Hebamme ohne Grenzen: Erste Eindrücke

Seit zwei Wochen ist Christina, die vor kurzem ihre Hebammenausbildungabgeschlossen hat, nun schon beim Hilfsprojekt "Africa Amini Alama" - und hat nicht nur Babys auf die Welt geholfen, sondern einem sogar einen Namen geben dürfen!

Zwei Wochen sind schon wieder vorbei, die Zeit verfliegt. Damit ihr euch meinen bisherigen Tagesablauf vorstellen könnt, hier ein kurzer Überblick. Unter der Woche stehe ich um 7 Uhr auf und um 8 Uhr treffe ich die Hebammen. Dann kommen Kinder auf die Welt, schon ältere Sprösslinge werden gewogen, geimpft und im System registriert. Schwangere werden beraten und kontrolliert, mit einem Dopton werden die Herztöne der ungeborenen Kinder kontrolliert. Außerdem messen wir den Abstand zwischen Symphyse und Fundusoberkante, um das Wachstum des Kindes zu kontrollieren.

Untersuchungszimmer Africa Amini Alama (c) Christina Piller

Als ich ein namenloses Baby "taufen" durfte

Vor kurzem kam eine Mutter mit einem fünf Tage alten, namenlosen Mädchen zur Kontrolle. Um das Kind im System zu registrieren und dessen Daten zu sammeln, braucht es allerdings einen Vornamen. Die Mutter hat mich dann gefragt, wie denn das Kind heißen soll. Ich war natürlich perplex ob der Frage und habe nicht gedacht, dass sie es ernst meint. Lustigerweise war der erste Name, der mir eingefallen ist, Caroline, die englische Version des Namens meiner verstorbenen Großmutter. Und jetzt heißt das kleine Mädchen vom Stamm der Meru tatsächlich Caroline. Ich hoffe sehr, dass sie den Namen später mag. Wenn nicht: Sorry, my bad!

Zusätzlich zu den Hebammentätigkeiten, die ich durchführe oder bei denen ich dabei bin, bereite ich "Health Classes" vor. Die Menschen, die hierherkommen, reisen oftmals von sehr weit an oder gehen stundenlang zu Fuß, um hier behandelt zu werden. Deswegen wird die Wartezeit genutzt, um über wichtige gesundheitliche Themen aufzuklären, von Verhütung oder Familienplanung bis zu Diabetes.

Duschen mit kaltem Wasser auf 1600 Meter Seehöhe

Danach geh' ich duschen, solang es draußen noch warm ist, wir haben nur kaltes Wasser vom Mt. Meru und sind hier auf 1600 Meter Höhe. Untertags ist es zwar sehr warm, aber es kühlt sehr schnell ab. Am Abend wird gemeinsam gekocht und danach stehen mehrere Runden "Uno" auf dem Programm. Um spätestens 22 Uhr liegen wir alle in unseren Betten und planen die Wochenenden: Freitags um 12 ist Abmarsch, um den Markt in Ngare Nanyuki zu besuchen und Lebensmittel für die nächste Woche einzukaufen. Samstag und Sonntag ist Zeit für Safaris und Städtetrips (Moshi oder Arusha) oder wir gehen in eine nahegelegene Lodge auf einen Afrikanischen Chai und beobachten am Wasserloch wilde Tiere.

Mount Mukuru (c) Christina Piller

Wie ihr sehen könnt halten sich Arbeit & Freizeit gut die Waage, aber wirklich allen Volunteers ist es sehr wichtig einen langfristigen positiven Einfluss auf dieses Projekt zu haben. Jede/r von uns hat seinen/ihren eigenen Aufgabenbereich und tut ihr/sein Bestes um den Menschen, dem Land und dem Projekt zu helfen!

WEITERLESEN: Hebamme ohne Grenzen - Auf nach Tansania!

Neugier und Entschlossenheit halten sich bei Christina Piller die Waage. Die 26-jährige Wienerin hat eben ihr Hebammenstudium abgeschlossen und sich von der Idee, in Tansania beim Projekt "Africa Amini Alama" zu helfen und selbst was dabei zu lernen, anstecken lassen. Doch nur Wissen auszutauschen, reicht ihr nicht, Christina will auch was verändern.
Die WIENERIN findet so viel Engagement toll und hat Christina eingeladen, ihre Erlebnisse mit Frauen, Schwangeren und Babys in einem losen Online-Tagebuch mit unserer Community zu teilen.

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Kontakt: christina_piller@hotmail.com

www.africaaminialama.com

 

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