Hyposensibilisierung

Die Hyposensibilisierung ist eine spezifische Immuntherapie, die als einzige Behandlungsform der Allergie direkt auf die ursächlichen Krankheitsprozesse einwirkt. Durch den wiederholten, kontrollierten Kontakt mit einem allergieauslösenden Stoff, verliert der Körper langsam seine Überempfindlichkeit.

Wie wirkt die Hyposensibilisierung?

Je nach Indikatoren kann die Immuntherapie entweder per Spritze oder durch Tropfen bzw. Tabletten verabreicht werden. Man kann sie auch deshalb gut mit einer Impfung gegen Infektionskrankheiten vergleichen.

Durch die wiederholte Verabreichung gegen die Allergie, kommt es zu einer Veränderung der Immunantwort mit positiven Folgen: eine so genannte immunologische Toleranz wird erzeugt, was bedeutet, dass das Immunsystem im Idealfall überhaupt nicht mehr, oder eventuell nur mehr sehr schwach auf den Allergieauslöser reagiert. Diese Toleranz hält in den meisten Fällen auch noch lange nach Ende der Therapie an.

Wer profitiert davon?

  • Patienten mit Insektengift-, Pollen-, oder Hausstaubmilbenallergie
  • Patienten mit allergischem Asthma
  • Jugendliche und Erwachsene mit Allergien gegen Katzenhaar und Schimmelpilze

Wer sollte diese Immuntherapie eher meiden?

  • Patienten mit Herz-, Kreislauferkrankungen
  • Bei der regelmäßigen Einnahme von Beta-Blockern sollte dies unbedingt mit den behandelnden Ärzten geklärt werden
  • Patienten mit schweren Autoimmunerkrankungen (z.B. AIDS)
  • Menschen mit bösartigen Krebserkrankungen mit aktuellem Krankheitswert

Wie wird die Hyposensibilisierung durchgeführt?

Nach Erstellung einer genauen Anamnese unterscheidet man im weiteren Verlauf der Behandlung zwei spezifische Immuntherapien:

  1. Subkutane Immuntherapie (SCIT): hier wird das Allergen unter die Haut gespritzt, meist an der Hinterseite des Oberarms oder in den Po.
  2. Sublinguale Immuntherapie (SLIT): das Allergen wird als Tablette oder in Form von Tropfen unter die Zunge eingenommen.

Nach der Verabreichung des allergieauslösenden Impfstoffes (SCIT) sollte der Patient mindestens eine halbe Stunde unter Aufsicht des Arztes bleiben. Am Anfang der SCIT kann es noch notwendigerweise zu zweimaligen Impfungen kommen. Später verlängern sich die Abstände dann auf bis zu 5-8 Wochen.

Bei der SLIT sollte die allergieauslösende Menge immer zur gleichen Tageszeit verabreicht werden. Die Tablette oder die Tropfen verbleiben für 2-3 Minuten unter der Zunge bevor wieder mit Speichel geschluckt werden kann und darf. Diese Therapieform wird täglich oder alle zwei Tage angewendet. Diese Art von Immuntherapie sollte außerdem mindestens drei Jahre konsequent durchgeführt werden, damit ein positiver und effektiver Erfolg erzielt werden kann.

Unter optimalen Umständen liegt die Erfolgsquote der Impfung bei über 90 Prozent.

Wenn Mehrfachallergien bestehen, wird immerhin noch 70 - 80 Prozent der gewünschte Effekt erzielt.

In beinahe jedem Fall führt die Imüpfung zumindest zur deutlichen Besserung der Allergie bis hin zur totalen Beschwerdefreiheit.

Verbesserungen:
- die Beschwerden verschwinden bzw. sind weniger stark ausgeprägt.
- weniger oder keine Medikamente gegen die Allergie sind mehr nötig.
- Verhinderung der Ausweitung des Allergie-Spektrums (das bedeutet, dass keine zusätzlichen neuen Allergieformen auftreten)
- bei Asthma wird die Lungenfunktion verbessert.
 

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