Herzblut

Volker Klüpfel und Michael Kobr kommen mit ihrer „LitComedy“ um ihren siebten „Klufti“-Krimi nach Österreich. Im Interview mit uns geben die Autoren einen Einblick in die Allgäuer Seele ...

"Kluftinger - Die Show" hat nichts mit „herkömmlichen" Lesungen zu tun, wie wir sie kennen. In ihrer multimedialen „LitComedy-Show bietet das selbstironische Autorenteam Volker Klüpfl und Michael Kobr mit vollem Einsatz und darstellerischen Talent eine Multiperformance rund um die Geschichten ihres Romanhelden Komissar Kluftinger.

Gespickt ist das Ganze mit kabarettistischen Einlagen, multimedialen Elementen, wie filmischen Reportagen, und natürlich den witzigen Wortgefechten von Kommissar Kluftinger und seinem Lieblingsfeind Dr. Langhammer. Jetzt kommt die Show nach Österreich - wir baten die beiden Herren zum Interview.

Gibt es für Sie eine schlimmere Beleidigung als den Stempel „Regionalkrimi"?

Klüpfel:Ein paar würden mir einfallen, aber die sag ich hier nicht. „Regionalkrimi" ist halt immer abwertend. Nach dem Motto: Es gibt richtige Krimis und dann noch Regionalkrimis. Dabei spielen doch alle Krimis irgendwo!

Kobr: Wir sind mit Milchgeld in der Art gestartet, haben uns seitdem jedoch redlich bemüht, keine Regionalkrimis zu schreiben. Aber aus einer Schublade kommt man verdammt schwer wieder raus ...

Funktioniert der Allgäuer Humor auch in Wien?

Klüpfel:Wir Allgäuer haben keinen Schmäh, unser Charme hat in etwa die Geschmeidigkeit einer zerklüfteten Felswand. Aber wir haben uns schon öfter auf die Bühnen unseres Nachbarlandes gewagt, und der Humor war immer kompatibel. Vielleicht auch, weil wir mit dem österreichischen Humor groß geworden sind. Wir hatten ja nicht viel als Kinder, aber wir hatten ORF. Und damit Petzi, Enrico und später Kottan und die Hektiker ...

Kobr: Ich bin schon froh, dass Valentin Bydlinski, unser Wiener Kommissar, der in zwei Büchern dabei war, diesmal nicht auftaucht. Denn in Wien als Allgäuer einen Wiener auf Wienerisch lesen zu müssen, ist die Höchststrafe. Nicht nur für die Wiener!

Die wenigsten Österreicher wissen, wo der Allgäu liegt. Eingeschlagen hat Ihr Krimi bei uns dennoch.

Klüpfel: Ja, sehen Sie, es heißt ja auch das Allgäu. (Die Interviewerin ist Deutsche ... Anm. der Red.) Heute weiß man über Mauritius mehr als über kleine, exotische Regionen im deutschsprachigen Raum. Grund genug, hier ethnologisch forschend tätig zu werden. Quasi: Kuhschellen statt Seychellen.

Kobr:Kluftinger funktioniert nicht deshalb, weil er Allgäuer ist, sondern eher trotzdem. Bei den Shows kommen oft Damen aus dem hohen Norden Deutschlands, die uns sagen, ihr Mann sei genau wie Kluftinger. Und die norddeutsche Mentalität ist von unserer viel weiter weg als die österreichische! Klufti ist halt ein authentischer Typ, und den gibt's in Favoriten wie in Sankt Pauli.

 

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