Ich habe 6 Wochen auf Zucker verzichtet und das ist passiert

WIENERIN-Redakteurin Birgit Brieber verzichtet jedes Jahr in der Fastenzeit auf Zucker. Was es bringt – und was nicht.

Mein persönliches Gesundheitsexperiment wiederholt sich jährlich: In der Fastenzeit wird konsequent auf Süßes, Salziges und ­Alkohol verzichtet. Einerseits, weil so eine Entlastungs­phase nach Weihnachten und Fasching ganz gut tut, andererseits, um dem Körper zu zeigen: Ich brauche dieses ganze Zeug nicht unbedingt. Was mir persönlich am schwersten fällt: Softdrinks und Eistees wegzulassen (wer mich kennt, weiß: Makava,Coca-Cola und Almdudler sind meine süßen Drogen). Obst ist in Maßen erlaubt, trotz Fruchtzucker.

Aller Anfang …

Die ersten drei Tage sind die schlimmsten. Neben Müdigkeit und einem dumpfen Gefühl im Kopf fühle ich mich vor allem schlapp. Ich ertappe mich auch dabei, wie ich mir immer wieder Ausreden zurechtlege, warum ich diese Kur vielleicht doch vorzeitig beenden muss: eine Party, ein Konzertbesuch, Omas Wochenend-Mehlspeise? Auch wenn ich weiß, dass man den Genuss von Zucker nicht mit Sucht vergleichen kann, es fühlt sich an, wie ich mir einen (leichten) Entzug vorstelle. An Tag vier wird’s besser und zumindest das Kopfweh ist weg. Nach der ersten Woche stelle ich mich das erste Mal topmotiviert auf die Waage – es hat sich null Komma nix getan. Obwohl nicht Abnehmen, sondern Gesundheit das Ziel ist, bin ich ein bisschen frustriert. Trotzdem mache ich weiter und merke: Irgendwie bleiben die Leistungs­tiefs am Nachmittag im Büro aus. Die Lust auf Süßes ist fast verschwunden und was am wichtigsten ist: Die Gewohnheit, nach jeder Mahlzeit etwas Süßes zu essen ist gebrochen.
Nach Woche vier bin ich froh, nicht aufgegeben zu haben und fühle mich bestens.

Fazit

In der ­gesamten zucker­freien Zeit habe ich keinen einzigen neuen Pickel bekommen, alte Pickel und Rötungen im Gesicht sind verschwunden, ich hab an Bauch und Hüfte viele Zentimeter Umfang und drei Kilo an Gewicht verloren. Auch habe ich jetzt ein viel besseres Gefühl dafür, wieviel Zucker in welchen Lebensmitteln enthalten ist und ertappe mich immer wieder dabei, wie ich die Zutatenlisten lese. 25 Gramm Zucker pro Tag und Person ist theoretisch genug - in Wahrheit essen wir oft das vierfache!

Nach den sechs Wochen bin ich so motiviert, dass ich tatsächlich überlege, das Experiment auszudehnen. Beim Gedanken an Sommer und ein gutes Eis verwerfe ich den Gedanken allerdings wieder. Die Dosis macht nämlich das Gift! Und: Zucker ist ja gar kein Gift, sodern in Maßen genossen einfach nur ein Lebensmittel, das der Körper für die Versorgung unserer Organe braucht.

Zuckerverzicht als Kur ist also top, für immer will ich aber nicht auf Eis und Co. verzichten. Gesund ­bleiben kann man nämlich auch mit (wenig) Zucker.

Weiterlesen: Warum du dein Dessert essen solltest, wenn du abnehmen möchtest

VIDEO: "Paula kommt" über Selbstliebe und den weiblichen Orgasmus

 

Aktuell