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Kinderwunsch mit Multiple Sklerose, geht das?

Bei Anita wurde die unheilbare Krankheit MS diagnostiziert - ihren Kinderwunsch erfüllte sie sich trotzdem. Das gab ihr Kraft, trotz Rückschlägen.

Ein Freitag im April. Anita ist Diätologin. Sie arbeitet gerne und viel. Möchte noch ein berufsbegleitendes Studium absolvieren. Ihr Arbeitstag am LKH Fürstenfeld beginnt an diesem Morgen routinemäßig. Doch etwas ist anders. "Plötzlich habe ich auf dem linken Auge nichts mehr gesehen“, erinnert sie sich zurück. Als ihr Sehvermögen immer mehr nachlässt, packt sie ihre Sachen und fährt nach Hause. Ein Augenarzt schiebt sie noch spontan vor dem Wochenende ein. Und schickt die Steirerin kurz darauf mit einer Überweisung für ein „MR mit Verdacht auf Gehirntumor“ heim.

MS und Schwangerschaft: Geht das?

Ein Wochenende des Bangens. Dann, nach einigen Tagen, ist klar: Es ist MS. Anita war zum Zeitpunkt der Erstdiagnose 26. Und fiel somit in die Gruppe der Hauptbetroffenen. Denn die Krankheit tritt meist im jungen Erwachsenenalter – von 20 bis 40 Jahren – auf. Frauen sind häufiger betroffen als Männer. Mehr als mit den Symptomen selbst hatte die Steirerin zunächst mit den Nebenwirkungen der Medikamente zu kämpfen. „Das erste Jahr war hart“, sagt sie. Bis es schließlich nach einer Therapieumstellung wieder aufwärtsging. Ihr Sehvermögen hat sich gebessert. Und mit der neu geschöpften Kraft kam der Kinderwunsch.

Doch geht das mit einer unberechenbaren Krankheit? Medizinisch betrachtet: Ja. MS ist nicht erblich und hat keine negativen Auswirkungen auf das ungeborene Kind oder die Schwangerschaft. Vereinzelt wird sogar darauf hingewiesen, dass eine Schwangerschaft den Krankheitsverlauf günstig beeinflussen kann. Schübe sind in dieser Zeit sogar unwahrscheinlich. So war es auch bei Anita: Schwangerschaft und Geburt verliefen problemlos. Die Ärzte rieten der jungen Mutter zwar, nur drei Monate zu stillen und dann wieder mit der Therapie zu beginnen. "Ich habe aber gehört, dass es Patienten gibt, die nach der Geburt gar keinen Schub mehr hatten. Und das wollte ich ausprobieren. Ich wollte es wissen", gesteht sie.

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Bis zu diesem einen Tag. Die junge Mutter besuchte eine Fortbildung in Wien, ihr Baby war damals acht Monate alt. Bereits während der Fahrt in die Bundeshauptstadt spürte sie, wie ihr die Beine einschliefen und sie schließlich irgendwann bis zum Hals gar nichts mehr spürte. Es folgte ein schwerer Schub, Darmlähmung inklusive. Und dann war er erstmals da, dieser Moment: „Wo ich das Gefühl hatte, dass es mir nicht immer möglich sein wird, auf mein eigenes Kind zu schauen“, sagt Anita matt.

Durch das Kind war da so viel Schönes am Tag, dass ich nie wirklich in ein schwarzes Loch gefallen bin.

von Anita

"Das war für mich schlimmer als die Diagnose. Und dann kamen Gedanken wie: War es eine naive Entscheidung, ein Kind zu kriegen? Wie wird das in Zukunft gehen? Bleibt das?“ Ihre Familie gab ihr damals Halt und sprang ein, wenn sie nicht konnte. Und genau dieser kleine Mensch in ihrem Arm war es, der ihr Kraft gegeben hat. "Durch das Kind war da so viel Schönes am Tag, dass ich nie wirklich in ein schwarzes Loch gefallen bin."

Wie erklärt man es dem eigenen Kind?

Da waren so viele Entwicklungsschritte, die sie miterleben wollte. Das gab Motivation. Und sie kämpfte sich zurück nach diesem schweren Schub. Heute, sechs Jahre nach der Erstdiagnose, ist Anita mittlerweile zweifache Mama. Seit der Geburt ihrer zweiten Tochter – und das ist jetzt zehn Monate her – hatte Anita keinen Schub mehr. Die Auswirkungen ihrer Krankheit merkt sie heute an ihrem Gang, sie leidet unter Gleichgewichtsproblemen. "Ich würde nie ohne Handlauf die Stufen hinuntergehen. Ich weiß auch, dass ich mein Kind ein wenig anders halten muss, weil ich links weniger Kraft habe."

Doch wie erklärt man einem vierjährigen Sausewind, dass seine Mama nicht immer mitlaufen kann? Anitas Tochter weiß, dass ihre Mama MS hat. "Sie war auch schon im Krankenhaus mit, wenn ich eine Therapie bekam.“ Kinder haben feine Antennen und spüren, wenn etwas nicht stimmt. Deshalb ist es gut, sie miteinzubeziehen und kein Geheimnis aus der Krankheit zu machen. Anita und ihre Tochter sind der beste Beweis: Die Kleine hat nicht viele Fragen. Immerhin kennt sie ihre Mama nur mit MS – also alles ganz normal für sie.

Entgeltl. Einschaltung/ Mit freundlicher Unterstützung von Novartis Pharma GmbH/ Datum der Erstellung: 06/2017/ AT1706657582

 

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