Hormon-Hochflug

Wenn die Sonne im Frühling lacht, geht es vor allem den Verliebten gut. Die Hormone sind auf Höhenflug, die Schmetterlinge im Bauch hören einfach nicht auf zu flattern und das Lächeln bekommt man auch nicht mehr aus dem Gesicht. Aber wieso ist das so?

Nach den dunklen und kalten Wintertagen bringt Licht wieder Schwung in den Alltag - schuld daran sind unsere Hormone. Diese kommen im Frühling aus Ihrem Winterversteck und wollen ganz hoch hinaus. Sie reagieren nämlich auf das Licht, welches durch die Augen zum Hirn gelangt. Die Lichtmenge steuert etwa die Produktion des Schlafhormons Melatonin - im Frühjahr wird weniger produziert, im Winter mehr. Doch durch die längeren Sonnenstunden und mehr Licht im Alltag muss dieses Melatonin anderen Hormonen weichen und Platz machen: Dem Testosteron und dem weiblichen Östrogen.

Kein Wunder also, dass Forscher das Phänomen bestätigen: Im Frühling steigt die sexuelle Erregbarkeit bei Menschen an. Die Tage werden länger, die Nächte werden kürzer und Mann und Frau sind spätestens ab Ostern auf Kuschelkurs. Dieses vermehrte Licht hat somit eine positive Auswirkung auf die Psyche, die Gefühle und die Hormone.

Stärker als Hormone

Hormone haben zwar einen entscheidenden Einfluss auf die Entstehung unserer Frühlingsgefühle, doch es gibt etwas, was stärker ist als Chemie: Die Psyche. Der Anblick von Sonne, Blumenwiesen und glücklichen Menschen steigert nicht nur die Vorfreude auf den Sommer, sondern auch das Wohlbefinden, die Liebesgefühle und das Glück. Es scheint fast so, wie als ob ein Frühjahrsputz in der Psyche stattgefunden hätte und der ganze alte Ballast aus kälteren Tagen sei abgeworfen worden.

Plötzlich geht man mit mehr Leichtigkeit durchs Leben, man ist nicht mehr so genervt, wenn man länger als fünft Minuten auf den Bus warten muss und dabei friert und genervt ist. Beziehungsprobleme scheinen dahin und man empfindet nur noch viel Liebe zum Partner oder man ist endlich bereit, jemand Neues kennenzulernen.

Frühlingsgefühle durch Sexualhormone?

Bei den Menschen ist der Frühling eine Zeit der gesteigerten Bereitschaft, sich durch das andere Geschlecht beeindrucken zu lassen. Die Sexualhormone lassen uns die Vertreter des anderen Geschlechtes attraktiver erscheinen, als sie bei nüchterner Betrachtung wären. Für die enthusiastischen Gefühle, wenn wir uns verlieben, sind jedoch Nervenbotenstoffe, die sogenannten Neurotransmitter, verantwortlich.

Dopamin macht die Liebe rauschhaft, Serotonin verlangt nach mehr Reizen und nach stärkeren Dosen von Liebe und Sexualität und Endorphine sorgen für Glücksgefühle und eine Hochstimmung. Aus diesen Gründen heißt es in dieser Jahreszeit: Alles auf sich zukommen lassen und genießen!

 

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