Hawara der Woche: John Legend will nichts mit "Kindervergewaltiger" R. Kelly zu tun haben

Der Musiker hält nichts davon sich hinter einen Mann zu stellen, dem jahrelanger schwerer Missbrauch an Minderjährigen vorgeworfen wird. Gut so.

Schwere Missbrauchsvorwürfe gegen R. Kelly gibt es schon lange. Genau genommen wurde bereits Anfang der 2000er öffentlich, dass der Musiker eine 14-jährige missbraucht haben soll. Doch breite Kritik am Superstar gab es bisher kaum. Bis jetzt. In der Doku-Serie "Surviving R. Kelly" kommen einige Opfer zu Wort, und das Ausmaß des Missbrauchs ist nicht mehr zu leugnen. In sechs einstündigen Folgen berichten verschiedene Frauen davon, wie sie von dem R&B-Sänger systematisch unterdrückt und sexuell missbraucht wurden. Trotzdem schweigen viele seiner prominenten KollegInnen zu den Vorfällen. Bis auf: John Legend.

John Legend

Die Produzentin der Doku-Serie, Dream Hampton, erklärte im Interview mit dem Magazin "Shadow And Act", dass sie unter anderem Jay-Z, Mary J. Blige, Lil Kim, Erykah Badu und Dave Chappelle angefragt hätte, aber alle seien auf Abstand zu dem Projekt gegangen. Nicht so der Musiker John Legend. In der Serie sagt er: "Time's up for R. Kelly." 

Und auch auf Twitter hat Legend eindeutig klargestellt, was er von R. Kelly hält: "Ich glaube diesen Frauen und werde verdammt noch mal nicht einen Serien-Kindervergewaltiger verteidigen. Einfache Entscheidung."

Es ist nicht das erste Mal, das der 40-jährige R&B-Musiker und -Songwriter sowie Schauspieler und Oscarpreisträger klar Stellung bezieht. Schon öfter stand der Mann von Chrissy Teigen - die wir unter anderem für ihre grandiosen Instagram-Postings über Schönheitsideale feiern - für seine feministischen Aussagen in der Öffentlichkeit. Und der Papa John Legend stellte sogar klar: "Ich bin nicht Feminist wegen meiner Töchter. Ich war es auch schon davor." 

Außerdem appellierte er bereits in der Vergangenheit dafür, sich gegen sexualisierte Gewalt einzusetzen, und sich zu fragen, welche toxischen Männlichkeitsideale zu dieser Gewalt führen. Wenig erstaunlich ist daher, dass sich Legend in Sachen R. Kelly gegen die Gewalt und für die Opfer ausspricht.

Die Vorwürfe gegen Kelly

Bereits 2002 und 2003 war Kelly zweimal wegen des Verdachts festgenommen worden, Minderjährige missbraucht zu haben. 2017 wurden Anschuldigungen laut, R. Kelly habe mehrere Frauen wie ein Sektenführer in Abhängigkeit gehalten. 

Viele der Frauen waren zu der Zeit ihrer Verbindung mit dem Popstar minderjährig, immer hatte Kelly zuvor als "Mentor" gedient. Bereits 1994 - da war er selbst 27 Jahre alt - heiratete er die damals 15-jährige Sängerin Aaliyah. Die Ehe wurde später annulliert. Die Sängerin starb 2001 bei einem Flugzeugunglück.

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