Ich lese gerade... "Remember Mia"

Regelmäßig stellen WIENERIN RedakteurInnen vor, welches Buch sie grade am Nachtkastl liegen haben. Diesmal erklärt Ursula Neubauer, wie ihr der Thriller "Remember Mia" gefallen hat.

In der WIENERIN-Serie "Ich lese gerade..." stellen RedakteurInnen die Bücher vor, die sie gerade nicht aus der Hand legen können. Heute: "Remember Mia" von Alexandra Burt.

"Remember Mia", ein packender Thriller: Zugegeben, wenn ein Buch einen schwarzen Einband hat, dann schaut das für mich schon recht vielversprechend aus. Ich mag Krimis und Thriller, die mich richtig packen und wo ich das Buch nicht aus der Hand legen will. Bei "Remember Mia" ist das zum Großteil geglückt.

Darum geht´s:


Mia, ein sieben Monate altes Baby, verschwindet. Und ihre Mutter Estelle Paradise, aus deren Sicht die ganze Geschichte erzählt wird, wird schwer verletzt aus einem Autowrack in einer Schlucht geborgen. Unter ihren Verletzungen ist auch eine Schusswunde. Mysteriös.

Woher sie die hat, weiß Estelle nicht, denn nicht nur ihr Baby ist weg, sondern auch ihre Erinnerung. In anstrengenden Sitzungen mit einem Top-Therapeuten kämpft sie darum, ihr Gedächtnis wiederzuerlangen.

Nach und nach erfährt man in Rückblenden, was bis zum Tag des Verschwindens ihres Babys passiert ist. Sie war eine überforderte Mutter, eine Frau, die Unterstützung gebraucht hätte. Eine Frau, die von ihrem Mann allein gelassen wurde. Eine Frau, die statt echter Hilfe nur "gute Ratschläge" bekommen hat und die für ihre Unzulänglichkeiten schief angeschaut wurde. Sie ist geplagt von Selbstzweifeln und Schuldgefühlen, versteht nicht, warum ihre Arme für Mia ein so schrecklicher Ort zu sein scheinen. Ein Ort, an dem man nur schreien kann.

Und dann ist das Baby weg. Estelle sucht nach ihm, geht zur Polizei, zeigt das Verschwinden aber nicht an. In den Roman eingestreute Zeitungsberichte erklären, dass die ganze Welt sie für die Mörderin ihrer eigenen Tochter hält. Für eine überforderte Verrückte. Ist das so? Estelle ist sich selbst nicht sicher. Sich ihren Erinnerungen zu stellen, heißt auch, sich vielleicht einer unerträglichen Wahrheit zu stellen. Ist sie schuldig? Oder hat jemand anderer etwas mit dem Verschwinden von Mia zu tun? Wird ihr die Polizei glauben, wenn ihre Erinnerung zurückkehrt?

Mein Fazit:


Sehr spannend, man mag das Buch wirklich ungern weglegen. Estelle, die Hauptfigur, ist glaubwürdig - man hat einerseits Mitgefühl mit ihr, muss als Leserin aber auch ständig darauf gefasst sein, dass sie vielleicht selbst die Mörderin sein könnte. Ein starker Fokus liegt auf dem "Überforderte-Mutter-Thema", das muss man mögen.

"Remember Mia" ist im dtv-Verlag erschienen und kostet € 14,50. Die Autorin Alexandra Burt wurde in Fulda geboren und lebt seit ihrem Studium in den USA.

Cover Remember Mia
 

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