Hilft Gin-Tonic wirklich gegen Gelsenstiche?

Der beliebte Drink wird derzeit als Anti-Mücken-Mittel gefeiert. Aber ist er das auch wirklich?

Gäbe es Lobbyisten für die Gin-Industrie, sie würden sich dieser Tage wohl besonders feiern. Denn Gin wurde in den letzten Wochen als Wundermittel für gefühlt alles bezeichnet. Manches ist einfach nur Blödsinn, anderes tatsächlich wahr: So ist die Spirituose aufgrund ihrer niedrigen Histaminwerte bei Heuschnupfen nachweislich anderen alkoholischen Getränken zu bevorzugen (mehr dazu hier).

Nun heißt es aktuellen Berichten zufolge, Gin könne in Kombination mit Tonic sogar gegen Mückenstiche helfen.

Die einfache Rechnung: Die ätherischen Öle des Wacholders (im Gin) wirken als natürlicher Mückenschutz, da die Tiere von den Bitterstoffen im Getränk abgeschreckt werden. Tonic wirkt schließlich schmerzlindernd und betäubend.

Das Problem: So einfach ist das -leider- nicht.

Auch, wenn wir Gin Tonic gerne als Ausrede benutzen würden, um uns "vor Gelsen zu schützen", müssten wir, Experten zufolge, ganz schön viel davon trinken, um tatsächlich eine Schutzwirkung gegen die lästigen Biester zu erzielen.

Die deutsche Zeitung die Weltwiderlegte den Mythos bereits 2007 in einem Artikel:

Gin soll auch gut sein, man muss nur soviel trinken, dass einem der Alkohol aus den Poren quillt. Das erfreut, denn so ein Dutzend Gin Tonics an einem Sommerabend sind eine feine Sache. Tatsächlich merkt man die Mücken dann nicht mehr, stechen tun sie aber trotzdem. Immerhin hat man am nächsten Tag andere Sorgen als ein paar juckende Hubbel.
von welt.de

Die Anti-Mücken-Wirkung ist somit leider eher Wunschdenken als Wahrheit. Doch zumindest können wir uns damit trösten, dass unser Lieblings-Cocktail keine zusätzlichen Mücken anzieht. Wer sich aber tatsächlich gegen Gelsen & Co. schützen will, sollte lieber weiterhin auf altbewährte Methoden setzen.

 

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