Hollywoods Frauen demonstrieren für gleiche Löhne

Während der Filmfestspiele in Cannes haben Schauspielerinnen ein Zeichen gegen Chancenungleichheit gesetzt.

Cate Blanchett, Cléménce Poesy,Marion Cotillard und Salma Hayek: 82 Frauen aus der Filmbranche haben am vergangenen Samstag für Chancengleichheit demonstriert und trugen dabei eine bewegende Rede vor. Und das mitten auf dem roten Teppich der Filmfestspiele in Cannes.

Abendroben, Glamour & Protest

Den Anfang machten Cate Blanchett und Kristen Stewart. Sie schritten Hand in Hand den roten Teppich entlang, bis immer mehr Frauen dazu kamen. Unter anderem Salma Hayek und die 89-jährige Regisseurin Agnès Varda. Es dauerte nicht lange, bis sich auf den Stufen des Festivalpalasts eine große Traube bildete.

Stellvertretend für 82 Frauen aus der Filmbranche trug die Oscar-Preisträgerin Cate Blanchett gemeinsam mit der französischen Regisseurin Agnès Varda ihren Appell vor: "Die Stufen unserer Industrie müssen für alle zugänglich sein! Los geht's!"


Wie in den meisten Branchen, herrscht auch in der Filmbranche noch immer eine ungerechte Verteilung der Arbeitsplätze. So gibt es zum Beispiel nur einen Bruchteil an weiblichen Kamerafrauen und Regisseurinnen. "Frauen sind auf der Welt keine Minderheit und doch sieht die Realität in der Industrie anders aus", so Blanchett. Und sie erklärt weiter: "Als Frauen stehen wir alle vor eigenen Herausforderungen, aber wir stehen heute gemeinsam auf diesen Stufen als Symbol für unsere Entschlossenheit und unser Engagement für den Fortschritt." Zustimmend hielten daraufhin alle 82 Frauen ihre Fäuste in die Luft.

82 Frauen

Aber warum genau 82? Diese Zahl steht für die lächerlich geringe Anzahl an Regisseurinnen, die in den vertgangenen 70 Jahren ihre Filme beim Festival in Cannes zeigen konnten. Dagegen waren es 1886 (!) Filme männlicher Regisseure. Während der vergangenen Jahrzehnte gewann nur eine Frau die Auszeichnung der Goldenen Palme für den besten Film. Und das ist auch schon länger her. 1993 wurde die Neuseeländerin Jane Campion für ihren Film "Das Piano" prämiert.

Der Protest gilt nun als Hoffnungsschimmer für alle filmschaffenden Frauen.

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