Herbert Kickl wird von seiner Cousine gerügt

Am Montag hat Bundespräsident Alexander Van der Bellen die neue Regierung angelobt und damit auch den ehemaligen FPÖ Generalsekretär Herbert Kickl zum Innenminister gemacht. Die Familie Kickl ist davon offenbar nur mäßig begeistert.

Die Angelobung ist vorbei, die neue Regierung im Amt. Seit Montag wird Österreich ganz offiziell von einer schwarz-blauen Koalition regiert, neuer Innenminister ist der ehemalige Generalsekretär der FPÖ, Herbert Kickl. Dessen Cousine Daniela Kickl ist davon offenbar nur mäßig begeistert und hat in einem Facebook-Posting keine besonders schmeichelhaften Worte für ihr Familienmitglied gefunden.

"Lieber Cousin Herbert," beginnt Daniela Kickls Nachricht. "Du hast es tatsächlich geschafft!" Sie gratuliert erst höflich, wechselt aber rasch zur Kritik.

Die grundsätzliche Politik der FPÖ umschreibt sie in einem sarkastischen Textauszug als ausländerfeindlich: "Gut, dass Ihr immer für alles Ungemach die Ausländer verantwortlich macht, dass wissen eh alle. Völlig zurecht freilich, sackeln uns diese Gfrastsackln doch förmlich aus. Und die paar ausländischen Krankenschwestern und Busfahrer, Pflegerinnen und Ärzte, Putzfrauen und Automechaniker - auf die können ma eh eigentlich auch noch verzichten."

Und kritisiert darauf, völlig im Ernst, dass im Regierungsprogramm Maßnahmen für den so genannten "kleinen Mann", für den die FPÖ Politik machen würde, fehlen würden.

"Wie genau profitiert der kleine Mann von der Kürzung des Arbeitslosengeldes, wenn er sich für längere Zeit keine Arbeit gefunden hat?
Wie genau profitiert der kleine Mann von einem Modell wie Hartz IV?
Wie genau profitiert der kleine Mann vom neuen Mietrecht, marktkonformen Mieten und Mehreinnahmen für Zinshausbesitzer?
Wie genau profitieren die kleinen Kinder des kleinen Mannes von der Einführung der Studiengebühren?

Ich könnte die Liste jetzt noch fortsetzen, aber ändern tät sich nix. Man könnte fast den Eindruck gewinnen, Ihr verarscht alle. Na ja, Hauptsache es wird mehr Polizei geben und die Überwachung der Schäfchen wird verschärft."

Ob die FPÖ an all den von Daniela Kickl angeprangerten Punkten auch federführend beteiligt war, vermag sie nicht zu sagen. Klar ist für die Cousine des neuen Innenministers lediglich, wie es nach dem Ende der Legislaturperiode aussehen wird: "[...] dann werdet Ihr wieder auf die Ausländer zeigen und wieder sagen, dass es noch immer zu viele gibt, die " in unseren Zelten herumliegen und uns auf den Taschen". In der Hoffnung, dass der kleine Mann bis dahin vergessen haben wird, dass es ihm jetzt auch schlechter geht."

Und sie verspricht: "[...] es wird sie geben ...
- diejenigen, die nicht vergessen werden
- diejenigen, die die anderen daran erinnern werden
- diejenigen, die aus dem blauen Scherbenhaufen eine bessere Welt basteln werden."

Daniela Kickls Posting hat inzwischen mehr als 7.900 Likes und wurde über 3.000 Mal geteilt.

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