Hautkrankheiten, die du auf deiner Vulva bekommen kannst

Juckreiz und Hautveränderungen im Genitalbereich solltest du ernstnehmen.

Die häufigsten Beschwerden im Intimbereich werden von Pilzen und/oder Bakterien ausgelöst. Scheidenpilz & Co. sind mittlerweile auch jeder Frau ein Begriff. Weniger bekannt sind jedoch Hauterkrankungen im Genitalbereich. Umso wichtiger, dass wir uns diese mal näher ansehen:

Ekzeme

Ekzeme sind nicht ansteckende Hauterkrankungen, die in unterschiedlichen Formen auftreten, zum Beispiel als juckendes, nässendes, blasenbildendes, schuppendes Ekzem. Sie können klein, groß, begrenzt oder verwaschen sein und sind akute oder chronische Entzündungsreaktionen der oberen Schichten der Haut. Stark betroffen sind besonders Hautpartien, die in Kontakt mit chemischen oder pflanzlichen körperfremden Stoffen kommen. Auch im Intimbereich gibt es eine akute und eine chronische Form. Meistens beginnt es mit einer plötzlichen Rötung, gefolgt von einer Schuppung und anschließend einer Bläschenbildung, die auch platzen können. Doch das auffälligste Symptom ist der starke Juckreiz, unter dem die Betroffenen leiden. Auf jeden Fall rechtzeitig einen Arzt/eine Ärztin aufsuchen!

 

Schuppenflechte (Psoriasis)

Besonders im Intimbereich kommt es auch vor, dass sich hinter einem Ekzem in Wirklichkeit eine Schuppenflechte versteckt, die ähnliche Symptome verursachen und die auch sehr ähnlich aussehen kann. Sie ist eine gutartige, chronische, nicht infektiöse und entzündliche Hauterkrankung. Erkennbar ist sie an gut abgegrenzten roten Flecken, die oft von weißen Schuppen bedeckt sind. Sie ist genetisch bedingt und kann an allen Stellen des Körpers auftreten - häufig ist sie auf der Kopfhaut, Armen und Beinen, im Bauchnabel oder der Analfalte zu finden, wo sie sich auch in den Genitalbereich ausbreiten kann. Infektionen, Alkohol oder Stress können das Auftreten fördern. Jucken kommt nur selten vor. 

 

Lichen sclerosus et atropicus

Die Ursache dieser chronisch entzündlichen Haut- und Schleimhauterkrankung ist nicht bekannt. Es fängt mit Brennen und Juckreiz an, später sind juckende Knötchen und weiße Hautveränderungen zu sehen, die später verhärten. Betroffen sind meist Schamlippen, Scheideneingang, Damm und After. Der starke Juckreiz und Schmerzen beim Geschlechtsverkehr sind sehr belastend für die Erkrankten, und eine frühe Behandlung ist wichtig, um Vernarbungen und einer möglichen  Karzinomentwicklung entgegenzuwirken.

 

Feigwarzen

Feigwarzen sind keine Hauterkrankung, sondern eine sexuell übertragbare Krankheit, die sich auch in Hautveränderungen im Intimbereich äußert. Genitalwarzen werden – wie auch die Warzen an Händen und Füßen – durch humane Papillomviren (HPV) verursacht. Genitalwarzen wachsen bevorzugt in feuchtem Milieu, bei Frauen konkret etwa an den Schamlippen. Anfangs sind es kleine rötliche oder weißliche Knötchen, die allmählich wachsen und blumenkohlartig werden. Sie können außerdem unangenehm riechen. Auf der äußeren Haut in der Genitalregion sind sie meist hautfarben. Werden Feigwarzen diagnostiziert, sollte immer eine Untersuchung des Partners/der Partnerin erfolgen. Das Risiko sich im Laufe des Lebens mit HPV zu infizieren liegt bei bis zu 80 Prozent. Allerdings entwickeln nur ein bis zwei Prozent der Betroffenen sichtbare Feigwarzen.

 

Kontaktdermatitis

Eine Kontaktdermatitis gehört zur Gruppe der Ekzemkrankheiten, und ist eine Entzündung der Haut aufgrund eines Reizes durch eine Substanz. Wenn du etwa eine neue Waschlotion probierst und später Juckreiz, Brennen, Rötungen und Schwellungen entdeckst, hast du wahrscheinlich eine Kontaktallergie. Dann heißt es: Allergietest und die reizenden Substanzen schleunigst vermeiden. 

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