Hochsensibilität

Straßenlärm, unangenehme Gerüche, die Gefühle anderer Menschen - was für die meisten kein Problem darstellt, wirkt sehr intensiv auf Hochsensible und kann sie leicht aus dem Gleichgewicht bringen. Wir haben alle Fakten zum Leben zwischen Begabung und Reizüberflutung zusammengefasst.

Nach Expertenschätzung leiden rund 20 Prozent aller Österreicher unter einem Zuviel an Reizen. Man nennt diese Menschen „hochsensible Personen". Bei diesen Personen gelangen mehr Reize als üblich in ihr Bewusstsein - das bedeutet: Sie können Details und Reize intensiver wahrnehmen und verarbeiten. Ein hochsensibler Mensch sieht, hört, schmeckt, riecht und fühlt mehr, daher kommt es auch leichter zu einer Reizüberflutung.

Grund dafür: Bei Hochsensiblen werden Sinnesreize im Gehirn weniger gefiltert als üblich. Sie nehmen Dinge bewusst wahr, die normalerweise von anderen Menschen nicht wahrgenommen werden. So wie etwa das ständige Rauschen des Verkehrs oder den Geruch eines dezenten Parfums. Hochsensibilität bedeutet demnach eine gesteigerte Sensibilität in Bezug auf die Wahrnehmung und Verarbeitung von Reizen und nicht die eine emotionale Dünnhäutigkeit eines Menschen.

Zart besaitet 2.0

Hochsensibilität gibt es seit Jahrtausenden. Sensiblere Menschen konnten in der Vergangenheit besser überleben, zu einem Problem ist diese Gabe erst in der heutigen Zeit gekommen, da man sich vor kaum Reizen retten kann. Überall sind millionen von Sinneseindrücken, ob in der U-Bahn, in der Werbung, in Web 2.0. Zum Problem geworden ist die Hochsensibilität also erst durch die Schnelllebigkeit und die Hektik unserer Zeit.

Hochsensible haben nicht etwa bessere Sinnesorgane, sondern sie verarbeiten Sinneseindrücke komplexer. So werden Details mehr wahrgenommen, Emotionen intensiver gespürt und selbst kleinste Unstimmigkeiten bleiben nicht unbemerkt.

Hochsensibilität entwickelt sich häufig erst zum Potenzial, wenn sie erkannt, akzeptiert und integriert wird. Dinge, Trends und Stimmungen wahrnehmen zu können, die an anderen Menschen vorübergehen, kann eine enorme Bereicherung sein und diese Fähigkeit bildet die Basis für Intuition, Kreativität und Innovation sowie einfühlsame Kommunikation. So verwundert es nicht, dass hochsensible Menschen leisten als Schriftsteller, Philosophen, Künstler, Forscher und in vielen weiteren Bereichen einen bedeutenden Beitrag für unsere Gesellschaft.

Tipps für ein inneres Gleichgewicht

Durch die intensive Reizwahrnehmung brauchen Hochsensible mehr Zeit zur Verarbeitung dieser vielen Reize und dadurch auch mehr Ruhephasen und Schlaf, damit sie nicht in Stress geraten und es zu keiner Reizüberflutung kommt.

Überreizung entsteht dann, wenn jemand zu lange Stress ausgesetzt war, ein Hochsensibler etwa zu lange auf einer Party geblieben ist, zu lange gearbeitet hat, oder anderweitig länger einer Reizüberflutung ausgesetzt war. Dabei produziert der Körper Stresshormone und kommt in einen Zustand erhöhter Gefahrenerwartung, man fühlt sich ruhelos und gejagt. Also gönnen Sie sich Ihre Auszeiten, wenn Sie merken, dass Ihnen alles zu viel wird. Zusätzlich helfen Yoga, Tai-Chi oder Qi Gong, das Gleichgewicht in sich selbst und im Leben zu finden.

Doch das Wichtigste ist: Lernen Sie Ihre hohe Sensibilität als Gabe und etwas Besonderes zu sehen und nicht als Last.

Am wichtigsten ist, dass Sie Ihre Hochsensibilität akzeptieren und nicht als Schwäche sondern als große Stärke definieren. Sie können von Ihrer Hochsensibilität profitieren wenn Sie lernen richtig damit umzugehen und Ihr Leben danach ausrichten dass Sie sich mit dieser besonderen Eigenschaft wohlfühlen.
 

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