"Ich habe den Burkini erfunden, um Frauen Freiheit zu geben"

Eigentlich war der Burkini als Symbol der Freiheit gedacht.

"Ich habe den Burkini erfunden, um Frauen Freiheit zu geben, nicht um sie ihnen wegzunehmen." Mit diesen Worten eröffnet Aheda Zanetti einen Gastkommentar in der britischen Tageszeitung "The Guardian" - und trifft damit eigentlich auf den Punkt, warum die derzeitigen Burkini-Verbote nichts mit der Befreiung der Frauen zu tun haben.

2004 erfand Zanetti den Burkini, als sie sah, wie beeinträchtigt Frauen mit Hijab und langen Kleidern in der Öffentlichkeit und vor allem beim Sport sind. Als sie ihre Nichte beim Ballspielen beobachtete, kam ihr die Idee zu einer Sportbekleidung, die den ganzen Körper bedeckt. Der Stoff: chlorresistentes Polyester. Zwischen 80 und 100 Euro kostet der Burkini.

"Ihr habt ein Produkt der Freiheit genommen und es zu einem Produkt des Hasses gemacht"


Weltweit bekannt wurde der Burkini, als "Surf Lifesaving Australia" Musliminnen ins Programm aufnahm. Zanetti kann die neuen Verbote rund um den Burkini nicht nachvollziehen: "Es geht um Eingliederung, Akzeptanz und Gleichheit. Nicht darum, dafür verurteilt zu werden." Es ginge um Fitness, um Sport, darum, dass Frauen Freizeitaktivitäten nachgehen können. "Der Burkini hat Frauen Freiheit gegeben. Also was ist jetzt eigentlich besser: die Taliban oder die französischen Politiker? Ich denke, sie sind beide gleich schlecht."

Das "Witzige" daran: Rund 40 Prozent der Burkini-Interessentinnen sind keine Musliminnen. Es sind einfach Frauen, die ihre Haut nicht der direkten Sonne aussetzen wollen oder aufgrund von Krankheiten nicht dürfen.

 

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