Herbstkräuter

Bei der Wanderung durch die Natur lassen sie sich jetzt überall sammeln – die herrlichsten Herbstfrüchte. Sie sehen nicht nur als Dekoration hübsch aus, sondern bringen Sie auch gestärkt durch die kühle Jahreszeit.

Rosskastanie

Rosskastanien wirken blutreinigend, blut- und hustenstillend, schmerzstillend und sind venenwirksam. In den Überlieferungen der Volksheilkunde heißt es, dass die Kastanie, in der Rock- oder Hosentasche getragen, die Neigung zu Rheuma mindern und gleichzeitig allzu festgefahrene Ansichten lösen sollen.


Die klassischen Anwendungsbereiche liegen im Bereich der Venen (bei Krampfadern), als Haut- und Blutgefäßmittel, auch gegen Durchfall - also überall dort, wo es um Durchlässigkeit geht. Man verwendet die Rinde (geschält entweder im Oktober, November oder im März und April) oder die Früchte (gesammelt ab September, Oktober) als Tee oder Tinktur äußerlich bei Frostbeulen, Warzen, Geschwüren und Rheuma, aber auch bei Sonnenbrand. Innerlich eingesetzt, hilft die Rosskastanie vor allem bei Darmkatarrh, bei Gebärmutterblutung oder auch Husten.

Pulver aus den reifen (geschälten), getrockneten Früchten können mit Wasser zu einem Pflaster gegen Rheuma gerührt werden. Das Kastanienmehl zu gleichen Teilen mit Gerstenmehl und Apfelessig verrührt, ist eine Auflage bei verhärteter Brust stillender Frauen. Außerdem ergibt es eine gute Maske für nervöse, sonnengeschädigte Haut. Die Tinktur stellt man aus Blüten, Rinde, Blättern und/oder zerkleinerten Früchten her. Sie ist als Einreibung bei Venenerkrankungen geeignet, tropfenweise auch für den innerlichen Gebrauch.

Walnuss

Die Fruchtschalen wirken schweißhemmend, die Blätter reinigen das Blut und die Haut und wirken entzündungshemmend. Die Nüsse selbst stärken Nerven und Gedächtnis.


Walnuss-Schnaps: Eine Handvoll grüne Walnüsse vierteln und mit 70-prozentigem Alkohol übergießen, an einem warmen Ort 4 bis 6 Wochen stehen lassen, öfters schütteln. Nach dem Abfiltrieren so lange stehen lassen, bis der Schnaps sich geklärt hat, dann vorsichtig in eine neue Flasche umleeren. Zum Trinken nach Geschmack mit destilliertem Wasser verdünnen. Diese Essenz hilft bei Magenbeschwerden, bei grippalen Infekten, wirkt blutreinigend und Harnsäure ausschwemmend.

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Eberesche


Die Eberesche wirkt zusammenziehend, kühlend, ausscheidend, blutstillend, verdauungsfördernd und menstruationsregulierend. Die leuchtend roten Beeren entahlten reichlich Vitamin C, sind aber so sauer und bitter, dass man sie nicht roh essen kann.

Vogelbeersirup:1 kg Vogelbeeren anquetschen und mit 1 l Wasser auf kleiner Flamme etwa ½ Stunde kochen. Mit dem Mixstab pürieren und anschließend durch ein Mulltuch abgießen. ½ l Dicksaft von Birnen oder Agaven (Reformhaus) in den Saft rühren, 1 TL Zimt zufügen und nochmals ½ Stunde kochen lassen. In Flaschen gefüllt und kühl aufbewahrt, ist der Sirup etwa 1 Jahr haltbar.

Hallimasch


Dieser Pilz lebt parasitär vor allem an Baumstümpfen, auf versteckten Wurzeln und an Bäumen. Für die befallenen Wirtspflanzen bedeutet er den sicheren Tod. Der Gemeine Hallimasch ist im Herbst häufig anzutreffen und ist an den vielen Schuppen auf dem 3 bis 10 cm breiten ockerfarbenen Hut, dem beringten, zähen Stiel und der typischen büscheligen Wuchsform leicht zu erkennen. Der seltenere Honiggelbe Hallimasch (Armillaria mellea) zeigt sich in einem dunklerem Gelb mit weniger Schuppen und besitzt hellere Lamellen. Dieser Pilz kann in der Küche ebenfalls verwendet werden.
Dem Pilz wird schon in der Volksheilkunde eine heilende Wirkung zugeschrieben. In aktuellen medizinischen Studien wurde jetzt seine antibakterielle Wirkung, beispielsweise bei Erregern der Lungenentzündung, bestätigt. Auch eine beruhigende und krampflösende Wirkung konnte ebenfalls nachgewiesen werden. Außerdem soll der Hallimasch abführend wirken und gilt als wirksames Mittel gegen Hamorrhoiden.

Kirschroter Speitäubling


Der giftige Speiteufel, wie dieser Pilz auch genannt wird, wird ausschließlich homöopathisch verwendet. An seiner leuchtend roten Hutfarbe ist er bereits von Weitem erkennbar. Probiert man ihn, so brennt sein Fleisch schon nach kurzer Zeit auf der Zunge.

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Er ist vom Sommer bis Herbst in feuchten moorigen Nadelwäldern, in der Nähe von Kiefern oder Fichten zu finden. Täublinge leben mit den Bäumen in Symbiose und stellen ihnen Mineralstoffe und Wasser zur Verfügung, dass sie weitaus besser aus dem Boden lösen können, was besonders in Trockenzeiten von Bedeutung ist. Im Gegenzug „nimmt" der Pilz Nährstoffe vom Baum auf.

Der Hut ist 4 bis 8 cm im Durchmesser und präsentiert sich erst halbkugelig und in höherem Alter weit ausgebreitet. Der Stiel kann bis 8 cm hoch wachsen, er ist weiß und manchmal runzelig. Der Hut glänzt feucht und ist leuchtend hellrot. Die Haut des Hutes lässt sich, wenn der Pilz feucht ist, fast ganz abziehen. Die Lamellen der Unterseite sind weiß, der ganze Pilz riecht nach Obst. Ein wichtiges Erkennungsmerkmal der Täublinge ist, dass der Stiel wie Apfelfleisch bricht und sich nicht in Fasern zerteilen lässt.

Verwendung in der Homöopathie: Als Ausgangsmaterial für die Zubereitung der homöopathischer Arzneien dient der frische Pilz. Er wird bei Ängsten, intensiven Magenschmerzen, die sich durch kalte Getränke bessern und bei Essig-Aversion, die allein den Geruch unerträglich macht, angewendet.

Lackporling


Der bis zu 60 cm große Lackporling ist ein parasitärer Pilz. Die Oberfläche seines Hutes wird von einer runzeligen Kruste bedeckt. Der Pilz ist platt und oft unregelmäßig und hat einen weißen Rand. Die weißen Poren verfärben sich bei Berührung braun; die rostbraunen Sporen unterscheiden ihn vom Rotrandigen Baumschwamm, mit dem er leicht zu verwechseln ist. Der Lackporling wächst bevorzugt auf Laubbäumen und ist mehrjährig. Man kann ihn wegen seiner hölzernen Konsistenz nicht essen.

Der wässrige Extrakt (der durch Auskochen gewonnen wird) und auch der Alkoholextrakt des Fruchtkörpers haben starke antioxidative Eigenschaften, machen also die für die Zellalterung verantwortlichem freien Sauerstoffradikalen unschädlich.
Der Alkoholextrakt mindert außerdem die Komplikationen bei einer Diabetes-Erkrankung. Die im Pilz enthaltenen Polysaccharide stärken die Magenschleimhaut und lindern die Beschwerden bei Magengeschwüren. Seine antibakteriellen Eigenschaft verschaffen Erleichterung bei bakteriellen Infektionen, die schulmedizinisch vorwiegend mit Antibiotika therapiert werden.

Mögliche Indikationen: Diabetes, Anti-Aging, Gastritis, Magengeschwür, Infektion durch Gram-Bakterien

Diese und weitere Kräutertipps finden Sie in folgenden Büchern: „Die Kräuter in meinem Garten", „Kultplätze in Oberösterreich", „Es blüht für deine Seele" (siehe Infobox links).

 

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