Hungrige Mütter

Eine erschreckende Tatsache wurde nun mittels wissenschaftlicher Tests und statistischer Untersuchungen an der Medizinischen Universität Wien festgestellt: Wenn eine Mutter in der Schwangerschaft hungert, erhöht sich die Chance, dass ihr Baby an Diabetes leiden wird, um ein Vielfaches.

Nun wurde es tatsächlich nachgewiesen, dass schwangere Mütter, die zu sehr auf ihr Gewicht achten und wenig essen, Hauptursache für eine Diabeteserkrankung in späteren Jahren sind.

Doch wie kann man so etwas nachweisen?

Medizinische Wissenschaftler der Universität Wien haben herausgefunden, dass die Wahrscheinlichkeit heute Diabetes zu haben doppelt so hoch ist, wenn man in den Jahren 1920 geboren wurde, als im Burgenland eine starke Hungersnot herrschte.

Den Wissenschaftlern ist im Rahmen einer Untersuchung von Diabetes-Patienten aufgefallen, dass die Geburtsjahrgänge 1920/1921, 1938 und 1946/47 heute verstärkt und drastisch häufiger an Diabetes leiden.

Das bedeutet: Menschen, die in bzw. kurz nach diesen Hungerjahren geboren wurden, ein massiv erhöhtes Diabetes-Risiko, vor allem Typ-2-Diabetes, aufweisen.

Unterernährung und Gesundheit

Doch nicht nur das Risiko an Diabetes zu erkranken steigt, sobald eine Mutter in der Schwangerschaft zu extrem auf ihr Gewicht achtet:

So wurde an der Universität Jena herausgefunden, dass Schwangere, die während der Schwangerschaft (egal in welchem Stadium sie sich befindet) zu wenig isst, beim Fötus einen Dopaminmangel im Gehirn verursacht, was im späteren Leben die Ausbildung von Parkinson stark begünstigt.

Eisenmangel (daran leiden etwa 40 Prozent der Schwangeren) kann selbst bis zum vierten Lebensjahr des Kindes nicht völlig kompensiert werden und fördert daher bei Babys die Entstehung und langfristige Erkrankung an Asthma.

  • Dazu kommt, dass Kinder weniger Allergien aufweisen, wenn sie von der Mutter gestillt wurden.
  • Auch der Verzehr von Joghurt, probiotischen Lebensmitteln und Sauergemüse wirkt als Schutzfaktor.

Weiters weisen Neurologen darauf hin, dass zu wenig Nährstoffe die Hirnentwicklung des Kindes deutlich bremst. Diese Schäden, die das ungeborene Kind durch Nährstoffmangel erleidet wird es zeitlebens nicht mehr ausgleichen können.

Daher gilt hier für alle Schwangeren: Hungern ist out aber Schlemmen erlaubt!

Nach dem Ende des Ersten Weltkriegs und der Monarchie brach 1918 die Nahrungsmittelversorgung in Österreich ein, was zur Hungersnot führte.

1938 kam es durch die Wirtschaftskrise zu Arbeitslosigkeit, Armut und zu einem Lebensmittelnotstand.

Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs war Österreich 1946/1947 aufgrund der schlechten Ernte und Nachkriegsarmut ebenfalls von einem Hungerwinter betroffen.
 

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