Hawara der Woche: Der 17-Jährige, der eine nachhaltige Menstruationsbinde entwickelte

In den vergangenen zwei Jahren hat Ziyaan Viji neben der Entwicklung nachhaltiger Produkte auch ein Workshop-Netzwerk aufgebaut und kämpft so erfolgreich gegen das Stigma rund um die Periode.

WIENERIN Hawara der Woche Ziyaan Virji mit von ihm entwickelten Menstruationsbinden

Männer, die wir mögen: In unserer Rubrik "Hawara der Woche" stellen wir regelmäßig Männer vor, die sich für Gleichberechtigung und Feminismus einsetzen.

Angefangen hat alles mit der Suche nach einem Schulprojekt. Beim Scrollen durch seinen Facebook-Feed stößt der damals 15-jährige Ziyaan Virji aus Tansania auf die Dokumentation India's Menstruation Man. Er erfährt dass 500 Millionen Frauen* weltweit sich keine hygienischen Menstruationsprodukte leisten können. Ziyaan beginnt zu recherchieren, spricht mit seiner Mutter und weißt: Er hat sein Schulprojekt gefunden.

Nachhaltige Binden, die bis zu drei Jahre halten

In den folgenden zwei Jahren lernt Ziyaan nähen, testet Stoffe und verteilt erste Binden an Schukolleg*innen. Heute leitet er im Alter von 17 Jahren die Initiative Affordable und Accessible Sanitation for Women (AASW) und veranstaltet Schulworkshops zum Thema Menstruation und Menstruationshygiene in Kenia, Tansania, Indien, den Vereinigten Emiraten, Pakistan und Nigeria. Gemeinsam mit Schulfreund*innen hat er Binden entwickelt, die bis zu drei Jahre halten und zu 100 Prozent biologisch abbaubar sind.

Für die Binden werden jeweils regionale Materialien verwendet, das Design der Binden und dazugehörigen Slips ist bewusst modisch: den Frauen* und Mädchen* soll es nicht unangenehm sein, wenn sie die Stücke waschen.
Mit den Produkten will Ziyaan langfristig etwas verändern, erklärt er gegenüber ze.tt: "Viele gemeinnützige Organisationen kaufen einfach einen haufen Binden und geben sie an den Schulen aus. Das hilft den Mädchen* für zwei, vielleicht drei Monate. Und danach? Wir klären zehn Mädchen* auf, die dann wiederum zehn Freund*innen aufklären und die wiederum zehn."

Ein Ende für das Stigma rund um die Periode

Dass er ein Junge ist, sieht Ziyaan nicht als Nachteil - im Gegenteil. "Manche haben mich für verrückt erklärt und ausgelacht. Ich weiß nicht, wie sich die Periode anfühlt, ich weiß nicht, wie es ist, deshalb nicht zur Schule gehen zu können. Aber ich sehe, wie groß die Auswirkungen sind." Er will deshalb andere junge Männer* inspirieren und der Debatte eine neue Perspektive geben. Kein Mädchen* soll mehr unter dem Stigma leiden, dass der Periode bis heute anhaftet.

 

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