"Ich hab vier Kinder, war fast immer berufstätig und krieg 401,56 Euro Pension"

Sie ist eine vierfache Mutter, hat fast immer Teilzeit gearbeitet und wenn sie bis 65 noch arbeitet, stehen ihr monatlich 401,56 Euro Pension zu. Wovon sie erst jetzt erfahren hat: Pensionssplitting. Das sollen aber alle Frauen wissen.

Das war für Susanne (Name von der Red. geändert) ein Schock. Sie ist Mitte 40, hat vier Kinder bekommen und war natürlich in Karenz, hat aber trotzdem immer versucht, so schnell als möglich berufstätig zu sein. War dies auch, aber eben (wie viele Mütter in Österreich) nur in Teilzeit.

Als sie den Brief bekam, in dem ihre bevorstehende Pension abgebildet war, fing sie fast zu weinen an. "Ich musste enttäuscht feststellen, dass ich trotz all meiner Bemühungen, alles gut zu machen, weit unter Mindestpension liegen werde. Das bedeutet: wenn ich noch 19 Jahre einzahle, werde ich am Ende - also mit 65 Jahren - 401,56 Euro haben", so Susanne zur WIENERIN.

Pensionssplitting: Das muss man wissen

Was die Frau und Mutter nicht wusste, aber wirklich gerne gewusst hätte: Es gibt auch die Möglichkeit des Pensionssplittings. Susanne: "Bei einer partnerschaftlichen Pensionsteilung wäre auch auf mein Pensionskonto eingezahlt worden. Mir persönlich geht es um die Gleichberechtigung innerhalb einer Partnerschaft. Das Pensionssplitting gibt dem Elternteil, der sich überwiegend um den Nachwuchs kümmert, zumindest einen teilweisen finanziellen Ausgleich auf dem Pensionskonto."

Und weiter: "In einer Partnerschaft wird die Summe der Pension nicht höher werden, Fakt ist jedoch dass ich durch meine Teilzeitbeschäftigung immer meinen Partner bitten muss mir einen Teil seiner Pension zu überweisen. Ich empfinde das schon als einen persönlichen Nachteil und im Sinne der Gleichberechtigung sogar absurd."

So funktioniert Pensionssplitting

Susanne ist mit ihrer Wissenslücke nicht allein. Denn rein gesetzlich gibt es die Pensionssplittung bereits seit 2005, allerdings ist es freiwillig. Dementsprechend überschaubar ist der Andrang bis jetzt. In mehr als 10 Jahren haben sich gerade einmal etwas mehr als 500 Paare dafür entschieden. Freiwillig geht da also wenig.

Rein formal würde das Pensionssplitting so funktionieren. In den ersten vier Jahren können bis zu 50 Prozent des Pensionsbeitrages jenes Elternteils, der sich nicht hauptsächlich um die Kinder kümmert, auf den anderen Elternteil übertragen werden. Diesen Antrag kann man auch bis zum siebenten Geburtstag des Kindes stellen.

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