Ich habe eine Woche ohne Geschmacksverstärker gekocht

Tamara hat als berufstätige Mutter immer viel zu tun. Beim Kochen muss es oft schnell gehen, daher greift sie manchmal zu Convenience Produkten. Eine Woche lang hat sie dabei mal näher auf die Inhaltsstoffe geachtet. - WERBUNG -

Stress hat in meinem Leben seit der Geburt meines zweiten Kindes eine neue Dimension angenommen. Früher war es eine stressige Woche, wenn ich es nach der Arbeit nicht mehr zum Sport geschafft habe. Wann ich das letzte Mal beim Sport war, weiß ich nicht mehr, und ein durchschnittlicher Abend an dem ich versuche, ein gesundes Mahl zu bereiten und es in alle Münder meiner Familie zu bekommen, kann schon stressig genug sein. Die Zeit, genau zu lesen, was die Zutaten beinhalten und was die genau bedeuten, hab ich mir selten genommen. Von irgendwelchen Perfektionsansprüchen an mich als Mutter bin ich glücklicherweise weit entfernt, aber ein bisschen ein dumpfes Gefühl überkommt mich manchmal, wenn ich an „E567“, „Mononatriumglutamat“ oder „Adipinsäure“ auf den Verpackungen unseres Essens lese. Das passt einfach nicht ganz zusammen mit all den Clean Eating-Bildern und dem Fitness-Lifestyle, mit dem mich Instagram täglich konfrontiert. Obwohl ich sicher nicht anfangen würde, täglich Rohkost-Brownies für mich und meine Lieben zu machen, wollte ich doch ein bisschen besser darauf achten, was wir da täglich in uns reinstopfen. Die Herausforderung: Eine Woche lang ohne chemische Geschmacksverstärker und Konservierungsmittel zu kochen.

Im Supermarkt erst mal von der Realität eingeholt

Der erste Gang in den Supermarkt fühlte sich an, als würde ich hart am Boden der Realität aufknallen. Warum verstehe ich die Hälfte der Inhaltsstoffe auf fast allem, was ich kaufen möchte, nicht? Warum sind in den Mürbteigkipferln Mono- und Diglyceride und Natriumsteroyl-2-lactylat? Und wie sollte ich herausfinden, was das bedeutet? Vor allem auf Fertiggerichten und abgepackten Fleischwaren stehen viele Worte, die ich nicht verstehe. Aber nachdem ich mich ein bisschen länger im Supermarkt aufhalte und ich einen Überblick bekomme, beruhigt sich meine Stimmung wieder: In der Obst- und Gemüse-Abteilung kann ich ohnehin alles ohne schlechtes Gewissen einkaufen. Puddings und Naschereien aus den Kühlregalen schneiden nicht so gut ab, aber bei den Hartkäseprodukten wirken die Inhaltsstoffe eigentlich ziemlich koscher. Viele der vegetarischen Aufstriche und Bio-Produkte die angeboten werde, enthalten überhaupt nur natürliche Inhaltsstoffe.

Gut muss nicht kompliziert sein

Bei Brot gibt es auch keine Probleme, also schmierte ich die Jausenbrote erst einmal mit Humus und gebe Gemüse dazu. Nachdem ich meine Kinder von der Schule bzw. dem Kindergarten abgeholt habe, mach ich zuhause Mittagessen. Da der Rest von uns das Leibgericht meines Größeren „nackte Nudeln“ auf Dauer ein wenig eintönig findet, gibt es wiedermal Pasta Asciutta. Bei den Fertigmischungen und Sugos im Supermarkt fiel auf, dass eigentlich in fast allen Palmfett und Maltodextrin enthalten war. Die große Ausnahme sind zu meiner Überraschung die Echt Natürlich-Produkte von Knorr - in denen sind tatsächlich, wie auf der Packung beschrieben, ausschließlich und zu 100 Prozent natürliche Zutaten enthalten! Zwiebel, Tomaten, Gewürze,…alles Dinge, die ich auch zu Hause in der Küche habe. Die Serie ist eine ziemliche Erleichterung, da sie kurze Kochsessions am Ende des Tages, bevor ich mich meist nochmal an die Arbeit setze, ziemlich erleichtert. Ganz ohne schlechtes Gewissen mache ich also eine Pasta Asciutta mit Fertigmischung. Da mich die Inhaltsstoffe auf dem Faschiertem im Supermarkt nicht überzeugt haben, zerbrösle ich einfach ein wenig Tofu dazu. Später in der Woche werde ich noch frisches Fleisch ab Hof holen, aber dafür war gestern einfach keine Zeit. Die Pasta kommt durch die Bank gut an, sie schmeckt sogar ziemlich intensiv und halt richtig gut nach frischen Zutaten.

Die Gesundheitsfraktion greift durch

Die nächsten Tage experimentiere ich mit frischen Gerichten, die einfach und schnell gehen: Ich koche Erdäpfel mit Tiefkühlgemüse, Letscho mit Polenta, Krautfleckerl. Die EchtNatürlich-Basis hat mich so begeistert, dass ich auch gleich ein Bohnenchili damit mache. Zugegebenermaßen hat das Keine-Chemie-Experiment ziemlich positive Auswirkungen auf unsere Gesundheit, weil ich sowohl mir selbst als auch raunzenden Kindern immer nur Äpfel als Snacks gebe. Faule Menschen wie ich brauchen manchmal eben so einen Anstoß, damit die Gesundheitsfraktion in unserem Gewissen gewinnt. Mit dem Herumgeplärre, dass die Kids lieber einen Keks hätten, komm ich schon klar. „Du kannst eh noch ein Käsebrot haben“, scheint sie auch nicht wirklich zu beruhigen.

Am Wochenende steht das erste Outdoor-Grillen bei Freunden an und es stellt sich heraus: Grillsaucen sind ein wahres Paradies für Geschmacksverstärker und Konservierungsmittel. Nachdem ich circa jedes einzelne Produkt im Supermarktregal in die Hand genommen habe, findet sich aber tatsächlich auch hier eine natürliche Alternative: Die Felix-Saucen sind ohne Geschmacksverstärkern und Farbstoffen. Der Markt scheint sich wohl schon auf meine Bedürfnisse eingestellt zu haben.

In Retrospektive muss ich sagen: Gar nicht so schwierig, ohne Geschmacksverstärker und Konservierungsmittel auszukommen! Es gibt nämlich tatsächlich schon viele Produkte, bei denen die Hersteller wirklich darauf achten – allerdings muss man sich einmal damit auseinandersetzen, um zu wissen, welche Produkte man kaufen kann. Meistens sind das ohnehin die gesünderen Produkte, die Überwindung meiner Faulheit war es also allemal wert.

 

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