Im April erscheint das Vergewaltigungsspiel „Rape Day“

Ziel des Videospiels ist es, während einer Zombie-Apokalypse möglichst viele Frauen zu vergewaltigen und zu ermorden. Im April 2019 soll das Spiel veröffentlicht werden.

Videospiel "rape day"

Es ist eine Zombie-Apokalypse ausgebrochen und nun sollen in möglichst kurzer Zeit möglichst viele Frauen vergewaltigt und getötet werden – soweit die „Storyline“ und das Ziel des Videospiels, dessen Teaser seit Monaten auf der Vertriebsplattform Steam online ist. Im April soll „Rape Day“, das von dem Softwareunternehmen Valve entwickelt wurde, dann für Spieler*innen über 18 und nur in ausgewählten Ländern veröffentlicht werden. Aktuell sind bereits einige Screenshots aus dem Spiel online, weshalb Steam – die Vertriebsplattform, die ebenfalls zum Valve-Konzern gehört – momentan heftig kritisiert wird.

Wie kann das sein?

Nicht nur auf Twitter fragt man sich, wie dieses Vergewaltigungen verherrlichende Spiel öffentlich vertrieben werden kann. Tatsächlich ist der Vertrieb des Spiels auch erst seit Kurzem möglich: Unter dem alten Reglement des Spieleentwicklers Valve wären Spiele dieser Art nicht erlaubt gewesen. Im Zuge einer Kontroverse zu einem Amoklauf-Spiel hat Valve Mitte letzten Jahres allerdings den Regelkatalog überarbeitet – oder besser gesagt entfernt. Erik Johnson von Valve schrieb dazu, dass auf Steam fortan alles außer illegaler Inhalte oder Trollen erlaubt sei. Man könne hinsichtlich der Entscheidung, ein Spiel zu verkaufen oder zu verbieten, ohnehin nicht alle glücklich machen. Laut Johnson ist die Lösung also, sich aus der Verantwortung zu ziehen: „Wenn du ein Spieler bist, sollten wir nicht dafür verantwortlich sein, was du spielen darfst. Wenn du ein Entwickler bist, sollten wir nicht dafür verantwortlich sein, was du anbietest.“ Viel eher sei Valve nur dafür verantwortlich, ein System zu bauen, bei dem alle selbst entscheiden können, was sie spielen möchten. Dass diese Maßnahme für Kritik sorgen würde, lag auch vergangenes Jahr schon auf der Hand: „Steam wird Spiele haben, die ihr hassen werdet und ihr werdet denken, dass diese nicht auf der Plattform sein sollten“, stand daher schon letztes Jahr in der Aussendung geschrieben. In manchen Fällen würde der Konzern künftig aber trotzdem intervenieren.

Ein Spiel für den "Nischenmarkt"

Das Videospiel „Rape Day“ sei bis dato allerdings kein Fall für eine solche Intervention. Das geht zumindest aus einem Q&A hervor: Auf Steam und einer eigens eingerichteten Website beantwortet der Spieleentwickler Fragen rund um das Videospiel. „Ich wollte ein Spiel machen, das mich unterhält und es gibt sicher auch andere Menschen, denen das Game gefällt. Vier Prozent der Bevölkerung sind Soziopathen“, schreibt der Entwickler und bezeichnet ebendiese vier Prozent als seinen „Nischenmarkt“. Gegen diese Aussage lehnen sich nun Gamerinnen und Opfer von sexueller Gewalt über Twitter auf:

Baby-Szene wurde entfernt

Im letzten Update des Spiels (24.2.2019) wurde eine Szene, in der ein Baby getötet wurde, entfernt. Dieser Schritt wird mit folgenden Worten kommentiert: „Ich entschuldige mich bei allen die dies sehen wollten. Ich werde weiterhin mein Bestes geben, dass nicht zu viel zensuriert wird, um nicht ein weiteres monotones japanisches Adventure zu veröffentlichen.“ Laut dem Entwickler handle es sich bei dem Spiel um „schwarzen Humor“; er ist sicher: „Moralische Empörung wird die Unterhaltungsindustrie nicht aufhalten. Unsere Gesellschaft entwickelt sich weiter und wird irgendwann verstehen, dass man Dinge, die man rein fiktional tut, nicht zu einem moralischen Verfall oder weitgehender Gesetzeslosigkeit führen.“ Wobei, so fiktional ist das Spiel ja eh nicht, wie der folgende Tweet beschreibt …

 

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