HOMECOMING - Beyoncé droppt überraschend neues Album und Film

Ein Album monatelang ankündigen und dann mit viel Pomp releasen? Naaa, das ist so gar nicht Beyoncés Ding. Und wahrscheinlich genau der Grund, warum sie gerade alle so lieben.

Beyoncé hält nichts von großen Ankündigungen und Releases. Warum auch? Sie ist Beyoncé. Und, wenn jemand einfach so ein Album droppen kann, dann wohl Queen B höchstpersönlich. Und es ist eigentlich auch egal, was sie macht - was diese Frau in die Hand nimmt, wird sowieso immer gut.

Und es wäre eben auch nicht Beyoncé, wenn sie einfach "nur ein Album" veröffentlichen würde. Genauso wie sie nicht "einfach nur ihre Schwangerschaft öffentlich machte", sondern sich in einem (vielleicht etwas) überladenenen Madonnen-Typus auf Instagram inszenierte und damit für eine Milisekunde kurz die Welt anhielt.

Nun musste für das Album natürlich noch eine Schippe zugelegt werden. Also hat Beyoncé zusammen mit ihrem Live Album "Homecoming" auch gleich einen Film veröffentlicht. Keinen Mini-Clip. Einen richtigen, mit Netflix im Rücken und jede Menge Epos, Glamour und vor allem: #empowerment.

Homecoming - ein Gesamtkunstwerk à la Beyoncé

Die Doku "Homecoming", die letzte Woche -ebenfalls überraschend- für heute angekündigt wurde, gewährt den ZuseherInnen einen Einblick in Beyoncés mittlerweile legendären Coachella -äh- Beychella-Auftritt im Jahr 2018 und erzählt von der "bewegenden Entwicklung eines kreativen Entwurfs zur kulturellen Bewegung". Tatsächlich ist der Film vor allem eine Hymne an die Black Power Bewegung und ein ermächtigendes Stück Musikgeschichte. Die Sängerin vermischt in der Netflix-Produktion Behind-the-Scenes-Ausschnitte mit autobiografischen Elementen - ein Dokumentarfilm, der ungewöhnlich ist und wahrscheinlich genau deswegen funktionieren wird. Die Inszenierung ihrer Familie steht dabei ganz groß im Vordergrund - das mag für viele kitschig und wenig authentisch wirken, dürfte aber Beyoncé wohl relativ egal sein. Sie feiert sich und ihr Oeuvre - und zwar kompromisslos und als episches Gesamtkunstwerk.

Ihr gleichnamiges Album schließt nahtlos daran an und ist eine Sammlung der besten musikalischen Highlights ihrer legendären Festival-Performance, die in 38 (!) Songs verpackt sind. Ein zweistündiger Auftritt zum Nachhören, ein Stück Musikhistorie für alle, die es live nicht miterlebt haben (oder einfach nicht genug bekommen). Als Bonus oben drauf hat Beyoncé auch noch zwei neue Titel gepackt, "I Been On" und "Before I Let Go".

Beyoncé macht in "Homecoming" das, wofür sie bereits mit ihrem Album "Lemonade" gefeiert wurde: sie feiert afroamerikanische Kultur, Feminismus, Women of Color und die Liebe und das diesmal sogar multimedial. Zur Freude ihrer Fans verzichtet sie diesmal auch darauf, ihre Inhalte ausschließlich über den Musikdienst ihres Mannes Jay-Z, Tidal, zu veröffentlichen. "Homecoming" können diesmal auch alle auf den großen Musik-Streamingdiensten wie Spotify hören. Beyoncé ist somit sogar ein bisschen demokratischer geworden, an ihrem Hymnenstatus dürfte das aber nicht rütteln. Eher im Gegenteil: es macht sie nur noch beliebter.

HOMECOMING: THE LIVE ALBUM

 

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