Im Dschungelcamp, Tag 14

DIE DSCHUNGEL-KOLUMNE (Tag 14): Drei Tage vor dem großen Finale fährt das Niveau im australischen Auffangbecken für (lang)anhaltende Adoleszenz erneut in den Keller. Joey glaubt, ein Treibhaus ist ein Puff, Patrick dichtet Olivia eine Riesenklitoris an, und als Fiona beim Waschen wie am Spieß brüllt, kommt von der Camp-Transe das Zitat des Tages: "Es klang wie der Orgasmus einer Kuh!"

Machen wir uns das größte Talent im Dschungel zueigen und tun das, was wir in den letzten 14 Tagen im Ferienlager für präpubertäre Probanden gelernt haben: Wir lästern. Gegen die vorab heimlich gekrönte Dschungelkönigin Olivia Jones, deren Fassade mittlerweile genauso bröckelt wie Fionas Mageninhalt.

Olivia Jones

Oralapostel Olivia, die anfangs als patente Camp-Mutti das Ruder an sich riss, überzeugt in der zweiten Woche nur noch durch Lästereien und ein überreiztes Transen-Image. Klar: Sie tritt nicht nur am Kiez, sondern auch im Busch als Kunstfigur auf und hat den Eid geschworen, ihrem Über-Ich treu zu bleiben. Doch nur, weil man sich zuspachtelt wie ein Rohbau im Ruhrpott, heißt das nicht, dass von einer Favoritin nicht auch Action gefragt ist, die sich jenseits einer spitzen Zunge abspielt. Eine Dschungelprüfung in zwei Wochen? Schade, aber das reicht nicht. Nimmt man Olivia ihr Make-up-Kit weg, bleibt letztlich nur ein großer Mann übrig, der im Dschungel nichts getan hat, als andere auszurichten, ohne selbst einzustecken.

Fiona Erdmann bei der Dschungelprüfung

Fiona Erdmann: „'Der Pate' ist Mafia. Also Kolumbien?"
Apropos einstecken: Die Dschungelprüfung „Stars vor dem Abgrund" ist eine ernüchternde PISA-Studie, in der Model-Praktikantin Fiona Erdmann das nächste Klischee erfüllt: Nicht nur, dass der Zuschauer mittlerweile weiß, wie gekonnt sie erbrechen kann, jetzt weiß er auch: Mit Bildung hat's das Knochengerüst auch nicht. Aber wir wollen ja nicht so sein, vielleicht hat ja die Dschungel-Diät nicht nur Fionas Körper ausgezehrt, sondern auch ihr Hirn angegriffen. Worum geht es also? Fiona muss sich über einen stinkenden Bottich setzen - mal wieder mit Fischabfällen, toten Insekten und Schleim gefüllt -, und Claudelle harrt bei einem großen Stern, in dessen fünf Spitzen jeweils eine der begehrten Trophäen versteckt ist. Natürlich kommt sie nur an die Sterne, wenn sie sich an wilden Tieren vorbeitraut, eh klar. Nun muss Fiona Fragen beantworten und so Zeit erspielen, die Claudelle braucht, um die Sterne zu finden. Doch oha - ist eine Antwort falsch, fällt Fiona in den Ekel-Bottich. Und der Zuschauer weiß vorab: Das wird oft passieren.

Claudelle Deckert bei der Dschungelprüfung

Tatächlich platscht Fiona permanent in das Becken des Verderbens, während Claudelle innerlich kocht ob der verspielten Chance, sich bei der Prüfung bewähren zu dürfen und der Zuschauer sich für die nicht vorhandene Allgemeinbildung des Erdmännchens fremdschämt. Die Highlights der Bildungslücken? Frage: „Aus welchem Land wanderten Al Pacinos Eltern in die USA ein?" - Fiona: „Woher soll ich das wissen? Der Pate ist Mafia. Kolumbien?" Auch mit großen Namen hat Fiona ein Problem. Brad Pitt und Brigitte Nielsen kennt sie, aber das war's dann auch schon. „Es tut mir so leid. Ich weiß doch nicht mal richtig, wer Sean Connery ist." Hoppla. Oder auch: „Wer ist Inge Meysel? Wer kann Inge sein? Was hat die denn überhaupt gemacht? War die Moderatorin?" Für diese Leistung gibt es drei Sterne und die Erkenntnis, dass man doch auch im Gehirn abnehmen kann. Ein Schelm, wer sich fragt, ob sie je eins hatte.

Fiona Erdmann friert im Tümpel

Olivia Jones: "Es klang ein bisschen wie der Orgasmus einer Kuh!"
Überhaupt: Fiona entwickelt sich kurz vor dem Finale zur kalkulierten Knalltüte. Es mag ihr an Bildung mangeln, an Berechnung hingegen nicht. Jetzt, da ihre Widersacherin Georgina weg ist, die mit Bauernschläue die Aufmerksamkeit auf sich zog, tut Fiona alles, um den Mittelpunkt für sich zu erobern. Sie packt passenderweise ihre ADHS-Störung aus und kreischt, jammert, brüllt, flennt, stöhnt und meckert sich mit gruselerregenden Grimassen durch die letzten Tage, und ja, Stil ist für sie in jedem Fall das Ende des Besens. Im Tümpel, in dem sie sich nach der Dschungelprüfung den stinkenden Fischschleim abwaschen soll, geht es los: Igitt, kreisch, heul! „Ich kann nicht! Das tut mir so weh! Ich esse lieber noch mal einen Kängurupenis, als da rein zu gehen." Denn das Wasser, das ist ja voll nass, voll kalt, voll eklig! Claudelle, die Fiona helfen will, ist genervt: "Die ist abgegangen wie ein Zäpfchen!" Olivia, die durch Fionas Gebrüll angelockt wird, kommentiert mal wieder trocken: "Es klang ein bisschen wie der Orgasmus einer Kuh!" Aber es geht weiter. Ein lauwarmer Topf? Schnell anfassen und brüllen: „Ich habe mich verbrannt!" Dann ein bisschen heulen, nach Dr. Bob rufen und so lange von der Nahtoderfahrung erzählen, bis man sich mal wieder wünscht: Kopfschuss, jetzt. Denn der Zuschauer, der entwickelt bei diesem Stegreifspiel ein posttraumatisches Stresssyndrom und fragt sich verstört: Wo ist ein Panikraum, wenn man ihn braucht?

Joey Heindle als Olivia Jones

Joey Heindle: "Treibhaus? Ich dachte schon wieder, das wäre Olivias Puff."
Amüsant indes gestaltet sich das nächste Kapitel in der Heindle'schen Entwicklungsarbeit. „Wenn ich nach Hause komme, werde ich erst mal alle Pflanzen aus meiner Wohnung verbannen - weil ich kein Grün mehr sehen kann. Oder ich übernachte im Treibhaus, weil ich es nicht mehr anders durchstehe", plaudert Olivia. Das Stichwort für Porno-Patrick, der sich daran erinnert hat, dass er ja sein schlüpriges Image bewahren muss: „Lässt du dir da eine Riesenklitoris wachsen?" Ach, Patrick. Gottseidank meldet sich jetzt Joey zu Wort. „Treibhaus, was ist denn das?" Erstaunte Blicke. Joey erklärt: "Ich dachte schon wieder, das wäre Olivias Puff." Doch der Bub will lernen. Er fordert: „Mutti, aufklären!" Und Olivia gibt sich geschlagen: „Das ist ein Haus, wo Pflanzen gezüchtet werden und das ist aus Glas und ist schön feucht. So ein ähnliches Klima wie hier drin." Immerhin: Joey lässt es heute zu, dass Olivia ihn in sein Transen-Alter-Ego Joanna Tiputana verwandelt. Und so schminkt und spachtelt sie vor sich hin, macht aus ihrem Ziehsohn eine Mini-Olivia-Jones und verkündet stolz: „Ich habe ja schon viele zur Transe gemacht!"

Ach ja, dass es im australischen Dschungel eine natürliche Selektion gibt, beweist der Rausschmiss von Patrick Nuo, der den Unterhaltungswert einer faulenden Liane hatte. Jaja, wir Tarzan, er Shame. Das Beste daran: Wir hören nie wieder das Dschungel-Unwort des Jahres: Klötenmassage. TA!

Gewinner des Tages: Ehrliche Antwort? Keiner. Topfschlagen im Altersheim ist spannender als Tag 14 im Dschungel.
Verlierer des Tages: Die Bildungslücke Fiona und ihre Neuinterpretation des Klassikers "Burn to be wild".

Alle Infos zu „Ich bin ein Star - Holt mich hier raus!" im Special bei RTL.de.

Joey Heindle wird von Olivia Jones aufgeklärt
 

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