Heuer starben doppelt soviel Kinder bei Verkehrsunfällen wie in den zwei Jahren davor

Seit Jahresbeginn sind in Österreich bereits 13 Kinder im Straßenverkehr ums Leben gekommen.

2019 starben bereits doppelt so viele Kinder im Verkehr wie in den zwei Jahren davor

Am Sonntag starb ein vier Jahre altes Mädchen, nachdem ein 90-jähriger Autofahrer in Salzburg-Gneis in eine Gruppe Fußgänger*innen fuhr. Die Ursache ist noch ungeklärt, der tragische Fall aber Teil einer statistischen Häufung: Allein bis Ende August 2019 starben mehr Kinder im Straßenverkehr als in den Jahren 2017 und 2018 zuvor, wie der Verkehrsclub Österreich (VCÖ) meldet.

Zu schnell, zu schmal zu unübersichtlich

"Es wäre falsch, diese Serie an schrecklichen Unfällen als Einzelfälle abzutun", sagte VCÖ-Sprecher Christian Gratzer gegenüber dem Standard. Er fordert: Familien müssen besser vor Raser*innen und alkoholisierten Lenker*innen geschützt werden. Ein zu hohes Tempo im Ortsgebiet, unübersichtliche Kreuzungen und zu schmale Gehwege gefährden die Verkehrssicherheit von Fußgänger*innen - vor allem, wenn es sich um Kinder handelt. Häufig würden sichere Geh- und Radverbindungen von einer Siedlung zum nächsten Ortsgebiet oder zur Bushaltestelle an Freilandstraßen führen.

"In der Vergangenheit wurden viele Maßnahmen gesetzt, damit Kinder verkehrsgerecht werden. Massiv vernachlässigt wurden Maßnahmen, die das Verkehrssystem kindgerecht machen", kritisierte Gratzer. In den Niederlanden sei das etwa anders: Dort ist der Anteil der Kinder, die zu Fuß oder mit dem Rad mobil sind, ein Indikator für die Qualität der Verkehrsplanung.

Tausende verletzte Kinder pro Jahr

Von 2016 bis 2018 sind laut VCÖ in Österreich rund 8.500 Kinder bei Verkehrsunfällen verletzt worden, davon 3.500 als PKW-Insass*innen und etwa 2.000 als Fußgänger*Innen. Zehn Kinder kamen als Insass*innen eines PKWs ums Leben, sechs starben als Fußgänger*innen im Straßenverkehr. Auch insgesamt ist die Zahl der Verkehrstoten im laufenden Jahr gestiegen.

 

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