Hofer will alte Bundeshymne singen

In einem "Profil"-Interview sagt Norbert Hofer (FPÖ), dass er als Präsident die alte Hymne - ohne große Töchter - singen will.

Wie das Wochenmagazin "Profil" berichtet, hat der Bundespräsidentschaftskandidat Norbert Hofer (FPÖ) angekündigt, dass er die Bundeshymne ohne "große Töchter" singen wird, sollte er Präsident werden.

„Es ist ja nicht verboten, einen anderen Text zu singen", gab er als Begründung an. Dass der Text gesetzlich so vorgegeben ist, nehme er zwar "zur Kenntnis", doch er singe die Hymne trotzdem lieber so „wie sie meine Mutter und meine Großmutter gesungen haben“.

Sprache macht Frauen (un-)sichtbar


Ende 2011 wurde im Bundesgesetz über die Bundeshymne der Republik Österreich die „geschlechtergerechte Änderung der Österreichischen Bundeshymne" beschlossen. Mit dem Zusatz "Heimat großer Töchter und Söhne" soll die Leistung österreichischer Frauen - von Kaiserin Elisabeth bis Bertha von Suttner, von Bertha Pappenheim bis Elfriede Jelinek, von Ingeborg Bachmann bis Ute Bock - gewürdigt werden.

Seit der Textänderung gab es viel Kritik. Der Musiker Andreas Gabalier regte sogar eine Volksbefragung zum Thema an - betonte aber im gleichen Atemzug, dass Österreich andere Probleme habe.

Wer Frauen sprachlich ausblendet, macht sie unsichtbar, meinen Befürworterinnen der neuen Hymne. Die Diskussion darüber zeige nur, wie wenig Frauen in diesem Land geschätzt werden. Norbert Hofer ist in der Vergangenheit bereits mit frauenfeindlichen Aussagen aufgefallen - so will er Frauen etwa eine "Bedenkzeit" vor der Abtreibung vorschreiben (die WIENERIN hat berichtet).

 

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