Ich habe am Wochenende zum 1. Mal "Gilmore Girls" gesehen

Unsere Kollegin hat sich dieses Wochenende dem "Gilmore Girl"-Wahnsinn gestellt und fühlt sich nun um einige Erkenntnisse reicher.

Ja, es ist wahr. Ich gehöre zu der raren Spezies an jungen Frauen, die bisher (mehr oder weniger) stolz von sich behaupten konnten, noch nie "Gilmore Girls" gesehen zu haben. Bisher bin ich mit dieser "Wissenslücke" auch ganz gut gefahren, doch spätestens seitdem ich als Online-Redakteurin aka Gilmore-Girls-Berichterstatterin Nr.1 arbeite, verursacht mein Unwissen teilweise erhebliche Schwierigkeiten.

Adios glückseelige Ahnungslosigkeit

Diesen Freitagabend war es also schließlich soweit und Netflix überzeugte mich endgültig (nach monatelanger und permanenter "Gilmore-Girls" Belästigung in meinem "Könnte dich interessieren"-Feed) davon, dass es Zeit wird, mein kaum vorhandenes Privatleben dem "Gilmore Girls"-Wahnsinn zu opfern.

Ich muss zugeben, dass mich fast ein wenig Wehmut erfasste, als ich den bedeutungsschweren "Abspielen"-Button endlich drückte. Mit der naiven Unbefangenheit und der glückseligen Ahnungslosigkeit hinsichtlich aller zukünftiger "Gilmore Girls"-Konversationen war es jetzt nämlich für immer vorbei.

Nachdem mich mein Binge-Watching-Wochenende folglich nicht nur erfolgreich davon abbrachte, die letzten Stunden des Sommers außerhalb meines Wohnzimmers zu verbringen oder gar meine längst fällige Seminararbeit fertigzuschreiben, kann ich mich am heutigen Dienstag wohl offiziell als "Gilmore Girls"-Expertin (der ersten Staffel) bezeichnen.

Zwar hat sich mein Leben seitdem nicht merklich geändert, trotzdem gab es den ein oder anderen Aha-Moment.

Was ich bisher aus der ersten Staffel gelernt habe:

1. Früher war einfach alles besser

Die Leichtigkeit des Seins mit der der seichte (aber unterhaltsame) Plot zeitweise vor sich hinplätschert ist für heutige Verhältnisse wohl etwas veraltet - hat aber durchaus Unterhaltungscharakter und lässt einen ganz schnell alle alltäglichen Probleme vergessen.

2. Früh Mutter zu werden kann ziemlich cool sein (zumindest, wenn man Lorelai heißt)

Können wir bitte alle einmal über das absurd gute Verhältnis zwischen Lorelai und Rory sprechen? Ich muss zugeben, dass selbst mich regelmäßige "Aww"-Momente während dem Zuschauen erfassen, weil die zwei einfach SO süß sind.

3. Es gibt keinen besseren Namen für deine Tochter als den eigenen

Hat schon jemals irgendwer darüber nachgedacht, dass es vermutlich tausende Männer gibt, die nach ihren Vätern benannt wurden, aber gar keine Frauen, die den Namen ihrer Mutter tragen? Lorelai Gilmore (sen.) offenbar schon. Und die Idee ist eigentlich ziemlich cool und hat durchaus Nachahmungspotenzial.

4. Titelmelodien aus den 2000ern sind das Allerschönste dieser Welt

Ich kann "Where You Lead" jedenfalls schon seit Folge 2 auswendig mitsingen und bin stolz drauf.

5. Dean ist nicht der richtige für Rory

Die wichtigste Erkenntnis meines Binge-Watching Marathons. Denn es gibt eigentlich kein wichtigeres Gesprächsthema rund um Gilmore Girls, als die GROßE Frage mit wem Rory am Ende zusammenkommt.

Nach meinem ersten Gilmore Girls Wochenende fühle ich mich um einiges erkenntnisreicher und kann den ganzen Hype rund um Rory und Lorelai etwas mehr verstehen.

Ich muss aber trotzdem ehrlicherweise zugeben, dass die Serie an meine Lieblingsserien von heute trotzdem nicht herankommt. Wahrscheinlich ist es der Reiz der Vergangenheit und die Erinnerung an früher, die die Serie für viele so unverzichtbar macht. Und das wird hoffentlich auch die Neuauflage von Netflix nicht ändern.

 

Aktuell