Identitäre bedrohen Frauenschutz-Einrichtungen

"Frauenhaus. Bester Aufrissplatz. Eine ist immer da." So denkt die rechtsextreme Bewegung der Identitären über Frauenhäuser.

Ein Artikel des Online-Magazins "Vice" wird derzeit tausendfach im Netz geteilt (Link zum Artikel HIER). Darin geht es um Mitglieder der "Identitären Bewegung", die im Internet sexistische Meldungen und Drohungen gegenüber Frauenhäusern verbreiten. Das geht von "Frauenhaus. Bester Aufrissplatz. Eine ist immer da" bis hin zur Bezeichnung "Bordellschutzhaus".

Martin Sellner, Co-Leiter der Identitären Bewegung, veröffentlichte auch ein Video, in dem folgender von "Vice" zitierte Dialog zu finden ist:

Der Ausgangspunkt dieser geschmacklosen "Witze" war ein Einbruch in die Wohnung eines Identitären in der Steiermark. Daraufhin stellte Martin Sellner auf Twitter die Frage, welche Einrichtung in Graz er sich zuerst vorknöpfen sollte: das Veranstaltungszentrum "Sub" oder doch ein Frauenhaus. Mehrere Tweets mit dem Hashtag "fr4uenhouseg4ng" folgten. Die Drohungen und widerlichen Kommentare, die dann geteilt wurden, versetzten die Frauenschutzeinrichtungen in Graz in Alarmbereitschaft, woraufhin diese den Verfassungsschutz kontaktierten.

Frauenhäuser sind überlebensnotwendige Einrichtungen


Angesichts der Tatsache, dass die meisten Verbrechen gegen Frauen noch immer im Ehebett passieren und häusliche Gewalt dieHauptursache für den Tod oder die Gesundheitsschädigung bei Frauen zwischen 16 und 44 Jahren ist, können solche Drohungen wie jene der Identitären Bewegung nur als schlechter Scherz gewertet werden.

Es ist jedoch nicht das erste Mal, dass rechte Bewegungen und Parteien das Bestehen von Frauenhäusern kritisieren. So lehnte etwa die FPÖ Amstetten im Jahr 2012 eine Subvention für das Frauenhaus ab, da dieses "Ehen zerstöre". Frauenhäuser seien ein "Unfug der abgestellt gehört", hieß es dazu im Parteiblatt.

 

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