Herbizide im weiblichen Intimbereich?

Eine neue Studie weist Spuren von Glyphosat in konventionellen Tampons und Binden nach. Diese werden in der konventionellen Landwirtschaft zur Unkrautbekämpfung eingesetzt.

Ein Forscherteam der argentinischen Universität La Plata fand kürzlich heraus, dass 85% der konventionellen Tampons und Binden mit Glyphosat, einem Bestandteil vieler Breitbandherbizide, die in der konventionellen Landwirtschaft zur Unkrautbekämpfung eingesetzt werden, belastet sind.

Krebserregende Stoffe in Monatshygiene

90% aller konventionellen Tampons und Binden bestehen aus Zellstoff bzw. aus konventioneller Baumwolle. Nahezu 100% der in Argentinien und vielen anderen Ländern angebauten Baumwolle sind mittlerweile genmanipuliert und werden mit Unkrautvernichtungsmitteln (Herbiziden), die u.a. Glyphosat enthalten, behandelt. Das Problem: Durch die Schleimhaut oder offene Wunden nimmt der Körper die schädlichen Inhaltsstoffe wie Glyphosat verstärkt auf. Die International Agency for Research on Cancer (IARC) der Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat diese Herbizide als potentiell krebserregend eingestuft.

Chemikaliencocktail meist unerkannt


Die Erdbeerwoche, eine Wiener Bewusstseinsplattform, die bereits seit 2011 über die Problematik konventioneller Frauenhygiene aufklärt, bestätigt: „Aus vorherigen Studien wissen wir, dass in den Rohstoffen, die in Tampons und Binden verarbeitet werden, immer wieder gesundheitlich bedenkliche Chemikalien und Inhaltsstoffe zum Einsatz kommen. So wurden bereits Dioxinrückstände in Tampons und Weichmacher (Phtalate) in Slipeinlagen gefunden. Dass nun aber auch Spuren von Glyphosat in Hygieneprodukten gefunden wurden, schockiert uns zutiefst, erklärt Annemarie Harant, Co-Gründerin der Erdbeerwoche. „Frauen müssen endlich darüber Bescheid wissen, was in den Produkten, die sie an der empfindlichsten Stelle des Körpers tragen, steckt. Wir fordern daher eine gesetzliche Kennzeichnungspflicht der Inhaltsstoffe auf den Verpackungen von Tampons und Binden, so wie dies bei Lebensmitteln und Kosmetika längst der Fall ist,“ ergänzt Bettina Steinbrugger, ebenfalls Co-Gründerin der Erdbeerwoche.

Bio als Alternative

Biologische Produkte sind hier eine gute Alternative, zum Beispiel vom Tampon- und Bindenhersteller Organyc. Inhaltsstoffe und entsprechende Gütesiegel sollten bei vertrauensvollen Anbietern detailliert auf der Packung aufgelistet sein. Bei Tampons und Binden aus 100% zertifizierter Biobaumwolle können Sie sicher sein, dass keinerlei Chemikalien, problematische Kunststoffe oder synthetische Duftstoffe enthalten sind.

Auch immer mehr Gynäkologen empfehlen Frauen, die zu Hautirritationen neigen, Produkte aus Biobaumwolle. Etwa Dr. Christian Matthai, Gynäkologe und Lifestylemediziner: „Die Vagina ist ein stark resorbierendes Organ, das Schadstoffe leicht aufnehmen kann. Aus diesem Grund sind nachhaltige Produkte, z.B. aus 100% Biobaumwolle, eine Alternative für alle Frauen.“

 

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