ILO-Studie: Frauen arbeiten mehr als Männer

Eine neue Studie zeigt, dass die gerechte Arbeitsteilung zwischen Männern und Frauen noch lange nicht Realität ist. Frauen bleiben immer noch auf einem Großteil der unbezahlten Arbeit sitzen.

Frauen arbeiten mehr als Männer

Frauen leisten immer noch deutlich mehr Stunden an unbezahlter Arbeit - und sind damit echte Arbeitstiere (im Vergleich zum männlichen Geschlecht), was ihre Gesamtarbeitstunden betrifft. Das geht aus einer neue Studie hervor, die Anfang dieser Woche veröffentlicht wurde.

Die Studie, die von der ILO und der Europäische Stiftung zur Verbesserung der Lebens- und Arbeitsbedingungen in Auftrag gegeben wurde, untersuchte in 41 Ländern unter 1,2 Milliarden Arbeitenden – darunter die 28 EU-Staaten, wie viel Zeit Menschen täglich für unbezahlte Arbeit aufwenden. Dazu zählen Haushalt, Carearbeit oder Freiwilligendienste.

Frauen arbeiten mehr als 6 Stunden länger als Männer

Während Männer laut der Studie täglich nur 108 Minuten auf unbezahlte Tätigkeiten aufwenden, sind es bei Frauen 266 - und damit mehr als das doppelte.

Zählt man zu der unbezahlten nun noch die bezahlte Tätigkeit hinzu, zeigt sich ein noch deutlicheres Bild: Frauen arbeiten mit durchschnittlich 55 Stunden pro Woche sechs Stunden mehr als Männer, die auf einen Schnitt von 49 Wochenstunden kommen.

Im EU-Vergleich gibt es noch deutlichere Unterschiede, wie die Studie zeigt. Bei Spitzenreiter Finnland arbeiten Frauen nur 211 Minuten, Schlusslicht Litauen kommt hingegen auf 308. Für Österreich hat die Studie keine genauen Zahlen veröffentlicht, Nachbar Deutschland liegt mit seinen Daten genau im EU-Schnitt.

Die Zahlen sind nicht nur ein Beweis für die stärkere Belastung von Frauen. Fakt ist auch, dass dieses Ungleichgewicht für Frauen schnell zum Problem wird. Da sie für einen Großteil der unbezahlten Tätigkeiten verantwortlich gemacht werden, greifen sie öfter auf Teilzeitarbeitsmodelle zurück. In der Pension wird das später zum Problem, die auch von der Armutsstatistik bestätigt wird: Frauen sind deutlich stärker durch Altersarmut gefährdet als Männer.

Möchte man dieses Ungleichgewicht beseitigen und damit Frauen einen fairen Zugang zum Arbeitsmarkt zusichern, müssen unbezahlte Tätigkeiten in Zukunft stärker vom männlichen Geschlecht übernommen werden. Solange das nicht passiert, dürfte sich an diesen Zahlen auch in Zukunft wenig ändern.

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