Hitchcock

Ein Mörder mit Persönlichkeitsspaltung, sein blondes Opfer und ein Duschvorhang. 1960 verwandelt ein Genie diesen Alptraum in einen Kassenschlager. Hitch (Anthony Hopkins) hat das richtige Rezept für Gänsehautkino. Hinter den Kulissen führt aber Ehefrau Alma (Helen Mirren) Regie.

Abgelehnt!
Als Meisterregisseur Alfred Hitchcock (Anthony Hopkins im Fatsuit) 1959 der Krimimalroman "Psycho" von Robert Bloch in die Hände fällt, weiß er, dass er genau diesen Stoff verfilmen muss. Basierend auf dem realen Fall des Frauenmörders Ed Grein erwirbt er die Rechte an der gruseligen Story. Nach seinen kommerziell erfolgreichen Filmen wie Der unsichtbare Dritte möchte der gefeierte Star-Regisseur sich mit Psycho neu positionieren. Die mächtigen Studiobosse lehnen das Projekt ab. Die Hollywood-Presse ist von der Thematik angewidert.

Umgesetzt!
Von seiner Idee besessen investiert „Hitch" - wie ihn Ehefrau Alma (Helen Mirren) nennt - Eigenkapital in sein Herzensprojekt. Auch seine Privatvilla wird mit einer Hypothek belegt. In 30 Tagen Drehzeit soll die „Gruselinnovation" abgedreht sein. Am Set stehen mit Janet Leigh (Scarlett Johansson) und Anthony Perkins (James D'Arcy) Jungstarts in den Startlöchern, die bereit sind, für Hitch alles zu geben. Auch ein Star aus einem früheren Hitchcock-Film, die umwerfende Vera Miles (tatsächlich UMWEFEND: Jessica Biel) ist mit von der Partie.

Hitchcock

Dass die weibliche Hauptperson schon nach 30 Filmminuten „ex gehen" soll, ist neu und gewagt. Die geniale Drehbuch-Idee stammt wieder einmal von „Mrs. Hitchcock", Alma Reville, die seit fast 40 Jahren am Oeuvre des großen Meisters mitwirkt. Als Cutterin, Drehbuchautorin, Beraterin und Ehefrau. Überhaupt ist Alma der wichtigste Bestandteil jedes guten Hitchcock-Films.

Daher entgeht ihrer Wachsamkeit auch nicht, dass Hitch ein lüsternes Auge auf seine blonde Hauptdarstellerin Janet Leigh geworfen hat ...

Schon lange vor seinem offiziellen Filmstart warf dieser Film seine Schatten voraus: Kult-Regisseur, Kult-Film, Starbesetzung und die Nominierung für den Make-Up-Oscar 2013.
Schwer bei so viel Glamour objektiv zu bleiben: Anthony Hopkins und Helen Mirren haben definitiv ein paar gute Szenen, Jessical Biel ist so gut wie nie und Scarlett Johansson kann fantastisch schreien. Den Make-Up-Oscar hätte man mit diesem exzellenten 60thies-Styling ehrlich verdient. Trotzdem fehlt diesem Bio-Film etwas Entscheidendes: Die berühmte „Hitchcock-Spannung“.
 

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