Healthy Habits: Wie Routinen und Gewohnheiten zum Jungbrunnen werden

All die schlechten Routinen und Gewohnheiten einfach ablegen. Klingt unmöglich? Ist es nicht. Autorin Natalie Karré erklärt, wie wir Routinen zu unserem Vorteil nützen können und dadurch lange fit bleiben.

All die schlechten Routinen und Gewohnheiten einfach ablegen. Klingt unmöglich? Ist es nicht. Nathalie Karré und Margit Fensl, Autorinnen von "Der Jungbrunnen-Effekt", erklärten beim ersten WIENERIN Holistic Health Day, wie wir Routinen zu unserem Vorteil nützen können und dadurch lange fit bleiben. Oben im Artikel findet ihr den ganzen Vortrag.

"Unsere Routinen entscheiden, ob wir ein gesundes, glückliches, erfolgreiches und zufriedenes Leben führen – oder das Gegenteil tun", so Bestsellerautorin Natalie Karré der Bücher rund um den Jungbrunnen-Effekt-Intervallfasten. Die Autorin hat ein Konzept entwickelt, um bis ins hohe Alter fit zu bleiben. Dabei werden schädliche Verhaltensweisen durch Intervallfasten, gesunde Ernährung und Meditationen ausgetauscht.

WIENERIN: Was versteht man unter Healthy Habits?

Natalie Karré: Healthy Habits (gesunde Routinen) wirken wie ein Zaubertrank, der uns vor Gefahren schützt und uns hilft, unser Leben in eine positive Richtung zu lenken. Etwa 80% unserer täglichen Verhaltensweisen sind reine Routinen, also Gewohnheiten, die automatisch ablaufen. Unsere Routinen entscheiden, ob wir ein gesundes, glückliches, erfolgreiches und zufriedenes Leben führen – oder das Gegenteil tun. Wenn wir täglich gesundheitsfördernde, verjüngende, kraftspendende Routinen – also Healthy Habits - ausführen, werden wir im Lauf der Jahre unserem kraftvollen, zufriedenen Ich im Spiegel begegnen.

Welche Healthy Habits kann jede*r in seinen/ihren Alltag integrieren, unabhängig von Alter und Fitnesslevel?

Am besten ist ein Potpourri aus Werkzeugen, die helfen, dass das Wunderwerk Mensch möglichst lange rund läuft.

Die Basis ist das Intervallfasten: Essen in einem 8 Stunden-Zeitfenster genießen. Während der übrigen 16 Fasten-Stunden wird dem Körper eine regenerative Pause gegönnt, in der er ausreichend Zeit für die Zellreinigung und -regeneration bekommt.

Der zweite, einfach anzuwendende Healthy Habits ist eine individuell angepasste Ernährung, die Alterungstreiber vermeidet: viel saisonales, regionales und schadstofffreies Gemüse, Verzicht auf industrialisierte Lebensmittel mit ihren Zusatzstoffen, Haltbarmachern, Zucker und zu viel Salz.

Die weiteren Bausteine des Jungbrunnen-Lebensstils sind: täglich 30 Minuten Bewegung (am besten in freier Natur), ausreichend Schlaf, ein liebevoller Umgang mit sich und anderen und die aktive Pflege sozialer Beziehungen und der geistigen Gesundheit. Jede einzelne davon ist leicht umsetzbar und sie helfen, gesund und fit zu bleiben.

Gesunde Ernährung oder regelmäßig Sport machen – was ist wichtiger?

Beides ist wichtig. Gesunde Ernährung ist die Basis, aber auch Sport ist – vor allem in Kombination mit Intervallfasten – ein regelrechter Jungbrunnen-Turbo. So zeigen zahlreiche Studien, dass physiologische Parameter – wie die Herz-Kreislauf-Funktion bei Sportlern – eher den Werten deutlich jüngerer Menschen entsprechen als den Werten unsportlicher Gleichaltriger.

Die meisten Menschenbekommen recht schnell Lust auf Mehr – vor allem wenn die ersten Ergebnisse sichtbar werden und das Lebens- und Körpergefühl besser wird.

von Natalie Karré

Viele beginnen bei einer Kur oder Fastenwoche topmotiviert, fallen dann aber zurück in alte Gewohnheiten – wie schafft man es, aus diesem Kreis auszubrechen?

Die hohe Rückfallquote liegt daran, dass Routinen ausgesprochen stark sind und es etwa 3 Monate dauert, eine Gewohnheit zu ändern. Dazu kommt, dass bereits eine 1x nicht durchgeführte Routine die Wahrscheinlichkeit "dran" zu bleiben um 5% senkt, bei einem zweiten Mal sinkt die Wahrscheinlichkeit um 40%! Und genau das passiert häufig, wenn sich Menschen zu hohe Ziele setzen und zu viel auf einmal vornehmen.

Damit das nicht passiert, setzt man bei der Integration neuer, gesunder Gewohnheiten am besten kleine, überschaubare Ziele und behält diese 84 Tage bei (der Zeitraum eine Routine zu fixieren). Einfache Ziele sind z.B. 12 Stunden fasten (8 Stunden davon schlafen wir ohnehin) und 10 Minuten Bewegung. Die meisten Menschenbekommen recht schnell Lust auf Mehr – vor allem wenn die ersten Ergebnisse sichtbar werden und das Lebens- und Körpergefühl besser wird.

Wie merke ich beim Intervallfasten, ob ich eher ein Frühstücks- oder ein Abendessen-Typ bin?

Am besten bemerkt man es an der persönlichen Kraft und Energie – und daran, wann man Hunger hat. Frühstückstypen haben das Gefühl ohne Frühstück keine Leistung erbringen zu können, dem Abendessen-Typ fällt dies leicht – er hat hingegen Schwierigkeiten, das Abendessen auszulassen.

In beiden Fällen ist wichtig, mindestens 4 Stunden vor dem Bett gehen nichts mehr zu essen, um den Blutzuckerspiegel abends nicht unnötig zu erhöhen. Wenn wir knapp vor dem Einschlafen Nahrung zu uns nehmen, startet der Körper quasi ein Notprogramm, um die angelieferte Nahrung zu verarbeiten und muss dafür alle anderen Prozesse, die der Regeneration und Reinigung dienen, sofort beenden.

Welchen Praxis-Tipp gibst du Anfänger*innen?

Sich zu überlegen, welche Ziele man mit seiner Verhaltensänderung bezwecken möchte. Ein attraktives Ziel hilft, dran zu bleiben und die richtigen Stellschrauben zu finden. Möchtest Du deine Gesundheit fördern und so lange als möglich jung und fit bleiben? Deine innere Uhr auf Abnehm-Modus stellen? Im Einklang mit deinem natürlichen Biorhythmus leben? Je nach Ziel variiert die Umsetzung.

Darüber hinaus ist entscheidend, sich selbst die Veränderung und das Erreichen seiner Ziele zuzutrauen. Dazu gibt einen schönen Spruch im Coaching: "Ob Du glaubst Du schaffst es oder nicht – Du wirst immer recht haben."

 

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