf den Kuchen kacken!"
Wie gut, dass es noch die banale Schatzsuche gibt, die dem Zuschauer wenigstens für fünf Minuten den Erdmann'schen Bewegungsapparat erspart und im Zeichen von Claudelles Geburtstag steht. Der Preis ist ein Kuchen, doch vorab müssen Joey und Olivia auf Safari gehen. Nach einem furchtbar beschwerlichen Weg durch den Dschungel finden sie eine durchsichtige Schatzkiste mit einem Geburtstagskuchen. Das Problem ist nur, dass der Kuchenteller auf vier unbefestigten Füßen steht und es darunter es von Kakerlaken, Mehlwürmern und Grillen wimmelt. Klar, dass Dick und Doof an der Aufgabe scheitern und der Nachtisch in die Hose geht, wie Joey erklärt: „Das sind lauter Hardcore-Kakerlaken, die auf den Kuchen kacken!" Immerhin gibt es abends eine Flasche Puffbrause für die vier Häftlinge zu trinken, was der Zuschauer aber bereut, sobald der erste Schluck geschlürft ist: Jetzt singen sie Best of Ballermann und ja, man sehnt sich nach dem Verdauungstrakt von Klaus Baumgart zurück. Jeder Furz ist melodischer als die atonale Folter der unfantastischen Vier.

Olivia Jones bei der Dschungelprüfung

Olivia Jones: „Mit nassen Brüsten wiege ich gleich fünf Kilo mehr!"
Weit weg von Eleganz ist auch die Leistung in der Dschungelprüfung „Hängepartie". Die kennt man bereits seit sechs Staffeln, also ist erneut klar: Wach bleiben wird jetzt schwierig. Doch versuchen wir es: Alle vier Kandidaten treten an und es gilt, sich von einer Liane über einen See zu schwingen, loszulassen und dann mit dem Körper so auf einem großen Stern zu landen, sodass dieser auseinander bricht. Doch was wir zu sehen bekommen, verursacht leider schon vor der Prüfung Augenkrebs: Olivia im Oma-Badeanzug mit Schaumstoffbrüsten und Rüschen um die nicht vorhandene Taille und eine zaundürre Fiona, die man einfach nur noch zwangsernähren möchte. Egal, die vier schwingen sich talentbefreit über die Liane und treffen bedingt - es reicht für drei Sterne und die Erkenntnis, dass Olivia aus einem Badesee einen Tsunami macht und „mit nassen Brüsten gleich fünf Kilo mehr wiegt".

Fiona Erdmann und Olivia Jones

Olivia Jones: „Nach 14 Tagen Beziehung kannst du uns zumindest mal sagen, wie lang der Apparat ist!"
Was sonst? Ach ja, nicht nur die Luft, auch die Lust ist am vorletzten Tag raus. Sexuelle Mangelerscheinungen machen sich im Camp breit, daher wird jetzt über Sex parliert, dass sich die Geschlechtsorgane biegen. Erstes Ziel der Begierde: Patricks Piephahn. „Nach 14 Tagen Beziehung kannst du uns zumindest mal sagen, wie lang der Apparat ist!", fordert Olivia. Doch Porno-Patrick verweigert die Aussage und Joey bekommt es mit der Angst zu tun: "Ich ruf die Polizei! Wegen sexualer Nötigung!" Er, der nach Patricks Auszug der einzige Mann im Busch ist, sehnt sich nach einem Kumpel statt nach Gesprächen über Sex. "Eigentlich ist Olivia ja auch ein Mann, aber sie will einfach nicht Oliver sein. Sie kommt einfach nicht aus sich raus." Auch das Schlusswort des Tages kommt von Joey, als er endgültig genug von der präpubertären Plauderei hat und die anderen schulmeisternd in die Schranken weist: "Wir müssen uns ein bisschen zusammenreißen, weil: Wir sind im deutschen Fernsehen!"

Ach ja, die australische Fiona und Fauna sind gerettet und das Knochengerüst muss das Camp verlassen. Jetzt gibt's hoffentlich eine ordentliche Dosis Ritalin und ein Nimmerwiedersehen. TA!

Gewinner des Tages: Joey. Der einzige, der die Aussage über Sex verweigert. Danke.
Verlierer des Tages: Olivia. Die ist die geborene Politikerin und geht mit demjenigen eine Koalition ein, der gerade da ist - und mit ihr lästert. In diesem Falle Fiona, die sie seit 15 Tagen ausrichtet und die während der Nachtwache plötzlich ihre beste Freundin wird, mit der sie über alles und jeden lästert. Armselig. Und berechnend.

Alle Infos zu „Ich bin ein Star - Holt mich hier raus!" im Special bei RTL.de.

 

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